Schulprogramm
Inhaltsverzeichnis
- Vorbemerkungen (Evaluierte Version 2010)
- 1. Präambel (Evaluierte Version 2010)
- 2. Leitsätze
-
3. Konkretisierung
- 3.1. Informations-, Konferenz- und Kooperationssystem (Evaluierte Version 2010)
-
3.2. Zielsetzungen und Vereinbarungen für den Unterricht
- 3.2.1. Unterrichtsformen
- 3.2.2. Deutsch (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.3. Mathematik (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.4. Sachunterricht (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.5. Religion (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.6. Sport (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.7. Kunst
- 3.2.8. Musik (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.9. Englisch (Evaluierte Version 2011)
- 3.2.10. Einsatz von neuen Medien (Medienkonzept) (Evaluierte Version 2010)
- 3.2.11. Betreuung von Schaustellerkindern (Evaluierte Version 2010)
- 3.3. Konzept der flexiblen Schuleingangsphase (Evaluierte Version 2010)
- 3.4. Klassenfahrten, Projektwochen und Schulfeste (Evaluierte Version 2010)
- 3.5. Offene Ganztagsschule, Verlässliche Halbtagsschule und Ferienbetreuung (Evaluierte Version 2010)
- 3.6. Erziehung, Beratung und Förderung (Evaluierte Version 2010)
- 3.7. Fortbildungskonzept
- 4. Entwicklungsziele
- 5. Planungen zur Evaluation
Vorbemerkungen (Evaluierte Version 2010)
Die Grundschulen Niedernetphen und Obernetphen wurden am 1. Oktober 2006 zu einer Verbundschule mit dem Namen Grundschule Netphen zusammengelegt. Dieses nun vorliegende neue Schulprogramm ist das Ergebnis der engagierten Kooperation der Kolleginnen und Kollegen sowie der Eltern beider Teilstandorte. Während die Fassung aus dem Jahr 2008 sowohl noch verbindliche Gemeinsamkeiten als auch die beibehaltenen Unterschiede enthielt, die sich aufgrund der Geschichte jedes Teilstandortes gebildet hatten, wurden diese inzwischen Stück für Stück zu einem gemeinsamen Konzept umgestaltet.
1. Präambel (Evaluierte Version 2010)
Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft und bedeuten deshalb ihr wertvollstes Gut. Investitionen in Bildung und Erziehung sind eine Grundvoraussetzung für die Weiterentwicklung unseres Gemeinwesens.
Schulen vermitteln den jungen Menschen
- moralische, kulturelle und religiöse Werte,
- soziale Kompetenz,
- umfassende Kenntnisse, mit denen sie Gegenwart und Zukunft meistern können und
- die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen.
Die Erziehung zum mündigen Bürger sichert außerdem die Funktionsfähigkeit unserer demokratischen Gesellschaftsordnung.
Wer Kinder hat, verdient die besondere Fürsorge des Gemeinwesens.
Alle Bildungseinrichtungen müssen so organisiert sein, dass sie den veränderten Familienstrukturen (Berufstätigkeit beider Eltern, Alleinerziehende) Rechnung tragen. Schulen haben damit eine gesellschaftspolitisch wichtige Dienstleistungsfunktion.
Bei der Erfüllung all dieser Aufgaben sind Schulträger, Eltern und Lehrkräfte Partner.
2. Leitsätze
- Die Grundschule Netphen ist für Kinder und Lehrer ein Haus des Lebens, Lernens und Lehrens, in dem sich alle wohl fühlen sollen.
- Eltern, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler gestalten die Schule als Haus des Lebens, Lehrens und Lernens partnerschaftlich und in gemeinsamer Verantwortung. Dabei ist die Grundschule Netphen eine lernende Schule, deren Konzeption nicht stagniert.
- Eine der wichtigsten Aufgaben der Grundschule Netphen ist guter Unterricht.
- Das Lernen des Lernens und die soziale Kompetenz sind ebenso wichtig wie die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten.
- Als Partner der Eltern hilft die Grundschule Netphen bei der Bewältigung von Schul-, Erziehungs- und Betreuungsproblemen.
- Die Grundschule Netphen mit ihren beiden Teilstandorten ist eingebettet in ein soziales und kulturelles Umfeld. Sie kooperiert mit allen außerschulischen Partnern, die sich für Kinder und Jugendliche engagieren. Dabei können sich an den Teilstandorten unterschiedliche Partnerschaften entwickeln.
3. Konkretisierung
Die Grundschule Netphen hat ein Kooperationssystem aller Beteiligten vereinbart. Die nachfolgende Beschreibung stellt den augenblicklichen
Ist-Zustand der Vereinbarungen dar, der jedoch der ständigen Überarbeitung und Anpassung unterliegt.
3.1. Informations-, Konferenz- und Kooperationssystem (Evaluierte Version 2010)
Die gemeinschaftliche Verantwortung von Eltern, Lehrkräften und dem pädagogischen Personal des Betreuungsteams verlangt, dass sie sich regelmäßig über Lernziele, Unterrichtsgestaltung, Unterrichtsprojekte und Erziehungsziele austauschen und die Arbeit der Schule evaluieren. Nur so gelingt eine Vernetzung aller an der Schule beteiligten Kräfte. Deshalb ist ein verlässliches Informations-, Konferenz- und Kooperationssystem unabdingbar.
Zu ihm gehören im Rahmen der durch das Schulgesetz festgelegten Gremien ganz besonders die Fachkonferenzen und die dadurch gesicherte Mitwirkung von Eltern selbst in pädagogischen Detailfragen.
Die Schule sichert sich auf diese Weise die Nutzung der bei Eltern vorhandenen pädagogischen Kompetenz und erweist sich als "offene" Schule.
Der Konferenzplan wird jährlich im Voraus terminiert und bei Bedarf modifiziert. Er enthält
- 10 Lehrerkonferenzen
- Fachkonferenzen für alle Fächer in der Primarstufe. Die Fachkonferenzen setzen sich zusammen aus Lehrkräften, die das jeweilige Fach unterrichten und aus mindestens vier Elternvertreter. Sie werden von Lehrkräften geleitet. Über jede Sitzung wird ein Protokoll angefertigt. Die Fachkonferenzen haben ausschließlich beratende Funktion für die laut Schulgesetz beschlussfähigen Gremien. Allerdings hat ihr Votum dort ein großes Gewicht.
- Jahrgangsstufenkonferenzen (nach Bedarf)
- 2 Schulpflegschaftssitzungen (bei Bedarf auch häufiger)
- Teil-Schulpflegschaftssitzungen (bei Bedarf)
- mindestens 2 Sitzungen der Schulkonferenz
Ungeachtet der pädagogischen Freiheit der einzelnen Lehrkraft pflegen alle Kolleginnen und Kollegen eine regelmäßige Kooperation untereinander. Dies gilt auch standortübergreifend (vergl. Schulgesetz NRW § 57 Abs. 2).
Diese Kooperation sichert die Vergleichbarkeit der Leistungsanforderungen innerhalb einer Jahrgangsstufe an beiden Standorten und dient außerdem der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung der schulichen Arbeit. Für die einzelnen Fächer sind diesbezüglich schon klare Vereinbarungen getroffen worden oder sie werden noch erarbeitet.
Die offene Ganztagsschule und die verlässliche Halbtagsschule sind integrativer Bestandteil des pädagogischen Gesamtkonzeptes der GS Netphen, keine additive Ergänzung. Deshalb muss die Einbindung dieser Angebote in die tägliche schulische Arbeit organisatorisch gesichert werden, auch wenn allen Beteiligten bewusst ist, dass die Aufgaben des Betreuungsteams sich in vielerlei Hinsicht grundsätzlich von der Tätigkeit der Lehrkräfte unterscheiden. Das Bindeglied stellen die Kinder dar, deren bestmögliche Förderung die gemeinsame Aufgabe aller ist.
Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen bildet das pädagogische Personal des Betreuungsteams an jedem Teilstandort eine eigenständige Gruppe mit einer Gruppenleiterin. Sie oder eine andere Vertreterin können an allen Sitzungen der Lehrerkonferenz teilnehmen.
3.2. Zielsetzungen und Vereinbarungen für den Unterricht
Jede Schule muss sich bewusst werden, wie sie die Anforderungen der Richtlinien und Lehrpläne in der täglichen Unterrichtsgestaltung umsetzen will. Dabei gilt es auch, die besonderen Gegebenheiten vor Ort zu berücksichtigen.
Die nachfolgend dargestellten Überlegungen sind das Ergebnis vieler Erörterungen in den zuständigen Mitwirkungsgremien. Sie sind einerseits verbindlich für alle an der Schule tätigen Lehrkräfte, andererseits jedoch auch noch so offen, dass ihre pädagogische Freiheit nicht völlig eingeschränkt wird.
3.2.1. Unterrichtsformen
Die praktische Umsetzung der Leitsätze c und d dieses Schulprogramms bedarf vielfältiger Vereinbarungen für alle Lernbereiche.
Unabhängig von den im weiteren Verlauf dargestellten fachlichen Lösungen müssen die Unterrichtsformen den Anforderungen an eine moderne Pädagogik genügen. Nur die Vielfalt der Unterrichts- und Organisationsformen ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern abwechslungsreich und mit unterschiedlichen Erfahrungen zu lernen. Abhängig von Unterrichtsinhalten, Klasse und Lehrkräften kann Unterricht stärker lehrer- oder schülerorientiert stattfinden.
Formen des offenen Unterrichts wie Lernen an Stationen, Werkstattunterricht, Wochenplanunterricht, Freie Arbeit und Projektunterricht sind dabei stärker in den Vordergrund gerückt und haben sich bewährt. Wichtig dabei sind verbindlich abgesprochene Rituale und Kontrollmechanismen. Alle offenen Unterrichtsformen bieten in erhöhtem Maße die Möglichkeit, fächerübergreifenden Unterricht anzubieten. Themen mit Schwerpunkten in bestimmten Fächern können mit Situationen oder Aufgabenstellungen in anderen Fachbereichen ergänzt und erweitert werden.
Neben der Einzelarbeit werden die Kinder zur Partner- oder Gruppenarbeit angehalten. Dabei üben sie soziale Verhaltensweisen ein. Sie lernen, Hilfen anzubieten oder anzunehmen, Vorschlägen zuzuhören, Kritik anzunehmen und andere zu akzeptieren.
Unterricht kann nicht nur im Klassenraum oder im Schulgebäude stattfinden. Wann immer es möglich und sinnvoll ist, wird er auf außerschulische Lernorte verlegt. Erkundungen und Besichtigungen bereichern den Schulalltag und verbessern die Lern- und Leistungsmotivation.
Von besonderer Bedeutung erscheint uns ferner das Lernen mit allen Sinnen. Unterricht ist umso erfolgreicher, je mehr "Wahrnehmungskanäle" angesprochen werden. Der häufig dominierenden Überschätzung der "Kopfleistungen" setzen wir gleichberechtigt handwerklich-praktische Kompetenzen gegenüber. Je mehr Ebenen der Darstellung angeboten werden, umso nachhaltiger kann sich bei allen Kindern das zu Lernende im Gedächtnis verankern.
"Alle wollen immer nur den Kopf in die Schule schicken. Aber dann kommt das ganze Kind." (Rüdiger Klupsch-Sahlmann)
3.2.2 Deutsch (Evaluierte Version 2010)
Der Unterricht im Fach Deutsch orientiert sich an den Lehrplänen und Richtlinien, die seit dem 01.08.2008 gültig sind.
Der vorliegende Abschnitt des Schulprogramms ist eine in der Kontinuität stehende evaluierte Fassung des Schulprogramms vom März 2008, der die neuen Ansätze einbezieht.
3.2.2.1 Sprechen und Zuhören
Das Entwickeln einer Gesprächskompetenz halten wir für eine wichtige Aufgabe. Sie ist die Voraussetzung für alle Aspekte des sozialen Handelns (vgl. Lehrplan Deutsch Seite 25). Schulischer Lernerfolg basiert zu einem großen Teil auf den Kompetenzen, verstehend zuhören zu können, Gespräche führen zu können und zu anderen sprechen zu können.
Diese Kompetenzen sind die Voraussetzungen für teamorientiertes Lernen und Arbeiten in allen Fächern. Sie werden deshalb nicht nur im Deutschunterricht erworben, sondern sie sind ein fächerübergreifendes Element, das sich im pädagogischen Gesamtkonzept der Schule niederschlägt.
Wichtig sind der GS Netphen folgende Kompetenzen:
- Sich anderen zuwenden und zuhören zu können (Zeigen von mimischem und körpersprachlichem Interesse, Steigerung der Dauer des Zuhörens)
- Sich in Gesprächen äußern zu können (sich äußern, wenn es das Kind für notwendig hält, sich verständlich ausdrücken, sich auf verschiedene Partner einstellen, auf Partneräußerungen eingehen, sich zum Thema äußern, die eigene Meinung äußern und begründen)
- Sich an Regeln halten und darüber reflektieren zu können (Rituale einhalten, eigenes Gesprächsverhalten - Gefühle, Kritik - reflektieren, konstruktive Beteiligung an der Erarbeitung von Gesprächsregeln, Akzeptieren der Meinung anderer, Übernahme der Gesprächsleitung)
3.2.2.2 Schreiben
"Die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass sich durch Schreiben zusätzliche sprachliche Handlungsmöglichkeiten eröffnen." (vgl. Lehrpläne S. 27)
Im Deutschunterricht sind dabei Rechtschreibung und SchriftlichesSprachhandeln (Texte verfassen) ein integrativer Prozess. Dennoch unterscheiden wir im Schulprogramm beide Bereiche aufgrund der spezifischen methodischen Konzepte.
3.2.2.2.1 Rechtschreiben
Im Anfangsunterricht beginnen die Kinder mit der Druckschrift als Lese- und Schreibausgangsschrift.
Als verbundene Schrift wird anschließend die Vereinfachte Ausgangsschrift (VA) eingeführt. Im Ausnahmefall können einzelne Kinder auch weiterhin die Druckschrift benutzen.
Ein Anliegen unserer Schule ist die Förderung einer gesicherten Rechtschreibung.
Dieser Förderung liegen die "Vier Säulen der Rechtschreibung" (vgl. Brügelmann) zu Grunde:
-
Freies Schreiben (z.B. gestützt durch Schreibkonferenzen)
- Inhalt vor Form
- eigene orth. Überarbeitung beschränken
- Rechtschreibung erst für eine Veröffentlichung erstellen
-
(Vor-) Lesen von Büchern, eigener Texte und Texte anderer Kinder
- Motivation
- Modelle für eigene Texte
- Schriftsprachmuster
-
Arbeitshilfen und Hilfen zum richtigen Schreiben kennenlernen und einüben
- Rechtschreibgespür für schwierige Stellen
- Strategien wie Ableiten und Verlängern erarbeiten
- Häufigkeit von Rechtschreibmustern erforschen
-
Sammeln, Sortieren, Üben; Arbeiten mit eigenem/ mit vorstrukturiertem Wortmaterial
- häufige Wörter
- wichtige Begriffe
- Repräsentation gängiger Rechtschreibmuster ordnen, sichern
Der Rechtschreiblernprozess vollzieht sich danach nicht durch das Auswendiglernen von Wörtern, sondern durch die Anwendung verschiedener Rechtschreibregeln, die helfen ein Rechtschreibgespür zu entwickeln. Die Entwicklungsphasen hin zur Normschreibung sind bei jedem Kind gleich, jedoch werden diese unterschiedlich schnell durchlaufen. Daher ist individuelles Arbeiten an den individuellen Fehlerschwerpunkten notwendig.
Die Grundschule Netphen verwirklicht diesen Anspruch durch die Verwendung der methodischen Konzepte von Beate Leßmann und Norbert Sommer - Stumpenhorst.
Aus fachlicher Sicht lassen sich beide Konzepte sehr gut miteinander verknüpfen, weil sie individuelles und systematisches Lernen von Rechtschreibung ermöglichen und sich gegenseitig ergänzen.
Beide Konzepte beinhalten:
- eine schrittweise Anleitung der Übungen
- den Aufbau einer Methodenkompetenz
- einfache, klar strukturierte und sich wiederholende Aufgaben
- eine Kontrolle und Protokollierung der Aufgaben in einem individuellen Rechtschreibplan
Folgende Materialien werden im Rechtschreibunterricht der GS Netphen eingesetzt:
- die Rechtschreibboxen von Beate Leßmann
- Textkorrekturkarten
- Abschreibtexte von Sommer-Stumpenhorst
- Wörterlisten von Sommer-Stumpenhorst
- Wörterbuch
- Orthografikus (Finken-Verlag)
Für die Erstellung eines individuellen Rechtschreibplans wird der derzeitige Stand der Rechtschreibleistung mit Hilfe von verschiedenen Analyseinstrumenten (Bild-Wort-Test, Hamburger Schreibprobe, Analysediktat, 8 Wörter-Diktat) und den freien Texten der Kinder ermittelt. Daraus ergeben sich Übungsschwerpunkte, denen gezielte Übungen zugeordnet und in einem individuellen Rechtschreibpass von den Kindern selbstständig bearbeitet und dokumentiert werden.
Gemeinsame Unterrichtsphasen, in denen Rechtschreibregeln erarbeitet werden, unterstützen und begleiten die individuelle Arbeit mit dem Rechtschreibpass.
In diesem Zusammenhang wird der Umgang mit dem Wörterbuch als eine grundlegende Arbeitstechnik eingeübt, mit dem Ziel eigene und fremde Texte überprüfen und überarbeiten zu können.
3.2.2.2.2 Schriftliches Sprachhandeln
Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt unserer Arbeit im Lernbereich Sprachgebrauch ist dasSchreiben eigener Texte, die einen Bezug zum Erlebten der Kinder haben. Bereits im Grundschulalter sollten Kinder lernen, dass man Sprache zweckorientiert und adressatenbezogen einsetzen muss /vgl. hierzu auch Abschn. 3.2.2.4 Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Wir halten in der Primarstufe die Unterteilung in folgende Textgruppen für sinnvoll:
-
Informierende und dokumentierende Texte
-
Handlungsanweisungen
- Rezepte
- Spielanleitungen
- Bastelanweisungen
- Bedienungsanleitungen
- Beschreibungen
- Notizen
-
Berichte
- Unfallberichte
- Protokolle
-
Handlungsanweisungen
-
Appellierende Texte
- Briefe
- Einladungen
-
Unterhaltende (narrative) Texte
- Fantasiegeschichten
- Erzählen zu Bildern
- Geschichten beenden
- Reizwortgeschichten
Je nach Art des Textes ändert sich der Adressat. Die Grobunterscheidung lautet "Für andere" und "Für sich selbst". Um mit geschriebenen Texten die angestrebten Ziele zu erreichen, müssen die Kinder lernen, sie in drei Schritten zu produzieren:
- einen Text planen
- einen Text aufschreiben
- einen Text überarbeiten
Jeder dieser Schritte muss einzeln erarbeitet und geübt werden! Im Unterricht sind Schreibkonferenzen dabei ein wichtiges methodisches Konzept für kriteriengeleitetes Schreiben.
Aber auch Korrekturhinweise der Lehrkräfte sind unverzichtbar.
Wichtig ist dabei, dass Schreibtipps positiv und ermutigend formuliert werden.
Vereinbarte und den Kindern verständliche Korrekturzeichen dienen ebenfalls als Hilfsmittel.
3.2.2.3 Lesen - mit Texten und Medien umgehen
"Lesen ist ein eigenaktiver Prozess der Sinnkonstruktion. Über Lesen wird eine Vielzahl von Lebensbereichen erschlossen, neben Informationen werden Wertvorstellungen und kulturelle Inhalte vermittelt. Damit nimmt das Lesenkönnen eine Schlüsselqualifikation für erfolgreiches Lernen ein. Kernanliegen dieses Bereiches ist es, die Fähigkeit zum genießenden, selektierenden und kritischen Lesen zu entwickeln sowie die selbstbewusste und interessengeleitete Auswahl geeigneter Texte und Medien anzuregen." (Lehrplan Deutsch, S. 26)
Als wichtigen Arbeitsschwerpunkt der GS Netphen betrachten wir folgende Aspekte des Lehrplanes: "Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Lesefähigkeiten in einer anregenden Leseumgebung. Über das genießende und interessengeleitete Lesen erhält das Lesen im eigenen Alltag eine positive Funktion. Die Schülerinnen und Schüler machen Erfahrungen mit verschiedenen fiktionalen Texten sowie Sach- und Gebrauchstexten. Sie nutzen Lesestrategien, um das Verstehen von Texten und Medien zu intensivieren, und verbinden das Gelesene mit ihrem Sach- und Weltwissen." (Lehrplan Deutsch, S. 31) Das Lesen ist somit fächerübergreifend von Bedeutung und auch als Lernprozess so angelegt.
Er wird für die Schulanfänger durch die Arbeit mit der Anlauttabelle eingeleitet und mit weiteren Materialien (z.B. nach Sommer- Stumpenhorst) vertieft. In den Klassen 3 und 4 werden Lesestrategien eingeübt und gesichert (z.B. mit Hilfe des "Lernbuchs Lesen").
Lesefähigkeiten und Leseerfahrungen
Die GS Netphen hat sich auf ein Konzept geeinigt, Kindern in den Klassen 1 bis 4 vielfältige Leseerfahrungen zu ermöglichen, um ihre Lesefähigkeiten zu erweitern:
- anregende Leseumgebung schaffen
- regelmäßiger Besuch der Schulbücherei, deren Ausleihe mit Elternhilfe organisiert ist. Zusätzlich zu den Öffnungszeiten zur Buchausleihe wird der Raum auch während der Unterrichtszeit von Klassen zum Lesen genutzt.
- Ausleihe von Themenkisten aus den Büchereien, auch fächerübergreifend für die Bearbeitung von Themen im Sachunterricht (Sachbücher, Lexika)
- Besuch der öffentlichen Büchereien
- Selbstvergessenes Lesen und interessenbezogene Auswahl von Büchern im Unterricht (freie Lesezeit).
- Autorenlesung für die Kinder
- Ohrenkino
- Vorlesen durch die Lehrerinnen und Lehrer, Partnerklassen und/oder "Leseomas" und "Leseeltern"
- Vorlesen der Kinder aus ihren Lieblingsbüchern im Lesekreis
- Lesen von Ganzschriften
- Lesenacht
- Verknüpfung von Gelesenem mit einer Handlung - angewandtes Lesen wie bei Lese-Mal- Aufträgen/Bastelanleitungen / Rezepten
- Vorlesewettbewerb
Folgende Kompetenzerwartungen werden zur Beurteilung herangezogen, die die Kinder auf unterschiedlichen Kompetenzstufen erreichen:
Schuleingangsphase
- Über Lesefähigkeit verfügen
- Umsetzen kurzer schriftlicher Arbeitsanweisungen
- Lesen kurzer altersgemäßer Texte und Beantworten von Fragen zum Text (z.B. Silben-Lese-Texte sowie Abschreibtexte von Sommer- Stumpenhorst)
- Selbstständiges Auswählen aus der Klassen- bzw. Schulbücherei
- Über Leseerfahrungen verfügen
- Bücher begründet auswählen
- Kenntnis unterschiedlicher Textgattungen (Briefe, Märchen, Sachtexte, ...)
- Über Leseeindrücke sprechen
Klassen 3 und 4
- Über Lesefähigkeit verfügen
- mündliche und schriftliche Wiedergabe des Gelesenen
- Umsetzung komplexerer schriftlicher Arbeitsanweisungen
- begründete interessenbezogene Auswahl von Texten
- Über Leseerfahrungen verfügen
- Kenntnis unterschiedlicher Textsorten und ihrer Wirkung
- Erfahrungen mit Autoren und Figuren aus der Kinderliteratur
- Dokumentation und Überprüfung des Gelesenen u.a. anhand eines Lesetagebuchs
Texterschließung und Nutzung von Lesestrategien
Unterschiedliche Lesestrategien unterstützen die Erschließung von Texten.
Dies wird in der Schuleingangsphase angebahnt, in den Klassen 3 und 4 umfassend (z.B. mit Hilfe des Lernbuchs Lesen) systematisch eingeführt und trainiert.
Zur Feststellung des Lernstandes werden u.a. der Lesewörterstolpertest und andere von den Lehrkräften erarbeitete Tests herangezogen, die Fragen zum Text beinhalten und den einzelnen Anforderungsbereichen zugeordnet sind.
Folgende Kompetenzerwartungen werden zur Beurteilung der Texterschließung und Nutzung von Lesestrategien herangezogen:
Schuleingangsphase
- Formulierung von Leseerwartungen
- Äußerung von Gedanken und Gefühlen zu Texten
- Umgestaltung einfacher Texte
Klassen 3 und 4
- Klärung von schwierigen Textstellen z.B. durch die Zeichnung einer Skizze
- Antwortstellen im Text zu Fragen suchen und dabei Strategien zur Orientierung anwenden
- Textstellen verbinden
- Texte gliedern und Abschnitte markieren
- W- Fragen stellen und beantworten
- Stichworte herausschreiben
- Zusammenfassung des Gelesenen
- Eigene Gedanken und Schlussfolgerungen zu Texten formulieren und sich darüber austauschen
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Texten finden
- Buchvorstellung
Präsentation von Texten
Neben den Strategien der Texterschließung ist die Präsentation von Texten wichtig und soll ihren Platz im Unterricht erhalten. So werden selbstverfasste Texte oder Texte anderer Autoren im Rahmen der Klassengemeinschaft oder auch bei Feiern vorgetragen.
Folgende Kompetenzerwartungen werden zur Beurteilung der Textpräsentation herangezogen:
Schuleingangsphase
- Kurze Gedichte auswendig vortragen
- Kurze, bekannte Texte vorlesen
- Bei Aufführungen mitwirken (z.B. Klassenfeiern, Gottesdienste)
Klassen 3 und 4
- Kriteriengeleitendes Vorlesen (Genauigkeit, Tempo, Adressatenbezug, Klanggestaltung)
- Kriterienorientierte Buchvorstellung
- Mitgestaltung von Aufführungen (z.B. Theaterstücke, Sketche) wie Abschlussfeiern, Gottesdienste, Klassenfeiern
- Gedichte auswendig lernen und vortragen
Der Umgang mit Medien
Vorbemerkung: Der Umgang mit Medien ist nicht nur Element des Deutschunterrichts, sondern des gesamten Unterrichtskonzeptes der Schule.
Deshalb behandeln wir dieses Themas im Schulprogramm sowohl in dem Abschnitt 3.2.2 Deutsch als auch in dem gesonderten Kapitel 3.1.10 Medienkonzept.
Der angemessene Umgang mit Medien ist ein wichtiger Bestandteil der Leseförderung. Lesekompetenz und Medienkompetenz gehen miteinander einher: Nur wer lesen kann, kann Medien sinnvoll nutzen.
Folgende Kompetenzerwartungen werden zur Beurteilung des Umgangs mit Medien herangezogen:
Schuleingangsphase
- Suchen von Informationen (unter Anleitung) beispielsweise fächerübergreifend zu Sachthemen in Druck- und elektronischen Medien
- Sich über Medienerfahrungen austauschen
Klassen 3 und 4
- Begründete Auswahl und Nutzung von Kindersuchmaschinen im Internet oder von Druckmedien wie Lexika, Sachbüchern bei der Recherche zu Themen
- Gestaltung eigener Medienbeiträge (Mitgestaltung der Homepage)
- Vergleichen von Buch- und Filmfassungen und ihre Wirkung
- Kritische Bewertung von Medien (Werbung)
3.2.2.4 Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Mit der zunehmenden Fähigkeit zum abstrahierenden Denken können die Schülerinnen und Schüler Sprache und Sprachgebrauch untersuchen und reflektieren.
- Sie untersuchen Möglichkeiten der sprachlichen Verständigung. (Dies ist interdependent zu den Zielsetzungen des Kapitels schriftliches Sprachhandeln!)
- Sie arbeiten an Wörtern, Sätzen und Texten. (Auch dies ist interdependent zu den Zielsetzungen des Kapitels schriftliches Sprachhandeln!)
- Sie überprüfen und entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen.
- Sie lernen grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen und anwenden ("Grammatik" im herkömmlichen Sinn).
Dieses Sprachwissen ist eine Grundlage zum Erlernen von Rechtschreib- und Interpunktionsregeln. Auch der Fremdsprachenunterricht basiert in Teilbereichen auf diesen Kenntnissen. Für die GS Netphen wurden folgende Vereinbarungen getroffen: Um späteres Umlernen zu vermeiden, werden im Grammatikunterricht neben den deutschen auch lateinische Begriffe verwendet. Am Ende der Grundschulzeit sollen alle Schüler mit den nachfolgend aufgelisteten Grammatikthemen und Begriffen vertraut sein (siehe auch Richtlinien und Lehrpläne S. 35"Verbindliche Fachbegriffe - Klassen 1 bis 4).
Verbindliche Fachbegriffe (laut Lehrplan Deutsch und eigenen curricularen Entscheidungen der Schule):
-
Wort
- Buchstabe , Laut, Selbstlaut / Vokal, Mitlaut / Konsonant, Umlaut, Silbe
- verwandte Wörter / Wortfamilie - Wortstamm, Wortbaustein
- Wortarten: Nomen, Verben, Adjektive, Pronomen, Artikel, Konjunktionen
- Artikel: bestimmter Artikel - unbestimmter Artikel
- Nomen: Einzahl und Mehrzahl / Singular und Plural
- abgeleitete Nomen mit den Endungen -nis, -heit, -keit und -ung
- Pronomen als Stellvertreter von Nomen
- Verben: Grundform / Infinitiv - gebeugte Form
- Zeitstufen der Verben: Präsens, Perfekt, Präteritum (nur Aktiv-Form)
- Adjektive in Grundform und Steigerungsform
- abgeleitete Adjektive ( z. B. mit der Endung -bar )
-
Satz
- Satzschlusszeichen: Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen
- weitere Satzzeichen: Komma, Doppelpunkt, Redezeichen
- Satzarten: Aussagesatz, Ausrufesatz, Fragesatz
- wörtliche Rede (mit den Satzzeichen)
- Satzglied 1: Subjekt
- Satzglied 2: Prädikat (einteilig und mehrteilig)
- Satzglied 3: Objekte (Ergänzungen / eingliedrig und mehrgliedrig
- Zeitstufen (Erzählzeiten) Vergangenheit / Gegenwart / Zukunft)
-
Text
- Textformen: Geschichte, Beschreibung, Sachtext, Comic, Märchen, Lexikonartikel
- Textteile: Überschrift, Zeile, Abschnitt, Strophe,
- Buch: Kinderbuch, Lexikon, Autor/Autorin, Verlag, Titel, Inhaltsverzeichnis, Kapitel
- elektronische Texte: Internet, Homepage, E-Mail, CD-ROM
-
Situation
- Sprecherin / Sprecher, Hörerin / Hörer; Schreiberin / Schreiber; Leserin / Leser
3.2.2.5 Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung im Fach Deutsch
Das Schulgesetz schreibt vor, dass bereits bei der Versetzung von der Schuleingangsstufe in die Klasse 3 eine Leistungsbewertung in Form von Zensuren in das Versetzungszeugnis aufgenommen werden muss. Kinder, die nach dem zweiten Schulbesuchsjahr ein weiteres Jahr in der Schuleingangsphase verbleiben, erhalten keine Zensuren. Aufgrund dieser Vorschriften müssen die Kinder der 2. Jahrgangsstufe an die Leistungsbewertung herangeführt werden. Der Weg zu den Noten wird von benoteten und unbenoteten, gemeinsamen und individuellen Lernstandserhebungen sowie mündlichen, praktischen und schriftlichen Beiträgen begleitet. Aufgrund der Vereinbarungen in der Fachkonferenz werden im Bereich Sprachhandeln mindestens drei Texte pro Schulhalbjahr in den Klassen 2, 3 und 4 geschrieben.
Zur Überprüfung weiterer Teilfähigkeiten des Faches Deutsch werden ferner kombinierte Lernzielkontrollen vorgenommen, die sich aus folgenden Aufgaben zusammensetzen können:
- Nachdenkaufgaben
- Korrekturaufgaben
- Aufgaben zum Überarbeiten eines Textes
- kompetenzorientierte Leistungsüberprüfungen im Bereich Lesen
- Aufgaben aus dem Bereich Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
Teilzensuren und Gesamtzensur im Fach Deutsch
Die Unterteilung des Lehrplans Deutsch passt nicht zu den zu erteilenden Zensuren im Zeugnis. Die Wichtung der einzelnen Teilbereiche zur Ermittlung der Gesamtzensur ist nicht geregelt. Die GS Netphen hat deshalb in ihren Mitwirkungsgremien im Rahmen der Diskussionen um dieses Schulprogramm beschlossen, mit welchen Anteilen die verschiedenen Teilleistungen in die Gesamtzensur eingehen.
Dabei wurden folgende Beschlüsse gefasst:
Lesen
Die Zeugniszensur "Lesen" beinhaltet die Gesamtleistung im Lernbereich "Lesen - mit Texten und Medien umgehen".
Dies ist ein komplexer Lernbereich mit mehreren Schwerpunkten. Die Gesamtzensur Lesen setzt sich an der GS Netphen wie folgt zusammen:
- Lesefähigkeiten und Leseerfahrungen 10%
- Präsentation von Texten 15%
- Der Umgang mit Medien 15%
- Texterschließung und Nutzung von Lesestrategien 60%
Leistungsmessung in der Schuleingangsphase
Die durch Zensuren qualifizierende Leistungsbeurteilung wird in der Schuleingangsphase erst im 2. Halbjahr notwendig. Um die Kinder an "Testsituationen" heranzuführen, werden jedoch schon ab dem ersten Halbjahr kurze Tests (mindestens drei pro Halbjahr) durchgeführt, mindestens einer davon standortübergreifend und zeitgleich (innerhalb einer Woche).
Diese Tests zielen überwiegend auf die Messung der Lesefähigkeit und der Texterschließung und beinhalten Aufgaben, die allen drei Anforderungsbereichen für die Schuleingangsphase zugeordnet werden können.
In der Schuleingangsphase haben jedoch die Unterrichtsbeobachtungen einen größeren Anteil bei der Findung der Gesamtzensur für die oben genannten Schwerpunkte. Sie bilden 60% der Zensur, die Testergebnisse nur 40 %
Leistungsmessung in den Jahrgangsstufen 3 und 4
In den Jahrgangsstufen 3 und 4 wird pro Halbjahr standortübergreifend und zeitgleich (innerhalb einer Woche) eine gemeinsam erarbeitete schriftliche Arbeit zum Bereich "Texterschließung und Nutzung von Lesestrategien" geschrieben. Auch hier wird das Ergebnis dieser Arbeit in der Benotung des entsprechenden Schwerpunktes mit 40% berücksichtigt.
Die Aufgaben werden den drei Anforderungsbereichen zugeordnet und entsprechend steigend gewichtet:
-
Aufgaben aus Anforderungsbereich 1
- Wörter und Aussagen im Text wiederfinden
- einfach Verständnisfragen beantworten
-
Aufgaben aus Anforderungsbereich 2
- über den Lesetext verteilte Informationen finden und miteinander verknüpfen
- zentrale Aussagen eines Textes mit eigenen Worten wiedergeben
- Lesetexte/-aussagen ansatzweise beurteilen und eigene Gedanken dazu beisteuern
- Vorgegebene Lesestrategien meist sicher auswählen und anwenden
-
Aufgaben aus Anforderungsbereich 3
- über den Text verteilte Informationen finden und miteinander verknüpfen, auch wenn diese Informationen in der Aufgabenstellung weder wortreich noch sinngemäß vorkommen.
- komplexere Schlussfolgerungen ziehen und darstellen
- Texte angemessen beurteilen und eigene Gedanken dazu beisteuern
- Aussagen mit entsprechenden Textstellen belegen.
- Selbstständige Auswahl und Anwendung bekannter Lesestrategien
Das Lösen aller Aufgaben aus dem AB 1 genügt für die Note ausreichend. Schafft ein Kind zusätzlich viele Aufgaben des AB 2 oder des AB 3, verbessert sich die Zensur entsprechend.
Weitere Teilleistungsüberprüfungen können je nach Thematik unabhängig von einander von den einzelnen Lehrkräften durchgeführt werden.
Die Zeugnisteilzensur Lesen geht mit einer Gewichtung von 40% in die Gesamtzensur Deutsch ein.
Sprachgebrauch
Auch die Zensur für "Sprachgebrauch" beinhaltet die Leistungen mehrere Bereiche mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen An Wörtern Sätzen und Texten arbeiten
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprachen entdecken
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen grundlegende sprachliche Strukturen und Begriffe kennen und anwenden
- Sprechen und Zuhören Verstehend zuhören
- Sprechen und Zuhören Gespräche führen
- Sprechen und Zuhören zu anderen sprechen
- Sprechen und Zuhören szenisch spielen
- Schreiben Texte situations- und adressatengerecht verfassen
Die Gesamtzensur "Sprachgebrauch setzt sich an der GS Netphen in allen Jahrgangsstufen wie folgt zusammen:
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen 30%
- Sprechen und Zuhören 30%
- Schreiben - Texte situations- und adressatengerecht verfassen 40 %
Außerdem wird in den Jahrgangsstufen 2, 3 und 4 pro Halbjahr mindestens eine gemeinsam erarbeitete schriftliche Arbeit standortübergreifend und zeitgleich (innerhalb einer Woche) zum Bereich "Texte verfassen" geschrieben.
Das Ergebnis dieser Arbeit wird in der Benotung des entsprechenden Schwerpunktes mit 40% berücksichtigt.
Klassenarbeit in den Jahrgangsstufen 3 und 4 zum Bereich "Texte verfassen"
Zu jedem Text werden sprachliche und inhaltliche Schreibkriterien erarbeitet, die zu gleichen Teilen bewertet werden. Den Kriterienkatalog dürfen die Kinder für ihren Text benutzen.
In Klasse 3 werden die Texte von der Lehrkraft mit Überarbeitungstipps versehen und von den Kindern anschließend noch einmal überarbeitet. Die Erstfassung und die Überarbeitung werden zu gleichen Teilen bewertet.
In Klasse 4 erhalten die Schülerinnen und Schüler keine Überarbeitungstipps durch die Lehrer, sondern überarbeiten ihre Texte mit Hilfe eines Kriterienkatalogs und dem Wörterbuch selbstständig.
Rechtschreiben
Das Erlernen der Rechtschreibung ist integrativer Bestandteil mehrerer Bereiche und Schwerpunkte (Über Schreibfertigkeiten verfügen / Richtig schreiben).
Rechtschreibung verlangt methodische Kompetenzen wie Abschreibtechniken, sachgerechtes Nutzen eines Wörterbuches; Kenntnis und Anwendung von Rechtschreibregeln in eigenen und fremden Texten.
Dennoch wird dafür im Zeugnis eine gesonderte Zensur erteilt. Zur Benotung werden alle im Unterricht erbrachten Leistungen sowie die Ergebnisse einer gesonderten schriftlichen Arbeit herangezogen.
Vereinbarungen für die Schuleingangsphase
Voraussetzung für eine Bewertung der schriftlichen Leistungen ist, dass die Kinder formklar in Druckschrift oder Schreibschrift schreiben. Falls diese Voraussetzung nicht gegeben ist, nehmen die Kinder an dem Test nicht teil.
Diktate werden nicht zur Leistungsbewertung in der Rechtschreibung herangezogen. Sehr wohl können Diktate jedoch geschrieben werden, um den Leistungsstand der Kinder zu beobachten und um daraus Fördermöglichkeiten zu entwickeln.
Die Leistungsbewertung im Schwerpunkt "Richtig schreiben" setzt sich aus kombinierten Lernzielkontrollen, dem Bild-Wort-Test und Überprüfungen zu bestimmten Rechtschreibmustern (Bild-Satz-Test) (eu, ch, st…) zusammen.
Der Bild-Wort-Test wird zweimal pro Halbjahr geschrieben.
Dreimal im Halbjahr werden Überprüfungen zu Rechtschreibmustern durchgeführt.
Zusätzlich wird im 2. Schulhalbjahr eine Teilleistungsarbeit zum Alphabet geschrieben - Nachschlagen mit dem Wörterbuch.
Ferner ist es möglich, Arbeiten zur Leistungsmessung für die Bereiche Lesen und Schreiben zu kombinieren.
Vereinbarungen für die Jahrgangsstufen 3 und 4
In den Jahrgangstufen 3 und 4 wird pro Halbjahr eine kombinierte Arbeit zu den Bereichen "Rechtschreiben" und "Sprache und Sprachgebrauch geschrieben.
Auch diese gemeinsam erarbeitete schriftliche Arbeit wird standortübergreifend und zeitgleich (innerhalb einer Woche) geschrieben.
Ihre Benotung gliedert sich in zwei Teilzensuren.
Das Ergebnis der Arbeit wird in der Benotung des entsprechenden Schwerpunktes (Rechtschreiben) mit 40% berücksichtigt.
Der Anteil des 2. Teils "Sprache und Sprachgebrauch" wird in diesem Schwerpunkt mit 40% berücksichtigt.
Die Rechtschreibzensur geht mit einem Anteil von 20 % in die Gesamtzensur Deutsch ein.
Die Gesamtzensur Deutsch setzt sich danach wie folgt zusammen:
- Rechtschreibung: 20%
- Sprachgebrauch 40%
- Lesen 40 %
Die GS Netphen hat ein schuleigenes Curriculum erarbeitet, das die bisher beschriebenen Kompetenzerwartungen auf die einzelnen Jahrgangsstufen verteilt. Die Auflistungen geben einen Überblick. Detaillierte Auflistungen sind in den voran stehenden Kapiteln zu finden.
Deutsch: Aufgabenschwerpunkte in den Jahrgangsstufen
Tabellarische Form zum Download
Jahrgang 1 und 2
- Sprechen und Zuhören
- Erlebnisse und Geschichten erzählen (Erzählkreis)
- einfache Gesprächsregeln entwickeln und einhalten
- Verständlich und in angemessener Lautstärke sprechen
- kleine Rollen spielen
- Lesen - mit Texten / Medien umgehen
- aus Bücherkisten, Klassen- und Schulbücherei Texte zum eigenen Lesen auswählen
- kurze Texte auswendig vortragen (Gedichte)
- Ganzschriften lesen (2 Stück)
- Nutzen von Medien (Computer)
Jahrgang 1
- Schreiben (Rechtschreiben)
- Aufbau und Erwerb einer gesicherten Laut-Buchstaben-Beziehung mit Hilfe einer Anlauttabelle und gezielten Hör-, Seh- und Schreibübungen
- Wortgrenzen erkennen und einhalten
- Einfache Wörter richtig abschreiben, dabei Abschreibtechnik bewusst nutzen (Sommer-Stumpenhorst)
- Wörter nach Silben durchgliedern
- Freies Schreiben von Wörtern und kleinen Texten
- Erwerb der Druckschrift
- Individueller Rechtschreibplan (Sommer-Stumpenhorst und Leßmann - Boxen)
- Schreiben (Texte)
- Freies Schreiben eines lautgetreuen Wortes oder eines Satzes
- Angeleitetes Schreiben einzelner Wörter oder Sätze
- Lesen - mit Texten / Medien umgehen
- Kurze Sätze erlesen und danach handeln (z.B. Arbeitsanweisung)
- Kurze altersgemäße Texte erlesen und vorlesen
Jahrgang 2
- Schreiben (Rechtschreiben)
- Ordnen nach dem ABC
- Wort- und Satzgrenzen
- Umlaute, Diphthong
- Satzbildung, Satzschlusszeichen, Großschreibung am Satzanfang
- Texte richtig abschreiben, dabei Abschreib- und Korrekturtechniken bewusst anwenden (Sommer-Stumpenhorst)
- Silben, Reimbildung
- Großschreibung bei Nomen, Sp / St ... (Buchstabenverbindungen) im Anlaut
- Freies Schreiben von eigenen Texten
- Erwerb der Schreibschrift VA
- Individueller Rechtschreibplan (Sommer-Stumpenhorst und Leßmann - Boxen)
- Schreiben (Texte)
- Freies Schreiben von Texten
- Angeleitetes Schreiben von Texten
- erste Überarbeitung von Texten unter Anleitung (Wörterbuch, und Nutzung von Schreibtipps wie abwechslungsreiche Satzanfänge, ausschmückende Adjektive, Einleitung- Hauptteil- Schluss ...), Anbahnung erster Schreibkonferenzen
- Sätze zu Text ordnen, dabei zeitlich Abfolge einhalten
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
- Nomen mit Artikel - Singular und Plural (Markierungsfarbe: schwarz)
- Artikel/Begleiter (bestimmt - unbestimmt) (Markierungsfarbe: hellblau)
- Verben - Personalformen (Markierungsfarbe: rot)
- Adjektive, Gegensätze - Wortarten (Markierungsfarbe: dunkelblau)
- Zusammengesetzte Nomen
- Lesen - mit Texten / Medien umgehen
- altersgemäße Texte sinnentnehmend Lesen (Textverständnis)
- sinngestalteter Lesevortrag bekannter Texte
- Sprechen und Zuhören
- über eigene Befindlichkeiten und Gefühle sprechen
- eigene Ideen einbringen, sich zu Gedanken anderer äußern
- situationsangemessen sprechen
- einfache Sachverhalte verständlich darstellen
Jahrgang 3 und 4
- Schreiben (Rechtschreiben)
- Nachschlagen üben
- Abschreib- und Korrekturtechniken anwenden
- Silbentrennung
- langer und kurzer Vokal
- Ableiten: ä von a, äu von au
- Verlängern
- Verdoppeln von Konsonanten
- Schärfung der Konsonanten k (ck) und z (tz) und Besonderheiten
- Dehnung (ie, Dehnungs-h, Doppelvokale aa, ee, oo)
- Wortbausteine
- besondere Wörter (Spezialfälle)
- individueller Rechtschreibplan (Sommer-Stumpenhorst, Leßmann-Boxen, Orthografikus)
- Schreiben (Texte)
- Texte verfassen
- Textkriterien zu verschiedenen Textsorten erarbeiten und diese anwenden lernen
- Überarbeitungsmethoden textbezogen anwenden
- (Schreibkonferenzen, Schreibtipps beachten und anwenden)
- Lesen - mit Texten und Medien umgehen
- Methoden zur Texterschließung kennenlernen und anwenden (Markieren, Fragen,…)
- sinnentnehmendes Lesen (Textverständnis)
- Texte angemessen vortragen lernen (Lesetempo, Betonung, genaues Lesen, sinngestaltendes Lesen)
- Bücherei nutzen
- Ganzschriften lesen (mindestens eine pro Schuljahr)
- selbstvergessenes Lesen (freie Lesezeit)
- Nutzen von Medien (Computer)
- Sprechen / Zuhören
- Gesprächsregeln gemeinsam festlegen und anwenden
- Erzählkreis
- verschiedene Erzähltechniken kennenlernen und anwenden (z.B. roter Faden, Stichwörter, Cluster,...)
- Klassenrat (miteinander demokratisch sprechen)
Jahrgang 3
- Schreiben (Rechtschreiben)
- Satzgrenzen
- Satzschlusszeichen
- Groß- und Kleinschreibung im Satz (Wortarten)
- wörtliche Rede (Begleitsatz vorne)
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
- Zeitstufen und Zeitformen (Präsens und Präteritum)
- Wortarten vertiefen
- Satzglieder (Umstellprobe)
- Subjekt (blau) und Prädikat (rot)
- Pronomen
- zusammengesetzte Nomen
Jahrgang 4
- Schreiben (Rechtschreiben)
- Kommasetzung (Aufzählungen, Konjunktionen)
- wörtliche Rede (Begleitsatz vorne, mittig und hinten)
- Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
- Zeitstufen und Zeitformen (Präsens, Präteritum, Perfekt, Futur)
- Konjunktionen und Präpositionen
- Satzglieder (Umstellprobe)
- Subjekt (blau) und Prädikat (rot), Objekt (grün)
- die vier Fälle des Nomens
In Anlehnung daran erarbeitete die GS Netphen Beobachtungsformulare, die gleichzeitig auch als Förderpläne verwendet werden
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Sprachgebrauch / Jahrgangsstufe 2
| Texte | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Texte in sinnvoller Reihenfolge verfassen | |||||
| Kann Texte unter Beachtung erster Schreibkriterien verfassen | |||||
| Kann Texte unter Anleitung überarbeiten | |||||
| Kann in Schreibkonferenzen gegebene Tipps zur Überarbeitung sinnvoll nutzen |
| Sprache und Sprachgebrauch untersuchen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann grundlegende Fachbegriffe (Nomen, Artikel, Verb, Adjektiv) verwenden | |||||
| Kann in Texten die Wortarten finden und unterscheiden | |||||
| Setzt die Satzschlusszeichen sinnvoll ein | |||||
| Kann Wörter nach dem ABC ordnen |
| Sprechen und Zuhören | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Gesprächsregeln einhalten | |||||
| Kann auf den Vorredner eingehen | |||||
| Kann sich themenbezogen an Gesprächen beteiligen | |||||
| Bringt weiterführende, interpretierende oder beurteilende Beiträge | |||||
| Beteiligt sich regelmäßig an Gesprächen | |||||
| Kann Erlebnisse verständlich und zusammenhängend schildern |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Lesen / Jahrgangsstufe 2
Texterschließung und Nutzung von Lesestrategien:
| Strategien | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Wörter und Aussagen im Text wiederfinden. | |||||
| Kann Leseerwartungen benennen | |||||
| Kann zentrale Aussagen wiedergeben. | |||||
| Kann Gedanken oder Gefühle zu Texten äußern |
| Lesefähigkeit | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Fragen zum Text beantworten. | |||||
| Kann einfache schriftliche Arbeitsanweisungen umsetzen. | |||||
| Kann Texte interessenbezogen auswählen |
| Leseerfahrungen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kennt verschiedene Textsorten | |||||
| Kennt Werke, Autoren, Figuren aus der Kinderliteratur und spricht darüber. |
| Präsentation von Texten | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann kurze bekannte Texte vorlesen (Tempo, Genauigkeit, Klangestaltung) | |||||
| Wirkt bei Aufführungen mit | |||||
| Kann Gedichte auswendig lernen und vortragen |
| Der Umgang mit Medien | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann unter Anleitung Informationen in Medien finden | |||||
| Tauscht sich über persönliche Medienerfahrungen aus |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Sprachgebrauch / Jahrgangsstufen 3 und 4
| Texte | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Texte verfassen | |||||
| Kann Textkriterien verschiedenen Textsorten zuordnen | |||||
| Kann Schreibkonferenzen sowie weitere Hinweise/Tipps zur Überarbeitung sinnvoll nutzen |
| Sprache und Sprachgebrauch untersuchen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Zeitstufen und Zeitformen untersuchen und anwenden | |||||
| Kann Wortarten untersuchen und nutzen | |||||
| Kann Satzglieder erkennen, benennen und umstellen | |||||
| Kann grundlegende Fachbegriffe verwenden | |||||
| Kann sprachliche Merkmale auf ihre Wirkungen mit unterschiedlichen kommunikativen Absichten untersuchen |
| Sprechen und Zuhören | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Gesprächsregeln einhalten | |||||
| Kann verstehend zuhören | |||||
| Kann sich themenbezogen an Gesprächen beteiligen | |||||
| Kann Anliegen und Konflikte angemessen diskutieren und Lösungen finden | |||||
| Kann verschiedene Erzähltechniken anwenden (Cluster, Stichworte, ...) | |||||
| Kann Erlebnisse verständlich und zusammenhängend schildern |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Lesen / Jahrgangstufen 3 und 4
Texterschließung und Nutzung von Lesestrategien:
| Strategien | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Wörter und Aussagen im Text wiederfinden. | |||||
| Kann Verständnisfragen beantworten. | |||||
| Findet über den Text verteilt Informationen und verknüpft diese | |||||
| Kann zentrale Aussagen wiedergeben | |||||
| Kann Texte/Aussagen beurteilen und steuert eigene Gedanken dazu bei | |||||
| Kann komplexere Schlussfolgerungen ziehen und darstellen | |||||
| Kann Aussagen mit Textstellen belegen | |||||
| Kann Lesestrategien auswählen und anwenden |
| Lesefähigkeit | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Gelesenes wiedergeben | |||||
| Kann komplexe schriftliche Arbeitsanweisungen umsetzen | |||||
| Kann eine interessenbezogene Auswahl von Texten begründen |
| Leseerfahrungen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Hat Kenntnis über unterschiedliche Textgattung. | |||||
| Kennt Werke, Autoren, Figuren aus der Kinderliteratur | |||||
| Kann das Gelesene dokumentieren. |
| Präsentation von Texten | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann kriteriengeleitet vorlesen (Tempo, Genauigkeit, Klangestaltung) | |||||
| Kann Bücher kriterienorientiert vorstellen | |||||
| Wirkt bei Aufführungen mit | |||||
| Kann Gedichte auswendig lernen und vortragen |
| Der Umgang mit Medien | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Druck- und elektronische Medien sinnvoll nutzen | |||||
| Kann eigene Medienbeiträge gestalten | |||||
| Kann Buch- und Filmfassungen miteinander vergleichen | |||||
| Kann Medien kritisch bewerten |
Kompetenzerwartungen im Bereich Rechtschreiben / Jahrgangstufen 3 und 4
Bewertungsliste Deutsch- Rechtschreiben
| Der Umgang mit Medien | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Bemüht sich um richtige Schreibung und Sicherheit | |||||
| Kann Texte fehlerfrei abschreiben | |||||
| Kann Wörter und eigene Texte normgerecht schreiben | |||||
| Kennt Rechtschreibstrategien | |||||
| Kann RS- Strategien für eigene Texte nutzen | |||||
| Nutzt eingeführte Übungsmethoden und Korrekturtechníken |
3.2.3. Mathematik (Evaluierte Version 2010)
3.2.3.1. Didaktisch-methodische Prinzipien
Der Unterricht im Fach Mathematik orientiert sich an den neuen Richtlinien und Lehrplänen aus dem Jahr 2008. Die Fachkonferenz Mathematik erarbeitete besondere Schwerpunkte, die seitdem kontinuierlich evaluiert und fortgeschrieben werden. Im Vordergrund stehen das aktiv - entdeckende und das soziale Lernen. Dabei wird davon ausgegangen, dass jedes Kind seine eigenen Fähigkeiten besitzt und auf seinen persönlichen Lernwegen zu Erfolgen gelangen kann. Es wird für alle Lernbereiche im Fach Mathematik angestrebt, dass Kinder lernen, ihre verschiedenen Lernwege selbst zu bestimmen. Der Weg zum Ziel soll eine entscheidende Rolle spielen. Fächerübergreifendes Lernen hilft in Zusammenhängen zu denken, erworbene Kompetenzen in vielfältigen Situationen des Alltages zu nutzen und auf neue Erfordernisse zu transferieren. Auf diese Weise wird die Grundlage für das Mathematiklernen in den weiterführenden Schulen und für die lebenslange Auseinandersetzung mit mathematischen Anforderungen des täglichen Lebens geschaffen.
Der Lehrplan Mathematik beinhaltet verschiedene fachbezogene Kompetenzen. Diese unterteilen sich in prozessbezogene und inhaltsbezogene Kompetenzen. Sie sind stets miteinander verzahnt und für die mathematischen Entwicklungsprozesse der Kinder in ihrer Bedeutung gleichwertig.
3.2.3.2. Prozessbezogene Kompetenzen
Neben den inhaltlichen Kompetenzen sind folgende prozessbezogene Kompetenzen wichtig:
- Problemlösen/ kreativ sein
- Die Kinder setzen sich kreativ mit mathematischen Problemen auseinander und suchen nach Lösungen.
- Modellieren:
- Die Kinder wenden ihr mathematisches Wissen auf konkrete, alltägliche Aufgabenstellungen an und reflektieren die gewonnenen Ergebnisse mit der Wirklichkeit (Beispiel Flohmarkt).
- Argumentieren:
- Die Kinder erklären und begründen Vermutungen und mathematische Zusammenhänge oder vollziehen diese nach.
- Darstellen/ Kommunizieren:
- Die Kinder stellen eigene Gedanken zu mathematischen Zusammenhängen nachvollziehbar dar und besprechen diese zunächst umgangssprachlich, zunehmend aber mit Fachbegriffen.
3.2.3.3. Inhaltsbezogene Kompetenzen
Die prozessbezogenen Kompetenzen werden erworben bei der Erarbeitung der inhaltsbezogenen Kompetenzen. Der Lehrplan gibt dafür Aufgabenschwerpunkte für einzelnen Schuljahre vor.
Alle Lerninhalte aus den Bereichen Zahlen und Operationen, Raum und Form, Größen und Messen sowie Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten werden nach dem Prinzip des Spiralcurriculums von Klasse 1 an vertieft und weitergeführt. Laut Lehrplan (vgl. dazu Lehrpläne ab S. 61) sind folgende Aufgabenschwerpunkte in den einzelnen Schuljahren vorgesehen:
3.2.3.3.1. Aufgabenschwerpunkte in der Schuleingangsphase
Der Mathematikunterricht setzt in der Schuleingangsphase bei den schon vorhandenen individuellen Kompetenzen der Kinder an. Außerdem wird ihnen von Anfang an die Zieltransparenz über die Inhalte der kommenden Schuljahre nahe gebracht, soweit sie ihnen schon verständlich ist.
Zahlen und Operationen:
Jahrgang 1
- Zahlvorstellung
- Zusammenhänge herstellen von Menge zu Zahl
- kennenlernen der Zahlen von 1 bis 20
- erste Orientierung im Zahlenraum bis 20
- Ausblick auf den Hunderterraum (Minieinmaleins)
- Operationsvorstellung
- Strukturierung des Zahlentraumes bis 20 mithilfe des Abaco, der Rechenkette und der Zahlen am Körper
- Schnelles Kopfrechnen
- beziehungsreiches Üben
- Ausblick auf den Hunderterraum (Minieinmaleins)
- Zahlenrechnen
- Einführung in die Addition (Sachsituationen erzählen: Plusaufgaben ableiten und lösen)
- Einführung in die Subtraktion (Minusaufgaben beschreiben und lösen)
- beziehungsreiches Üben
- Flexibles Rechnen
- die Kraft der Fünf
Jahrgang 2
- Zahlvorstellung
- Erweiterung und Orientierung des Zahlenraumes bis 100 (Hunderterfeld Hundertertafel, Hunderterreihe)
- entdecken der Struktur des Zehnersystems (Prinzip der Bündelung, Stellenwertschreibweise)
- strukturiertes Zählen am konkreten Material (Zehnersystemblöcke, Eierkarton)
- Operationsvorstellung
- strukturiertes Zählen am konkreten Material (Zehnersystemblöcke, Eierkarton)
- lernen den Umgang mit Fachbegriffen kennen (plus, minus, mal, geteilt)
- Aufgaben in der Umwelt (Umkehrbarkeit, Kommutativgesetz)
- Schnelles Kopfrechnen
- Malaufgaben in der Umwelt (Kleines Einmaleins automatisierend lernen, Rechnen von Kernaufgaben, Teilen mit Rest)
- Zahlenrechnen
- Addition und Subtraktion im Hunderterraum (Zahlen in der Umwelt)
- beziehungsreiches Üben (Tauschaufgaben, Umkehraufgaben, Ergänzungsaufgaben, Wege auf der Hundertertafel, Umkehrzahlen
- Überschlagsrechnen
- Anzahlen und Längen schätzen zur Orientierung
- Flexibles Rechnen
- eigene Strategien zur Addition und Subtraktion nutzen (stellenweise, schrittweise, Hilfsaufgabe)
Raum und Form
Jahrgang 1
- Raumorientierung und Raumvorstellung
- Lagebeziehung (Alltagssituationen nachstellen, einfache Pläne und Tabellen lesen, Wege beschreiben)
- Ebene Figuren
- Stempeln und zählen mit Bauklötzen von geometrischen Formen
- Formen in der Umwelt anhand von Verkehrszeichen
- herstellen von Figuren durch falten, schneiden, legen (Tangram)
- verwenden Fachbegriffe wie "Ecke" und "Seite"
- Körper
- Kugeln erkennen
- geometrische Formen in der Umwelt wahrnehmen und Eigenschaften analysieren
- Umrisse zeichnen und zuordnen
- Symmetrie
- schöne und lineare Muster erfinden, legen und zeichnen
- mit dem Spiegel probieren und Bilder verändern, Punktemuster mit möglichst vielen Anzahlen herstellen
- Muster an der Spiegelachse spiegeln (Erfahrungen sammeln)
- Zeichnen
- Muster fortsetzen und zeichnen
Jahrgang 2
- Raumorientierung und Raumvorstellung
- Lagebeziehung (Länge der Wege bestimmen, einfache Pläne und Tabellen lesen, Wege differenzierter beschreiben)
- Ebene Figuren
- setzen einfache Muster fort (Ornamente zeichnen, Parkettierung)
- herstellen von Körpern (Tangram)
- Körper
- Quader, Würfel und Kugeln erkennen, benennen und bauen
- Symmetrie
- Erfahrungen zu Spiegelsymmetrie sammeln
- weitere Erfahrungen mit Achsensymmetrie
- erspiegeln von Mustern
- Zeichnen
- Muster aus der Umwelt fortsetzen
- Ornamente, Formen zeichnen
- Schulung des Freihandzeichnens
Größen und Messen
Jahrgang 1
- Größenvorstellung und Umgang mit Größen: Längen
- Längen ungefähr ausmessen (eigene Körpermaße)
- Meterstäbe herstellen und Längen ungefähr ausmessen
- Notwendigkeit normierter Maße thematisieren
- Größenvorstellung und Umgang mit Größen: Geld
- Geld kennen- und zählen lernen (Euro)
- Beträge bis 20 Euro bestimmen
- mit glatten Eurobeträgen rechen
- berechnen des Rückgeldes
- Größenvorstellung und Umgang mit Größen: Uhrzeit
- Tageszeiten
- volle Stunde ablesen
- Sach-/ Bildsituationen
- Preistabellen
- berechnen von Fahrpreisen
- Projekt: Flohmarkt (kaufen und verkaufen)
- fertigen Skizzen zu Rechengeschichten und Bildsachaufgaben an
Jahrgang 2
- Größenvorstellung und Umgang mit Größen: Längen
- lernen Längenmaße kennen (m und cm)
- Längen schätzen und messen
- Maße am Körper
- messen mit adäquaten Messgeräten
- Größenvorstellung und Umgang mit Größen: Geld
- Einführung aller Euroscheine
- Abkürzung von Euro und Cent
- wechseln von Geldbeträgen
- Größenvorstellung und Umgang mit Größen: Uhrzeit
- Tag und Stunden
- Stunden und Minuten
- Unterteilung einer Stunde in Viertelstunden
- Zeitspannen bestimmen
- Tages- und Jahresablauf
- Woche
- Ausblick auf Klasse 3: Gewichte
- Sach-/ Bildsituationen
- Preistabellen
- berechnen von Fahrpreisen
- Pflanzen messen
- Projekt: Flohmarkt (kaufen und verkaufen)
- Geldautomat (Wechseln von Geldbeträgen)
- fertigen Skizzen zu Rechengeschichten und Bildsachaufgaben an
Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten
Jahrgang 1 und 2
- Daten und Häufigkeiten
- sammeln Daten
- Ergebnisse in Strichlisten festhalten
- Anzahlerfassung mithilfe von Strichlisten
- Plättchen werfen
- aus Kalendern, Diagrammen und Tabellen ziehen sie Daten und nutzen sie zur Beantwortung mathematischer Fragen (Fahrpreistabelle, Busfahrplan, Fußballergebnisse aus Tabellen entnehmen, Gesamtanzahlen berechnen und vergleichen)
- Wahrscheinlichkeiten
- Plättchen werfen
3.2.3.3.2. Aufgabenschwerpunkte in den Klassen 3 und 4
Zahlen und Operationen
Jahrgang 3
- Orientierung im Zahlenraum bis 1000 (Zahlenstrahl, Tausenderbuch, verschiedene Zahldarstellungen, Stellenwerttafeln)
- Hunderterübergang
- halbschriftliche Addition und Subtraktion
- schriftliche Addition und Subtraktion
- halbschriftliche Multiplikation und Division mit Zehner- und Hunderterzahlen
- Umkehroperationen
- Lösungswege wählen, begründen und bewerten
- schnelles und sicheres Kopfrechnen
Jahrgang 4
- Orientierung im Zahlenraum bis 1 Mio. (Zahlenstrahl, verschiedene Zahldarstellungen, Stellenwerttafeln)
- Tausenderübergang
- schriftliche Multiplikation und Division
- Anwendung und Übung der schriftlichen Rechenverfahren im Zahlenraum bis 1 Mio.
- Vielfache und Teilbarkeitsregeln
- schnelles und sicheres Kopfrechnen
- Taschenrechner
Raum und Form
Jahrgang 3
- Körper betrachten, beschreiben und darstellen
- Raumvorstellung entwickeln (Baupläne, Piktogramme, Quader-City, Steckwürfel, Quadernetze und Würfelnetze herstellen und untersuchen
- ebene Figuren zerlegen, vergleichen und ergänzen
- Parallelen, Senkrechte, Geraden, rechter Winkel, Muster
- erster Umgang mit Zeichengeräten (Geodreieck und Lineal), Figuren nach Vorgabe zeichnen (auch: Vergrößern/ Verkleinern)
- Achsensymmetrie/ Spiegeln
Jahrgang 4
- Körpereigenschaften vertiefen
- Raumvorstellung vertiefen (mit Quader- und Würfelnetzen experimentieren, Kopfgeometrie schulen, Schrägbilder zeichnen, Baupläne zu Schrägbildern lesen)
- Flächeninhalte und Umfang ebener Figuren ermitteln, Anwendung der erlernten Fachbegriffe
- geometrische Figuren mit Geodreieck und Zirkel zeichnen (achsensymmetrische Figuren, drehsymmetrische Figuren, Kreismuster)
- Maßstab
Größen und Messen
Jahrgänge 3 und 4
- Größen
- Längenangaben (mm, cm, m, km)
- Gewichte (g, kg, t)
- Rauminhalte (ml, l)
- Geld
- Zeit/ Zeitspannen
- Kommaschreibweisen
- Sachsituationen
- Überschläge anwenden
- Tabellen, Diagramme, Strichlisten vergleichen, aufstellen und bewerten
- mathematische Texte analysieren
- Kenntnisse zur Lösung alltäglicher mathematischer Probleme nutzen
- mathematische Zusammenhänge auf Sachzusammenhänge transferieren
- Rechengeschichten schreiben und lösen
Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten
Jahrgänge 3 und 4
- Glücksräder
- Wahrscheinlichkeiten beim Würfeln
- einfache kombinatorische Aufgaben
- Daten sammeln, darstellen und auswerten
- die Wahrscheinlichkeit einfacher Ereignisse beschreiben
3.2.3.4. Leistungsmessung und Leistungsbewertung
Im Beurteilungsbereich "Schriftliche Arbeiten" werden in den Klassenarbeiten sowohl inhaltsbezogene wie auch prozessbezogene Kompetenzen überprüft.
Der Beurteilungsbereich "Sonstige Leistungen im Unterricht" umfasst alle im Zusammenhang mit dem Unterricht erbrachten mündlichen, schriftlichen und praktischen Leistungen. Als Leistungen werden nicht nur Ergebnisse, sondern auch Anstrengungen und Lernfortschritte bewertet. Auch in Gruppen erbrachte Leistungen und soziale Kompetenzen sind zu berücksichtigen.
3.2.3.4.1. Beurteilungskriterien
In Bezug auf inhaltsbezogene und prozessbezogene Kompetenzen werden folgende fachspezifische Beurteilungskriterien zugrunde gelegt:
- Verständnis von mathematischen Begriffen und Operationen
- Schnelligkeit im Abrufen von Kenntnissen
- Sicherheit im Ausführen von Fertigkeiten
- Richtigkeit bzw. Angemessenheit von Ergebnissen bzw. Teilergebnissen
- Flexibilität und Problemangemessenheit des Vorgehens
- Fähigkeit zur Nutzung vorhandenen Wissens und Könnens in ungewohnten Situationen
- Selbstständigkeit und Originalität der Vorgehensweisen
- Fähigkeit zum Anwenden von Mathematik in lebensweltlichen Aufgabenstellungen
- Schlüssigkeit der Lösungswege und Überlegungen
- mündliche und schriftliche Darstellungsfähigkeit
- Ausdauer beim Bearbeiten mathematischer Fragestellungen
- Fähigkeit zur Kooperation bei der Lösung mathematischer Aufgaben
3.2.3.4.2. Gestaltung und Bewertung von schriftlichen Leistungsüberprüfungen
Zur Gestaltung und Bewertung der Leistungsüberprüfung wurden die nachfolgend dargestellten Beschlüsse getroffen. Sie sollen sicherstellen, dass in allen Klassen und Jahrgangsstufen die erreichten Lernziele anhand zumindest ähnlicher Anforderungen überprüft werden.
Die Aufgaben werden drei Anforderungsbereichen zugeordnet und entsprechend steigend gewichtet:
- Aufgaben aus Anforderungsbereich 1
- routinierte Wiedergabe bereits erworbenen Grundwissens
- Aufgaben aus Anforderungsbereich 2
- Verfügbarkeit von zurückliegenden Stoffgebieten anwenden und mit neuen Sachverhalten verknüpfen
- Aufgaben aus Anforderungsbereich 3
- erworbenes Wissen transferieren und für eigene Lösungswege nutzen
Ab der 2. Jahrgangsstufe im 2. Halbjahr werden pro Halbjahr standortübergreifend und zeitnah (innerhalb einer Woche) mindestens 3 gemeinsam erarbeitete schriftliche Arbeiten geschrieben.
Die Überprüfung dient der Messung des Leistungsstandes der Schülerinnen und Schüler sowie der Rückmeldung an die Lehrkräfte.
Unter Berücksichtigung der zu gewährleistenden Differenzierung orientiert sich der Aufbau einer schriftlichen Leistungsüberprüfung an folgenden Gesichtpunkten, die sich an den drei Anforderungsbereichen orientieren:
- formale Aufgaben aus dem letzten Stoffgebiet
- Sachaufgaben (davon mindestens eine Aufgabe mit Bezug auf das letzte Sachgebiet, wobei auch weiter zurückliegende Inhalte zur Lösung herangezogen werden müssen)
- Mindestens eine Aufgabe mit besonderem Anspruch an mathematisches Denken
Dabei ist der Anteil an Aufgaben aus Anforderungsbereich 1 so gewichtet, dass mit der Lösung dieses Teilgebietes eine noch ausreichende Leistung erbracht werden kann.
Der Umfang einer schriftlichen Leistungsüberprüfung sollte in der Regel so sein, dass die Klassenarbeit in 45 bis 90 Minuten zu bewältigen ist.
Für die Zensierung wurden, bezogen auf die Höchstpunktzahl, folgende Vereinbarungen getroffen:
| sehr gut | = bis 98 % aller Punkte |
| gut | >= bis 87 % aller Punkte |
| befriedigend | = bis 70 % aller Punkte |
| ausreichend | = bis 51 % aller Punkte |
| mangelhaft | = bis 30 % aller Punkte |
| ungenügend | = weniger als 30 % aller Punkte |
3.2.3.5. Mathematik - Zusatzangebote
Um für interessierte Schülerinnen und Schüler einen besonderen Anreiz zu bieten, werden nach Möglichkeit verschiedene Zusatzangebote im Bereich Mathematik angeboten wie beispielsweise die Mathematikolympiade, den Känguruwettbewerb der Mathematik und ähnliches.
3.2.3.6. Beobachtungsformulare und Föredrpläne
In Anlehnung an die Aufgabenschwerpunkte (vgl. 3.2.3.4/5) erarbeitete die GS Netphen Beobachtungsformulare, die gleichzeitig auch als Förderpläne verwendet werden.
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Zahlen und Operationen / Jahrgangsstufe 1
| Zahlen und Operationen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Anzahlen bis 10 erfassen. | |||||
| Kann Ziffern bewegungsrichtig schreiben. | |||||
| Kann Zahlen bis 10 zerlegen. | |||||
| Kann Anzahlen bis 20 erfassen. | |||||
| Kann Zahlenreihe vorwärts und rückwärts erfassen. | |||||
| Kann Zahlen bis 20 zerlegen. | |||||
| Kann Relationszeichen einsetzen (<, >, =). | |||||
| Kann Ordnungszahlen nutzen. | |||||
| Kann bis 10 addieren. | |||||
| Kann bis 10 ergänzen. | |||||
| Kann bis 10 subtrahieren. | |||||
| Kann verwandte Aufgaben lösen. | |||||
| Kann bis 20 addieren / einfache Aufgaben. | |||||
| Kann bis 20 addieren / schwere Aufgaben. | |||||
| Kann bis 20 subtrahieren / schwere Aufgaben. | |||||
| Kann bis 20 subtrahieren / leichte Aufgaben. | |||||
| Kann zu Sachgeschichten Aufgaben schreiben. | |||||
| Kann zu Bildern Aufgaben schreiben. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Zahlen und Operationen / Jahrgangsstufe 2
| Zahlen und Operationen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Anzahlen bis 100 bündeln und zerlegen. | |||||
| Kann sich im Hunderterfeld orientieren (Aufbau erklären, PK: Argumentieren). | |||||
| Kann sich an der Hunderterreihe orientieren. | |||||
| Kann Zahlen ordnen und Vergleichen; Relationszeichen einsetzen (<, >, =); Vorgänger-Nachfolger bestimmen; Halbieren und Verdoppeln. | |||||
| addieren, subtrahieren, ergänzen von Einern | |||||
| addieren, subtrahieren, ergänzen von Zehnern | |||||
| addieren von zweistelligen Zahlen | |||||
| subtrahieren von zweistelligen Zahlen | |||||
| Kann mit zweistelligen Zahlen flexibel rechnen (PK: Problemlösen/ kreativ sein). | |||||
| 2er, 5er und 10er Reihe (automatisiert) | |||||
| 4er und 8er Reihe (automatisiert) | |||||
| 3er, 6er und 9er Reihe (automatisiert) | |||||
| 7er Reihe (automatisiert) | |||||
| Kann sich Malaufgaben aus den Kernaufgaben ableiten. (PK: Problemlösen /kreativ sein). | |||||
| Kann Divisionsaufgaben schreiben und ausrechnen. | |||||
| Kann zu Sachgeschichten Aufgaben schreiben. (PK: Modellieren) | |||||
| Kann zu Bildern Aufgaben schreiben. (PK: Modellieren) |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Raum und Form / Jahrgangsstufe 1 und 2
| Raum und Form | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Lagebeziehungen benennen. | |||||
| Kann Symmetrien erkennen und selber darstellen. | |||||
| Kann geometrische Formen und Flächen nachlegen und auslegen. | |||||
| Kann einfache geometrische Körper in der Umwelt erkennen und benennen. | |||||
| Kann sich im Raum orientieren. | |||||
| Kann Muster fortsetzen. | |||||
| Kann Linien und Muster Freihand und mit Lineal zeichnen. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Größen und Messen / Jahrgangsstufe 1
| Größen und Messen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann mit Geld rechnen. | |||||
| Kennt und erfasst Geldwerte (Euro). | |||||
| Kann Uhrzeiten (volle Stunden) ablesen. | |||||
| Kann den Tagesablauf mit Uhrzeiten in Bezug setzen. | |||||
| Kann Längen mit Körpermaßen ausmessen. | |||||
| Kann zu Bildern Aufgaben schreiben. | |||||
| Kann zu Sachgeschichten Aufgaben schreiben. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Größen und Messen / Jahrgangsstufe 2
| Größen und Messen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann mit Geld rechnen. | |||||
| Kennt und erfasst Geldwerte und verwendet die Einheiten (ct und Euro). | |||||
| Kann Uhrzeiten ablesen (volle, halbe Stunden, Viertelstunden, Dreiviertelstunden). | |||||
| Kann den Tagesablauf mit Uhrzeiten in Bezug setzen. | |||||
| Kann Zeitspannen berechnen und Einheiten verwenden (Sekunde, Minute, Stunde, Tag, Wochen, Monat, Jahr). | |||||
| Kann Längen ausmessen und Einheiten benennen (cm, m). | |||||
| Kann zu Bildern Aufgaben schreiben (PK: Modellieren). | |||||
| Kann zu Sachgeschichten Aufgaben schreiben (PK: Modellieren). |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten / Jahrgangsstufe 1
| Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten | |||||
| Kann Wahrscheinlichkeiten von einfachen Ergebnissen erklären z.B. "Plättchen werfen". | |||||
| Kann einfache Daten mit Hilfe von Strichlisten darstellen. | |||||
| Kann einfachen Kombinationsmöglichkeiten finden, z.B. "Eier/ Nester" |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten / Jahrgangsstufe 2
| Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Wahrscheinlichkeiten von einfachen Ergebnissen erklären, z.B. „Würfelbilder“ (PK: Argumentieren). | |||||
| Kann Daten mit Hilfe von Strichlisten und einfachen Tabellen darstellen (PK: Modellieren). | |||||
| Kann Kombinationsmöglichkeiten finden. | |||||
| Kann Kalendern und einfachen Tabellen Daten entnehmen und ziehen sie zur Beantwortung von Fragen heran (PK: Modellieren). |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Zahlen und Rechenoperationen / Jahrgangsstufe 3
| Zahlen und Rechenoperationen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Zahlen bis 1000 lesen und schreiben. | |||||
| Kann sich im Zahlenraum bis 1000 orientieren. | |||||
| Kann Zahlen bis 1000 und deren Rechenoperationen auf verschiedene Weise darstellen (symbolisch, ikonisch, enaktiv). | |||||
| Kann Zahlen ordnen und Vergleichen; Relationszeichen einsetzen (<, >, =); Vorgänger-Nachfolger bestimmen; Halbieren und Verdoppeln. | |||||
| Kann Zahlen runden. | |||||
| Kann Überschlagsrechnungen durchführen. | |||||
| Kann halbschriftlich addieren. | |||||
| Kann halbschriftlich subtrahieren. | |||||
| Kann schriftlich addieren. | |||||
| Kann schriftlich subtrahieren. | |||||
| Kann halbschriftlich multiplizieren. | |||||
| Kann halbschriftlich dividieren. | |||||
| Kann Rechenvorteile erkennen erläutern und vorteilhaft nutzen (PK: Problemlösen / kreativ sein – Argumentieren – Darstellen) | |||||
| Kann schnell und sicher Kopfrechnen. | |||||
| Kann in Sachsituationen mathematische Zusammen-hänge erkennen und daraus Fragestellungen formulieren. (PK: Modellieren) | |||||
| Kann relevante Informationen aus Texten/ Tabellen entnehmen und nutzen (PK: Modellieren) | |||||
| Kann eigene Lösungswege darstellen, erläutern und begründen. | |||||
| Kann unterschiedliche Lösungswege vergleichen und bewerten. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Raum und Form / Jahrgangsstufe 3
| Raum und Form | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Lineal und Geodreieck sinnvoll nutzen. | |||||
| Kennt verschiedene ebene Figuren und kann diese sauber zeichnen. | |||||
| Kann achsensymmetrische Figuren erkennen und erstellen. | |||||
| Kann ebene Figuren spiegeln. | |||||
| Kennt verschiedene Körper und ihre Eigenschaften. | |||||
| Kann Modelle von Körpern und Netzen erstellen. | |||||
| Kann Muster erkennen und fortführen. | |||||
| Kann Baupläne lesen und umsetzen. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Größen und Messen / Jahrgangsstufe 3
| Größen und Messen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann bei Größenangaben sinnvolle Einheiten wählen. | |||||
| Kann Größenangaben in unterschiedlichen Schreibweisen darstellen. | |||||
| Kann verschiedene Messgeräte sinnvoll nutzen. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten / Jahrgangsstufe 3
| Daten, Häufigkeiten, Wahrscheinlichkeiten | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Daten aus der Lebenswirklichkeit sammeln. | |||||
| Kann Daten aus Tabellen und Diagrammen entnehmen und nutzen. | |||||
| Kann die Anzahl verschiedener Möglichkeiten einfacher kombinatorischer Aufgaben bestimmen. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Zahlen und Rechenoperationen / Jahrgangsstufe 4
| Zahlen und Rechenoperationen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Zahlen bis 1 Millionen lesen und schreiben. | |||||
| Kann sich im Zahlenraum bis 1 Millionen orientieren. | |||||
| Kann Zahlen bis 1 Millionen und deren Rechenoperationen auf verschiedene Weise darstellen (symbolisch, ikonisch, enaktiv). | |||||
| Kann Überschlagsrechnungen durchführen. | |||||
| Kann Operationseigenschaften (Umkehrbarkeit) und Rechengesetze erkennen, nutzen und beschreiben (PK: Darstellen/ Kommunizieren – Argumentieren) | |||||
| Kann Fachbegriffe verwenden. (PK: Darstellen/ Kommunizieren) | |||||
| Kann schriftlich addieren. | |||||
| Kann schriftlich subtrahieren. | |||||
| Kann schriftlich multiplizieren. | |||||
| Kann schriftlich dividieren. | |||||
| Kann aufgabenbezogen ein Rechenverfahren oder den Taschenrechner nutzen. (PK: Problemlösen / kreativ sein) | |||||
| Kann Rechenvorteile erkennen erläutern und vorteilhaft nutzen (PK: Problemlösen / kreativ sein – Argumentieren – Darstellen/ Kommunizieren) | |||||
| Kann schnell und sicher Kopfrechnen. | |||||
| Kann in Sachsituationen mathematische Zusammenhänge erkennen und daraus Fragestellungen formulieren. (PK: Modellieren) | |||||
| Kann relevante Informationen aus Texten/ Tabellen und Diagrammen entnehmen und nutzen. (PK: Modellieren) | |||||
| Kann eigene Lösungswege darstellen, erläutern und begründen. (PK: Argumentieren – Darstellen/ Kommunizieren) | |||||
| Kann unterschiedliche Lösungswege vergleichen und bewerten. (PK: Argumentieren – Darstellen/ Kommunizieren) |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Raum und Form / Jahrgangsstufe 4
| Raum und Form | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Lineal, Geodreieck und Zirkel sinnvoll nutzen. | |||||
| Kann Geraden, Parallelen und Senkrechten sauber zeichnen. | |||||
| Kann Schrägbilder in Piktogrammen zeichnen. | |||||
| Kennt verschiedene ebene Figuren und kann diese mit vorgegebenen Maßen zeichnen. | |||||
| Kann achsensymmetrische und drehsymmetrische Figuren erkennen und erstellen. | |||||
| Kann ebene Figuren spiegeln. | |||||
| Kennt verschiedene Körper und ihre Eigenschaften. | |||||
| Kann Modelle von Körpern und Netzen erstellen. | |||||
| Kann Muster erkennen und fortführen. | |||||
| Kann Baupläne und Grundrisse lesen und umsetzen. | |||||
| Kann maßstabsgerechte Zeichnungen anfertigen. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Größen und Messen / Jahrgangsstufe 4
| Größen und Messen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann bei Größenangaben sinnvolle Einheiten wählen. | |||||
| Kann Größenangaben in unterschiedlichen Schreibweisen darstellen. | |||||
| Kann verschiedene Messgeräte sinnvoll nutzen. |
Beobachtungsformular und Förderplan für ___________________________
Kompetenzerwartungen im Bereich Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten / Jahrgangsstufe 4
| Daten, Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann Daten aus der Lebenswirklichkeit sammeln. | |||||
| Kann Daten aus Tabellen und Diagrammen entnehmen und nutzen. | |||||
| Kann die Anzahl verschiedener Möglichkeiten einfacher kombinatorischer Aufgaben bestimmen. |
3.2.4 Sachunterricht (Evaluierte Version 2010)
3.2.4.1 Aufgaben und Ziele
"Aufgabe des Sachunterrichts in der Grundschule ist es, die Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung von Kompetenzen zu unterstützen, die sie benötigen, um sich in ihrer Lebenswelt zurechtzufinden, sie zu erschließen, sie zu verstehen und sie verantwortungsbewusst mit zu gestalten." (Lehrplan Sachunterricht, S. 39)
Der Lehrplan bündelt die didaktisch relevanten Sachverhalte zu fünf Bereichen:
- Natur und Leben
- Technik und Arbeitswelt
- Raum, Umwelt und Mobilität
- Mensch und Gemeinschaft
- Zeit und Kultur
Den einzelnen Bereichen sind wiederum Schwerpunkte zugeordnet.
Bei der Auswahl der Schwerpunkte aus den einzelnen Bereichen werden die Kinder an der Planung und Durchführung der Unterrichtsreihen beteiligt. Damit greift die Schule den Grundsatz der Richtlinien auf, dass der Sachunterricht von der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schülern ausgehen muss.
Die Berücksichtigung von Schülerwünschen ermöglicht es den Kindern, in Zusammenhängen zu lernen, in denen sie selbst einen Sinn sehen. Dadurch übernehmen sie Verantwortung für ihr Handeln und Lernen und entwickeln ein Problemlöseverhalten. Dieser Ansatz führt dazu, dass zur Bewältigung komplexer Lern- und Lebenssituationen auch gleichzeitig Schwerpunkte aus verschiedenen Bereichen angesprochen werden.
Die Kinder erwerben Kompetenzen, um sich ihre Umwelt anzueignen, zu erschließen und mitzugestalten. Dadurch entwickeln sie ein Repertoire an Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie im Unterricht und an außerschulischen Lernorten erproben und nutzen können.
3.2.4.1.1 Orientierung an Kompetenzen
3.2.4.1.1.1 Methodische Kompetenzen
Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit denen Zugänge zu den zentralen Fragestellungen in den oben genannten Bereichen gefunden werden können und die mit den Verfahren eines wissenschaftsorientierten Lernens übereinstimmen, stehen im Vordergrund. Dazu gehören:
- bewusstes Wahrnehmen, Beobachten, Beschreiben, Bestimmen, Untersuchen, Auswerten und Dokumentieren von Phänomenen
- Fragen stellen, Probleme erkennen, Vermutungen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln und Argumentieren lernen
- Planen und Herstellen von Gegenständen
- Planen, Durchführen und Auswerten von Experimenten
- Beschaffen, Verarbeiten, Präsentieren von Informationen
- Befragen von Expertinnen und Experten
- Nutzen von Darstellungsformen wie Tabellen, Zeichnungen, Grafiken, Plänen und Karten
- Arbeiten mit Quellen
- Erörtern und Bewerten von Ergebnissen
- verantwortliches Handeln innerhalb einer Gemeinschaft
Der Sachunterricht sollte so ausgerichtet sein, dass die Schülerinnen und Schüler folgende grundlegende Fähigkeiten für selbstständiges Lernen erwerben:
- individuelles und gemeinsames Planen
- Durchführen und Abschließen von Vorhaben
- kritische Reflexion der Lernergebnisse und der Lernwege
3.2.4.1.1.2 Kenntnisse
Der Sachunterricht orientiert sich sowohl an den Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler, an ihren Fragen, Interessen und Lebensbedürfnissen als auch an Problemstellungen und Wissensbeständen der Wissenschaften. Er vermittelt den Schülerinnen und Schülern:
- naturwissenschaftliche Kenntnisse
- technische Kenntnisse
- raumbezogene Kenntnisse
- sozial- und kulturwissenschaftliche Kenntnisse
- historische Kenntnisse
- ökonomische Kenntnisse
3.2.4.1.1.3 Einstellungen und Haltungen
Als Beitrag zur Identitäts- und Persönlichkeitsbildung werden im Sachunterricht folgende Einstellungen und Haltungen angebahnt:
- Achtung der Menschenrechte
- demokratisches Grundverständnis und kritische Solidarität in der sozialen Gesellschaft
- kritisch-konstruktive Haltung zu Naturwissenschaft und Technik
- verantwortungsvolles Verhalten gegenüber der Natur und Umwelt
- Bewusstsein für die Bedeutung von Kultur und Geschichte
3.2.4.2 Unterrichtsgestaltung / Arbeitsformen
An exemplarischen Aufgabenschwerpunkten eignen sich die Schülerinnen und Schüler grundlegende Techniken und Verfahren, mit denen ein eigenständiger Wissenserwerb möglich ist.
Wir legen großen Wert darauf, dass der Unterricht so weit wie möglich durch handelndes Tun (Handlungsorientierung) geprägt ist. Beobachten, Entdecken und Ausprobieren sind wesentliche Elemente eines Sachunterrichts, der fachbezogene Motivation und Interessen entwickelt und ein Verständnis für konkrete und allgemeine Zusammenhänge ermöglicht.
Der Unterricht soll außerschulische Lernorte grundsätzlich mit einbeziehen, wann und wo immer es möglich ist. Solche Lernorte sind deshalb ein wichtiger Bestandteil, weil sie durch konkrete Anschauung, unmittelbares Erleben und handelnden Umgang besondere Vorteile bieten.
Deshalb beteiligen wir uns mit unseren außerschulischen Partnern, zum Beispiel, dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein und der Stadt Netphen, an der mehrjährigen Kampagne des Landes NRW "Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit" mit dem Thema "Unser großer Fluss – die Sieg".
Getragen wird diese Kampagne vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft Natur und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) und vom Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) des Landes NRW. Die landesweite Koordination lieget bei der Umweltschutz – Akademie NRW (NUA).
Jährlich besuchen alle Kinder außerschulische Lernorte (z.B. den Walderlebnispfad, einen Kohlenmeiler, die Nenkersdorfer Mühle) in Begleitung von Fachleuten. Auf diese Weise lernen sie ihren Lebensraum nachhaltig kennen.
Die im Unterricht behandelten Themenbereiche sollten nach Möglichkeit in fächerübergreifender Form behandelt werden, damit die Schülerinnen und Schüler kein unverbundenes Wissen erwerben und die Zusammenhänge klarer erkennen können.
3.2.4.3 Bereiche und Schwerpunkte
3.2.4.3.1 Natur und Leben
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- Körper, Sinne, Ernährung und Gesundheit
- untersuchen und beschreiben die Bedeutung und Leistungen der Sinne in Alltagssituationen
- erkunden und beschreiben unterschied-liche Ernährungsgewohnheiten und deren Folgen
- untersuchen Möglichkeiten zum Schutz der Zahngesundheit (in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Zahnarzt und dem Arbeitskreis Zahngesundheit des Kreises Siegen - Wittgenstein)
- Tiere, Pflanzen, Lebensräume
- beobachten und benennen ausgewählter Pflanzen und Tiere
- Wärme, Licht, Feuer, Wasser, Luft, Schall, Magnetismus
- machen experimentelle Erfahrungen mit Wasser, (Aggregatzustände) und Luft, Wärme und Kälte, Licht und Schatten, Magneten und beschreiben diese
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- Körper, Sinne, Ernährung und Gesundheit
- untersuchen und beschreiben die Bedingungen für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden
- untersuchen Möglichkeiten zum Schutz der Zahngesundheit (in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Zahnarzt und dem Arbeitskreis Zahngesundheit des Kreises Siegen - Wittgenstein)
- Tiere, Pflanzen, Lebensräume
- untersuchen und beschreiben Zusammenhänge zwischen Lebensräumen und Lebensbedingungen für Tiere, Menschen und Pflanzen
- Wärme, Licht, Feuer, Wasser, Luft, Schall, Magnetismus
- machen experimentelle Erfahrungen mit Schall (Klassenkiste Schall) und Luft und deuten die Beobachtungen
- beobachten und deuten Verbrennungs-prozesse, informieren sich über Brandschutz
- beobachten und erklären Wettererscheinungen
- fertigen Modelle zum Stromkreislauf an und erklären sie (Experimente aus der Aktentasche)
3.2.4.3.2 Technik und Arbeitswelt
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- Werkzeuge und Materialien
- stellen mit Werkzeugen Gegenstände her und erproben dabei Einsatzmöglichkeiten verschiedener Werkstoffe
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- Werkzeuge und Materialien
- erproben Zweck und Wirkung einfacher Geräte und bauen selbst einfache Modelle
- finden Lösungen einfacher technischer Probleme
3.2.4.3.3 Raum, Umwelt und Mobilität
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- Schule und Umgebung
- erkunden wichtige Einrichtungen im Ort oder Ortsteil
- Wohnort und Welt
- orientieren sich mit Hilfe von Wegskizzen und Abbildungen
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- Schule und Umgebung
- erkunden typische Strukturen des Schulortes und der Region (z.B. regionale Traditionen, Mundart, ...)
- Wohnort und Welt
- nutzen Karten und Hilfsmittel als Orientierungshilfe
- erkunden und beschreiben den Kernort Netphen und seine Stadtteile (einschl. der öffentlichen Einrichtungen, z. B. Stadtverwaltung, Heimatmuseum, Freizeiteinrichtungen,
- erkunden und beschreiben kulturelle und landschaftlichen Besonderheiten (z.B. Haubergswirtschaft)
- untersuchen, beschreiben und vergleichen Unterschiede europäische Länder und deren Kulturen
- kennen die verschiednen Kontinente
- Nordrhein-Westfalen - Stadt und Land
- untersuchen und beschreiben das Siegerland, seine topografischen Besonderheiten und seine Geschichte
- untersuchen, beschreiben und vergleichen Großlandschaften und Städte in NRW
- untersuchen, beschreiben und vergleichen Unterschiede
- untersuchen und beschreiben Gemeinsamkeiten und wechselseitige Abhängigkeiten städtischer und ländlicher Lebensräume
Verkehrssicherheit / Verkehrsräume
In allen vier Schuljahren werden regelmäßig praktische Übungen zur sicheren Teilnahme am Straßenverkehr - sei es als Fußgänger oder Radfahrer - durchgeführt. Im vierten Schuljahr legen die Schülerinnen und Schüler eine theoretische und eine praktische Radfahrprüfung ab, wobei die praktische Ausbildung sowohl auf dem Schulgelände als auch in der Verkehrswirklichkeit von Netphen stattfindet.
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- Schule und Schulweg
- beobachten und dokumentieren Verkehrssituationen auf dem Schulweg
- Zu Hause und auf der Straße (in Zusammenarbeit mit der Polizei)
- verhalten sich als Fußgänger im Verkehrsraum Straße verantwortungs-bewusst (z.B. Überqueren der Fahrbahn, Verhalten im Schulbus)
Schwerpunkte /Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- Radfahrprüfung (in Zusammenarbeit mit der Polizei)
- überprüfen ihre Fahrräder auf ihre Verkehrssicherheit hin
- verhalten sich im Straßenverkehr situationsgerecht und verantwortungsbewusst
- kennen und beachten Vorfahrtsregeln und Verkehrszeichen
- biegen vorschriftsmäßig nach rechts und links ab
- kennen ihre Radfahrprüfstrecke und durchfahren sie verkehrsgerecht
- legen die Radfahrprüfung in Theorie und Praxis ab
3.2.4.3.4 Mensch und Gemeinschaft
Im diesem Bereich haben die wichtigen Schwerpunkte "Mädchen und Jungen", "Frauen und Männer" und "Freundschaft und Sexualität" den früheren Themenblock "Sexualerziehung" neu untergliedert, didaktisch jedoch nicht verändert. Aufgrund seiner Bedeutung wurde er bereits im letzten Schulprogramm aus dem Jahr 2008 besonders ausführlich dargestellt.
Mit einigen sprachlichen Angleichungen übernehmen wir ihn auch in das evaluierte neue Schulprogramm 2010.
Aufgrund ihres Umfanges passen diese Überlegungen jedoch nicht in die sonst gewählte tabellarische Darstellungsform. Diese ausführliche evaluierte Ausarbeitung zu diesen Schwerpunkten befindet sich deshalb am Ende dieses Kapitels. Der traditionelle Begriff "Sexualerziehung" wurde bewusst beibehalten.
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Familie
- führen Aufgaben, die ihnen in der Klasse übertragen wurden, verantwortungsvoll aus
- erarbeiten gemeinsame Regeln für das Zusammenleben
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Familie
- nutzen adäquate Verfahren, um Entscheidungen herbeizuführen (Klassenrat, Abstimmungen, Wahlen)
3.2.4.3.5 Zeit und Kultur
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- Zeiteinteilung und Zeiträume
- Zeit messen, Zeiträume unterschieden und Zeit einteilen (Tageszeit, Wochentage, Monatsnamen, Jahreszeiten)
- Den Wechsel der Jahreszeiten als bedeutsam für Mensch, Tier und Pflanzen einschätzen
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- Zeiteinteilung und Zeiträume
- Informationen über vergangene Ereignisse und geschichtliche Abläufe und Entwicklungen sammeln, ordnen und darstellen
3.2.4.3.6 Ergänzender Anhang zum Bereich "Mensch und Gemeinschaft"
Schwerpunkte "Mädchen und Jungen", "Frauen und Männer" und "Freundschaft und Sexualität" (Sexualerziehung)
"Die Sexualerziehung gehört zum Erziehungsauftrag der Schule. Sie erfolgt fächerübergreifend und ergänzt die Sexualerziehung durch die Eltern. Ihr Ziel ist es, die Schüler altersgemäß mit den biologischen, ethischen, sozialen und kulturellen Fragen der Sexualität vertraut zu machen. Sie soll die Schüler zu verantwortungsbewussten, eigenverantwortlichen und sittlich begründeten Entscheidungen, insbesondere in Ehe und Familie, und zur Toleranz gegenüber anderen Lebensweisen befähigen. Die Erziehungsberechtigten sind über Ziel, Inhalt und Methoden der Sexualerziehung rechtzeitig zu unterrichten." (Richtlinien Sexualerziehung vom 01.08.2000, Seite 6)
Aufgaben und Ziele schulischer Sexualerziehung
Den zitierten Richtlinien liegt ein umfassender, ganzheitlich-personaler Begriff menschlicher Sexualität zu Grunde. Sexualität ist eine Lebenskraft, die körperlich, geistig-seelisch und sozial wirksam wird.
Sie ermöglicht nicht nur neues Leben, sondern schafft auch Lebensfreude, Vertrauen, Geborgenheit, Lust, Zärtlichkeit und Liebe. Sexualität beeinflusst soziale Bindungen und die Entwicklung persönlicher Verantwortung. Sexualerziehung ist ein unverzichtbarer Teil der Gesamterziehung und somit gesetzlicher Erziehungsauftrag der Schule.
Sexualerziehung soll
- alters- und entwicklungsgemäß sein,
- helfen, das Leben bewusst und in freier Entscheidung zu gestalten,
- befähigen zu selbstbewusstem Umgang mit eigener Sexualität sowie mit einem Partner,
- zur Mündigkeit verhelfen,
- nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Klischees und Vorurteile überwinden,
- Kinder und Jugendliche vor Fehlinformationen und Fehleinstellungen schützen,
- befähigen, über Gefühle und Fragen der Sexualität kompetent zu reden
- dazu beitragen, den Medien nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern Möglichkeiten zu erkennen, sich auch selbst zu verändern und Beziehungen zu gestalten,
- nicht an Veränderungen sexueller Einstellungen und Verhaltensweisen in unserer Gesellschaft vorbeigehen,
- dazu helfen, andere Menschen in ihrer Gesamtpersönlichkeit zu akzeptieren.
Ein wichtiges Ziel schulischer Sexualerziehung ist es, bei jungen Menschen eine Haltung zu entwickeln, die eine Herabsetzung und Missachtung von Partnern sowie eine körperliche und seelische Schädigung durch sexuellen Missbrauch und Gewaltausübung ausschließen.
Sexualerziehung ist zunächst Aufklärung, d.h. es soll ein sachlich fundiertes Wissen erarbeitet werden. Dann können personale, partnerschaftliche und soziale Zusammenhänge im Bereich der Sexualität verstanden werden, eine eigene Urteilsbildung ist möglich.
Sexualerziehung als Aufgabe von Elternhaus und Schule
Die Schule ist im Rahmen ihres gesetzlichen Erziehungsauftrags zur Sexualerziehung verpflichtet. In dieser Aufgabe ist sie Partner der Eltern. Deshalb ist für die Schule auch besondere Toleranz und Rücksicht gegenüber unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen und verschiedenen Wertvorstellungen der Eltern zu Fragen der menschlichen Sexualität geboten.
Damit Eltern und Schule miteinander kooperieren können, ist es notwendig, Inhalte, Ziele und Methoden abzustimmen.
Geschlechterrollen
Das Rollenverhalten von Mädchen und Jungen wird beeinflusst durch das Rollenverhalten der Erwachsenen und von geschlechtstypischen Erwartungen, die von Menschen in ihrem Umfeld und von Medien an Kinder herangetragen werden.
Manche Probleme im Verhältnis der Geschlechter sind durch Ungleichzeitigkeit der Entwicklung zu verstehen. Bewusstsein, Erwartungen und Verhalten bei Mädchen und Frauen haben sich in letzter Zeit schneller verändert als bei Jungen und Männern.
Rollenerwartungen sind sehr bedeutsam in der Entwicklung der Sexualität. Die gemeinsame Verantwortung von Mann und Frau im Umgang mit der Sexualität muss deutlich werden.
Familie und andere Formen des Zusammenlebens
In der Sexualerziehung soll besonders Ehe und Familie thematisiert werden. Hierzu haben die meisten Kinder einen Bezug, hierin haben sie wichtige ethische Haltungen und Grundwerte erprobt, erlebt und gelernt. Hier haben sie das Glück gelungener Beziehungen erfahren, aber auch Belastungen, Konflikte oder auch Scheitern.
Aber auch andere Formen des Zusammenlebens sollen dargestellt werden: Alleinerziehende, unverheiratete Eltern, Partnerschaft ohne Kinder, Stief- und Adoptivfamilien oder auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
Körper und Sexualität
Die Möglichkeiten, sich über Sexualität und Sexualverhalten zu informieren, haben sich gegenüber früher erweitert. Andererseits gibt es aber auch einen Unterschied zwischen der subjektiven Einschätzung des Wissens und dem tatsächlichen Wissensstand. Mit steigendem Alter wird es für Jugendliche immer schwieriger, Wissenslücken einzugestehen und ungeniert Fragen zu stellen.
Deshalb muss die Schule fundiert und geordnet Informationen geben über humanbiologische, medizinische, hygienische und sexualwissenschaftliche Grundlagen. Dazu gehören
- Bau und Funktion der Geschlechtsorgane,
- hormonelle Steuerung des weiblichen Zyklus /männlicher Hormonhaushalt,
- Menstruation / Pollution,
- körperliche und seelische Veränderungen während der Pubertät,
- Körperpflege und Hygiene,
- Schwangerschaft, Geburt und Stillen.
Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt
Die Schule hat auch die Aufgabe, die Gefahren und die Zusammenhänge mit sexueller Gewalt und Ausbeutung zu behandeln.
Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen sind eine Realität überall und in allen Bevölkerungsschichten. Die Lehrenden haben damit zu rechnen, dass unter ihren Schülern und Familien Betroffene sind. Deshalb muss die Schule an der Prävention sexuellen Missbrauchs arbeiten. Ein wesentlicher Beitrag ist die Aufklärung über die Tatsache, dass es sexuellen Missbrauch gibt und dass Hilfe möglich ist. Ziel muss es sein, Selbständigkeit, Selbstwertgefühl und Handlungskompetenz von Mädchen und Jungen zu stärken.
Schutzmöglichkeiten, die die Kinder in unserer Schule lernen sollen, sind:
- ihren Körper zu akzeptieren und Wert zu schätzen,
- Gefühle wahrzunehmen und diese nach angenehmen und unangenehmen zu unterscheiden,
- über ihren Körper selbst zu bestimmen und "nein" sagen zu lernen,
- sich gegenüber Grenzverletzung körperlicher und psychischer Art zu behaupten,
- über Sexualität zu sprechen,
- sich anzuvertrauen und Hilfe holen können.
Lehrkräfte müssen Verdachtsmomente ernst nehmen, Symptome erkennen lernen, nach Hilfsmöglichkeiten suchen, die zu einem angemessenen Handeln in der Familie führen. Die zu diesem Punkt gemachten Aussagen werden in den Jahrgangsstufen 3 und 4 einen wichtigen Schwerpunkt im Unterricht darstellen. Darüber hinaus werden an unserer Schule in den letzten Jahren für Mädchen und Jungen Selbstbehauptungs-kurse in Form von Reihen- oder Blockveranstaltungen von Fachpersonal angeboten, die gerade diese Thematik ansprechen. An einer Fortsetzung dieses Angebotes ist uns sehr gelegen.
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen in den einzelnen Jahrgangsstufen
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
- wissen, dass Menschen in verschiedenen Gemeinschaften leben: Ehe und Familie, Alleinerziehende
- entwickeln ein persönliches Wertgefühl ("Ich bin einmalig, ich bin etwas wert.")
- wissen, dass es Mädchen und Jungen, Frauen und Männer gibt
- kennen und benennen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Mädchen und Jungen
- können Körperteile benennen
- wissen, dass auch Kinder angenehme und unangenehme Gefühle haben dürfen, ähnlich wie Erwachsene
- wissen dass man "nein" sagen darf
- lernen, mit sich selbst zufrieden zu sein, so wie man ist
Schwerpunkte / Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
- benennen und verstehen geschlechtstypische Veränderungen körperlicher und seelischer Art im Laufe des Heranwachsens
- setzen sich mit Fragen des sexuellen Missbrauchs und sexueller Gewalt auseinander und bahnen Handlungs-kompetenz an
- benennen und erklären Bau und Funktion der Geschlechtsorgane bei Mädchen und Jungen, bei Frau und Mann in angemessener Sprache
- erklären die hormonelle Steuerung des weiblichen Zyklus und des männlichen Hormonhaushalts
- erklären, was Menstruation und Pollution bedeutet
- erklären körperliche und seelische Veränderungen während der Pubertät
- erklären die Zusammenhänge von Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und Stillen
- beschreiben die Bedeutung von Körperpflege und Hygiene
- erörtern die gemeinsame Verantwor-tung in Partnerschaften
- diskutieren weiterführend den Schutz vor sexuellem Missbrauch und den Verzicht auf Gewaltanwendung
3.2.4.4 Leistung fördern und bewerten
(vgl.: Lehrplan Sachunterricht, S. 50/51)
Für die Leistungsbewertung im Sachunterricht sind neben den mündlichen Leistungen auch die praktischen Leistungen zu berücksichtigen wie
- das Aufbauen und Durchführen von Versuchen
- das Anlegen von Sammlungen und Ausstellungen und das Präsentieren von Ergebnissen (dazu gehört nachfolgender Punkt)
- die Anfertigung von Tabellen, Zeichnungen, Collagen und Karten
- die Pflege von Tieren und Pflanzen
- die Nutzung von Werkzeugen und Messinstrumenten
- das Bauen von Modellen.
Nicht jede dieser praktischen Leistungen kann bei jedem Thema angewendet und beurteilt werden. Vor dem Einstieg in ein neues Thema wird mit den Kindern altersgemäß erörtert, welche Kriterien zur Leistungsbewertung herangezogen werden (Transparenz der Beurteilungskriterien). Diese werden jedoch von Thema zu Thema verschieden sein. Generalisierte Beurteilungskriterien sind deshalb nur schwer zu benennen. Im Anhang an dieses Kapitel sind exemplarisch Bewertungsbögen zur Selbsteinschätzung der Kinder und zur Bewertung durch die Lehrkraft beigefügt.
Die Leistungen werden in einer geeigneten Dokumentationsform festgehalten (Forscherheft, Plakate, Mappen, etc.) Es ist wichtig, darin die jeweiligen Lernprozesse und die Lernergebnisse zu dokumentieren und die Wege und Kontexte des Lernens widerzuspiegeln. Als besondere Vereinbarung der Grundschule Netphen wurden Lerndokumentationsbögen mit den Anforderungsbereichen zu den einzelnen Themen gemeinschaftlich entwickelt. Dafür ist es notwendig, dass auch die Schüler in die Arbeit mit einbezogen werden (Konzept der Partizipation). Dies ermöglicht die Hinführung zur Selbstgestaltung und Reflexion des eigenen Lernens und bietet gleichzeitig eine aussagefähige, verlässliche Grundlage für die Evaluation des Lernerfolgs.
Es wurde vereinbart, dass in der Schuleingangsphase die Dokumentation des wissenschaftlichen Arbeitens mit Hilfe eines Heftordners angebahnt wird.
In den Klassen 3 und 4 werden ein Heft und eine Mappe verwendet. Insbesondere die Heftführung ist ein wichtiges Leistungsmerkmal.
Kompetenzerwartungen "Aufbauen und Durchführen von Versuchen"
Schuleingangsphase
Name des Kindes:_____________________________ Klasse:_____________
| Versuche | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann ein einfaches Experiment planen und durchführen. | |||||
| Kann Fragen zum Experiment stellen. | |||||
| Kann vorher vermuten, wie das Experiment ausgeht. | |||||
| Kann die Vermutung begründen. | |||||
| Kann sagen, was der Ausgang des Experiments bedeutet (Schlussfolgerung). | |||||
| Kann sagen, ob die Vermutung richtig war. | |||||
| Kann ein einfaches Versuchsprotokoll anfertigen. |
Sonstige Beobachtungen:
Kompetenzerwartungen "Aufbauen und Durchführen von Versuchen"
Klassen 3 und 4
Name des Kindes:_____________________________ Klasse:_____________
| Versuche | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Kann ein Experiment planen, organisieren und durchführen. | |||||
| Kann Vermutungen zum Ausgang des Experiments formulieren. | |||||
| Kann Vermutungen begründen. | |||||
| Kann genau beobachten und Beobachtung dokumentieren. | |||||
| Kann sagen, was der Ausgang des Experiments bedeutet. (Schlussfolgerung) | |||||
| Kann sagen, ob die Vermutung richtig war. | |||||
| Kann ein Versuchsprotokoll anfertigen. |
Sonstige Beobachtungen:
Kompetenzerwartungen "Anlegen von Sammlungen und Ausstellungen", "Präsentieren von Ergebnissen" sowie "Anfertigung von Tabellen, Zeichnungen, Collagen und Karten"
Schuleingangsphase
Name des Kindes:_____________________________ Klasse:_____________
| gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen | |
| Kann Fragen zu einem Thema stellen. | |||||
| Kann aus einfachen Texten und Abbildungen Informationen entnehmen. | |||||
| Kann Informationen nach Themen ordnen. | |||||
| Kann Informationen in einfachen Skizzen und kurzen Texten darstellen. | |||||
| Kann kleine Vorträge halten. | |||||
| Kann ein einfaches Plakat oder eine Collage herstellen. | |||||
| Kann Kritik zu einem Vortrag äußern. | |||||
| Kann Kritik zu einem Vortrag annehmen. |
Sonstige Beobachtungen:
Kompetenzerwartungen "Anlegen von Sammlungen und Ausstellungen", "Präsentieren von Ergebnissen" sowie "Anfertigung von Tabellen, Zeichnungen, Collagen und Karten"
Klasse 3 und 4:
Name des Kindes:_____________________________ Klasse:_____________
| gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen | |
| Kann Fragen zu einem Thema stellen. | |||||
| Kann aus Texten, Diagrammen, Karten und Abbildungen Informationen entnehmen. | |||||
| Kann Informationen nach Themen ordnen. | |||||
| Kann Informationen in Texten, Tabellen und Skizzen darstellen. | |||||
| Kann Vorträge frei halten. | |||||
| Kann verschiedene Präsentations-formen themengerecht nutzen. | |||||
| Kann konstruktive Kritik zu einem Vortrag äußern. | |||||
| Kann Kritik zu einem Vortrag annehmen. | |||||
| Kann den Selbsteinschätzungs-bogen ausfüllen. |
Sonstige Beobachtungen:
Kompetenzerwartungen "die Nutzung von Werkzeugen und Messinstrumenten" sowie "das Bauen von Modellen".
Schuleingangsphase
Name des Kindes:_____________________________ Klasse:_____________
| gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen | |
| Kann mit verschiedenen Werkzeugen und Messinstrumenten arbeiten. | |||||
| Weiß, was man bei der Nutzung beachten muss. | |||||
| Kann erklären, warum solche Werkzeuge und Messinstrumente benutzt werden. | |||||
| Kann nach Anleitung bauen und messen. | |||||
| Kann Gebautes einfach skizzieren und Messergebnisse in einfacher Form notieren. | |||||
| Geht sorgfältig mit Materialien um. |
Sonstige Beobachtungen:
Kompetenzerwartungen "die Nutzung von Werkzeugen und Messinstrumenten" sowie "das Bauen von Modellen".
Klasse 3 und 4:
Name des Kindes:_____________________________ Klasse:_____________
| gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen | |
| Kann verschiedene Werkzeuge und Messinstrumente zielgerecht auswählen. | |||||
| Kann mit verschiedenen Werkzeugen und Messinstrumenten sachgerecht arbeiten. | |||||
| Beachtet Sicherheitsregeln. | |||||
| Kann die Funktion der Werkzeuge und Messinstrumente erklären. | |||||
| Kann Bauanleitungen selbst entwickeln und nach Anleitung bauen und messen. | |||||
| Kann Gebautes skizzieren und Messergebnisse notieren. | |||||
| Kann Dokumentationsbögen bearbeiten. | |||||
| Geht sorgfältig mit Materialien um. |
Sonstige Beobachtungen:
Verschiedene ausgearbeitete Selbsteinschätzungsbögen für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 und 4 befinden sich im Anhang. Hier werden einzelne Anforderungskriterien den Kindern transparent gemacht und eine Rückmeldung seitens der Lehrperson eingefügt.
3.2.4.5 Anlagen zum Sachunterricht
3.2.5. Religion (Evaluierte Version 2010)
Der Religionsunterricht orientiert sich an den gültigen Lehrplänen und Richtlinien. Die neuen Lehrpläne sind seit Schuljahresbeginn 2008/2009 in Kraft gesetzt und sind eine Weiterentwicklung der allgemeinen Richtlinien zur Erprobung aus dem Jahre 2003. Daraus ergibt sich die Evaluation des Schulprogramms.
Didaktische und methodische Grundsätze
Heute geht man im Religionsunterricht zunehmend davon aus, dass Kinder in der Schule unter Umständen zum ersten Mal religiösen Inhalten und gläubigen Menschen begegnen. Dies stellt den Religionsunterricht vor neue Aufgaben: Es geht um das Verstehen und Erfahren von christlichem Glauben, in dessen Mitte das Bekenntnis zu Jesus Christus steht. Den Schülern soll ihr Verhalten in Bezug auf Religion und Glaube bewusst gemacht und so erprobt und eingeübt werden, dass Fragen nach dem Leben und der Welt aus der Sicht der christlichen Botschaft geweckt werden.
Grundlegendes und unverzichtbares Unterrichtsprinzip des Religionsunterrichtes beinhalten ein hohes Maß an Korrelation und Mehrdimensionalität. Dabei müssen sich die Inhalte des Unterrichts aufeinander beziehen und mit der Lebenswirklichkeit der Kinder vernetzen. Ein wesentlicher Aspekt ist in besonderem Maße der Einbezug von biblischen Texten in den Unterricht.
Neu in den Blickpunkt genommen ist die Orientierung an Kompetenzen. Der Kompetenzerwerb und die daraus festgelegten Kompetenzerwartungen stehen jetzt im Zentrum unterrichtlichen Handelns. Sie weisen die anzustrebenden Ziele aus und geben Orientierung für die Differenzierung. Damit ist eine veränderte Sichtweise auf Unterricht und Lernen notwendig. Der Unterricht soll den Kindern neue Sichtweisen auf ihre Lebenswirklichkeiten eröffnen. Durch verschiedene Identifikationsangebote finden sie Wege, sich aus dem christlichen Glauben heraus, ihre Welt neu zu erschließen.
Ökumene und Schulgottesdienste
Der Grundschule Netphen ist es ein besonderes Anliegen, die ökumenische Zusammenarbeit zu fördern und zu vertiefen. Daher finden alle Schulgottesdienste in einem ökumenischen Rahmen statt. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit an der Grundschule bildet die gemeinsame Feier und Mitgestaltung der Gottesdienste für alle Schulstufen.
Daher wird zu Beginn eines Schuljahres gemeinsam mit Vertretern beider Kirchengemeinden, Religionslehrern und Elternvertretern aus den vier Jahrgangsstufen der Plan für die Durchführung von Gottesdiensten erstellt. Folgendes Konzept für Gottesdienste hat sich an der Grundschule Netphen seit Jahren bewährt:
- Für die Schulanfänger wird in jedem Jahr ein ökumenischer Einschulungsgottesdienst am ersten Schultag gestaltet.
- Im ersten Schuljahr findet in der Winterzeit die Begegnung mit der für die Schüler zuständigen Pfarrkirche statt.
- Für die zweiten Schuljahre ist in der Zeit zwischen Weihnachten und Ostern ein ökumenischer Gottesdienst in der Peterskapelle oder Kreuzkapelle vorgesehen.
- Die dritten Schuljahre feiern in der Vorweihnachtszeit einen ökumenischen Gottesdienst.
- Ein gemeinsamer ökumenischer Abschlussgottesdienst der vierten Schuljahre findet in der letzten Woche des Schuljahres in der Kreuzkapelle statt.
Medien
Vielfältige Medien (z.B. Kett-Material, Psalmenkartei, Friedenskreuz, Dias, Folien und CDs) eröffnen unterschiedliche Zugangsweisen zu den Lerninhalten. Die Kollegen beider Standorte tauschen vorhandene Medien aus und aktualisieren den Bestand fortlaufend.
Schulinternes Curriculum für die Fächer Katholische Religionslehre und Evangelische Religionslehre
Die GS Netphen hat anhand der gültigen Lehrpläne ein schulinternes Curriculum erarbeitet. Aufgrund der Vereinbarung der Fachkonferenz Religion wurden Themen für das Curriculum ausgewählt, die den Lehrplänen beider Konfessionen entsprechen. Die Zuordnung zu den Bereichen des Faches ist zunächst dem katholischen Lehrplan zugeschrieben. Kursiv geschrieben sind die entsprechenden Bereiche für das Fach Evangelische Religion.
Lehrinhalte Religion zum Download (pdf)
Leistungsbewertung im Fach Religion
Im Hinblick auf Leistungsbewertung im Religionsunterricht gilt, dass "jeder Mensch in seinem individuellen Menschsein von Gott angenommen ist" (Richtlinien und Lehrpläne S. 181). Daraus folgt, dass jedem Kind ein eigener, individueller Zugang zu dem Fach Religion und seinen Inhalten gewährt sein muss.
Der Religionsunterricht kann demnach nicht alle Leistungen des Kindes bewerten. Es gilt zu hier zu beachten, dass es „eine messbare und bewertbare äußere Seite und eine nicht messbare und nicht bewertbare innere Seite“ gibt (Richtlinien und Lehrpläne S. 181).
Gerade das Fach Religion leistet einen bedeutenden Beitrag zur Identitäts-findung, Persönlichkeitsentwicklung und zur Erziehung zu Toleranz und Bereitschaft zu sozialem Handeln. Uns ist es daher wichtig, die Freude an dem Fach zu wecken, bzw. aufrechtzuerhalten. Deshalb ist die Anstrengungsbereitschaft und Mitarbeit im Fach Religion das oberste Kriterium der Leistungsbeurteilung.
Wer beides zeigt, erhält an der GS Netphen mindestens die Zensur befriedigend. Die Zensur verbessert sich weiter, wenn in den beschriebenen Kompetenzbereichen gute Leistungen erbracht werden. Demotivierende Beurteilungen (ausreichend, mangelhaft, ungenügend) erteilen wir nur, wenn Kinder die Mitarbeit im Unterricht weitgehend verweigern oder ihn sogar vorsätzlich stören.
Zusatzanmerkung:
Wir sind uns bewusst, dass unser Ansatz nicht mit den Aussagen des Lehrplans Religion übereinstimmt, der stärker auf fachbezogene Beurteilungskriterien abhebt. Die dort aufgelisteten Bewertungskriterien finden auch bei uns Beachtung, wenn es um die Zensuren sehr gut, gut und befriedigend geht. Wir setzen jedoch aus den dargestellten Gründen Anstrengungsbereitschaft und Mitarbeit über die fachlichen Leistungen.
3.2.6. Sport (Evaluierte Version 2010)
Äußere Bedingungen und Umfang des Sportunterrichts
Die Voraussetzungen für den Sportunterricht sind an den beiden Teilstandorten der GS Netphen sehr unterschiedlich.
Der Teilstandort Obernetphen verfügt mit einer eigenen und komplett ausge-statteten Sporthalle über ausgezeichnete Rahmenbedingungen, die inhaltlich eine vollständige Umsetzung des Lehrplanes mit 3 wöchentlichen Sportstunden ermöglichen. Nur Außensportanlagen sind nicht in fußläufiger Nähe.
Der Teilstandort Niedernetphen besitzt keine eigene Sporthalle, sondern er nutzt die Georg - Heimann - Halle (ehemals Kulturhalle). Außensportanlagen sind ebenfalls fußläufig nicht zu erreichen. Die Georg - Heimann - Halle liegt etwa 20 Minuten Fußweg (mit Kindern) von der Schule entfernt, so dass keine Einzelstunden Sport unterrichtet werden können. Für Tänze steht auch die Aula der Schule zur Verfügung.
Aufgrund der äußeren Bedingungen erteilt der Teilstandort Niedernetphen allen Schuleingangsklassen und den 4. Klassen wöchentlich nur 2 Stunden Sportunterricht in der Georg - Heimann - Halle. Die 3. Schuljahre erhalten nur Schwimmunterricht. Jedem Klassenlehrer bzw. jeder Klassenlehrerin ist es frei gestellt, unterschiedlichste Bewegungsübungen mit den Kindern in der Schule zu machen. Hierzu werden die Klassenräume, der Musikraum, die Aula und insbesondere der Schulhof mit seinen Klettergerüsten benutzt. Von großer Bedeutung sind alle Übungen, die mit Klettern, Schaukeln und Hangeln in Verbindung stehen, da die Georg - Heimann - Halle über keinerlei Geräte verfügt, die an den Wänden oder der Decke befestigt sind. Zwei Klettergerüste auf dem Schulhof sind somit die einzige Möglichkeit, Bewegungserfahrungen in den oben genannten Bereichen zu sammeln.
Beide Standorte nutzen gemeinsam das städtische Schwimmbad.
Schwerpunkte des Unterrichtes
Der Sportunterricht orientiert sich an den gültigen Richtlinien und Lehrplänen.
Die Grundschule Netphen möchte allen Kindern Spaß und Freude an der Bewegung vermitteln. Leider müssen vermehrt Kinder erst befähigt werden, sich "richtig" zu bewegen, da immer häufiger Bewegungsdefizite auftreten.
Große Defizite lassen sich im Bereich der "koordinativen Fähigkeiten", aber auch im Bereich "Miteinander spielen" feststellen.
Schwerpunkt der Schuljahre 1 und 2 ist es, insbesondere die koordinativen Fähigkeiten zu fördern, um motorische Schwächen auszugleichen und so eine gute Ausgangsbasis für das Erlernen neuer Bewegungsformen zu schaffen. Gleichzeitig werden die Kinder durch kleine Spiele auf Mannschaftsspiele vorbereitet.
Schwerpunkt der Klassen 3 ist der Schwimmunterricht. Er wird für beide Standorte gemeinsam erteilt. Dadurch bietet sich die Möglichkeit einer vielfältigen Differenzierung nach Leistungsvermögen.
Im Lernbereich Schwimmen bereitet die Zensierung große Probleme, da die Kinder noch mehr als in anderen Lernbereichen mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schule kommen. Hier kann sich die Zensur nur an dem individuellen Lernfortschritt orientieren. Ein Kind, das am Schuljahresanfang Nichtschwimmer ist, wird niemals den Leistungsstand erreichen, den ein Kind bereits hat, das vor Beginn des Schwimmunterrichts das Schwimmabzeichen in Bronze erwarb.
Um dennoch ermutigende (und damit nicht am objektiven Leistungsstand orientierte) Zensuren geben zu können, die aussagekräftig bezüglich des Leistungsvermögens im Bereich Schwimmen sind, erhalten alle Kinder eine Bemerkung im Zeugnis, die die Leistungsgruppe/Kompetenzstufe kennzeichnet, auf die sich die erteilte Zensur bezieht
- AB 1: Das Kind nahm am Unterricht "Wassergewöhnung" teil
- AB 2: Das Kind nahm am Unterricht "Wasserbewältigung" teil
- AB 3: Das Kind nahm am Unterricht "Wassersicherheit" teil
Erhalten Klassen zusätzlich zum Schwimmunterricht noch eine weitere Sportstunde, wird eine Gesamtzensur Sport erteilt. Darin wird Schwimmen mit zwei Dritteln und Sport mit einem Dritten gewichtet.
In den Klassen 4 bildet das Erlernen verschiedener Mannschaftsspiele von besonderer Bedeutung. Sie eröffnen die lebenslangen Chancen für eine sinnvolle Freizeitgestaltung, die sowohl gesundheitsfördernd als auch bezüglich sozialer Kontakte wichtig sind.
Arbeitsgemeinschaften und Wettkämpfe
Neben dem Sportunterricht können die Kinder an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften teilnehmen.
Die Schule selbst bietet für beide Teilstandorte gemeinsam im ersten Schulhalbjahr eine Fußball - AG und im zweiten Schulhalbjahr eine Korbball – AG für Mädchen an.
In der Sporthalle Obernetphen findet eine Tischtennis - AG in Zusammenarbeit mit dem Verein Tischtennisgemeinschaft Netphen e.V. statt. Sie ist für Schüler beider Standorte offen.
Am Standort Niedernetphen organisiert die Schule zusammen mit dem Verein „Chess - Tigers Siegerland“ eine Schach - AG.
Wettkämpfe sind elementarer Bestandteil des Sportes. Sie zeigen den erreichten Leistungsstand im Wettbewerb mit anderen. Deshalb beteiligt sich die Schule an Wettkämpfen mit anderen Schulen auf Stadtebene (Korbballturnier, Fußballturnier, Leichtathletikvergleichskampf).
Gegen Ende des Schuljahres finden die Bundesjugendspiele auf den Sportplätzen in Dreis-Tiefenbach und in der Schmellenbach statt. Die Anzahl der Kinder und der Wunsch, das Fest an einem Tag stattfinden zu lassen, macht es notwendig, den Wettkampf an zwei unterschiedlichen Stätten auzutragen. Die Klassen 1 und 2 beider Standorte treffen sich hierzu in der Schmellenbach. Die älteren Kinder fahren gemeinsam mit dem Bus zum Sportplatz Dreist-Tiefenbach.
Diejenigen, die besondere Leistungen erbringen, werden auf dem Schulhof geehrt.
Die besten schulischen Leichtathleten bestreiten alljährlich einen Leichtathletik-Vergleichswettkampf der fünf Netphener Grundschulen.
3.2.7. Kunst
Räumliche und materielle Möglichkeiten
In jedem Schuljahr werden zwei oder drei Wochenstunden Kunstunterricht erteilt. Der Unterricht findet in den Klassenräumen oder im Werkraum (nur am Standort Obernetphen) statt. Die Grundschule Netphen verfügt an beiden Standorten über einen Töpferofen. Verbrauchsmaterial (Tonpapier, Transparentpapier) wird nicht vom Schuletat gekauft, sondern jeder Kunstlehrer sammelt in Absprache mit den Eltern einen Betrag zur Deckung der Unkosten ein.
Aufgaben und Akzente des Kunstunterrichtes
Der Kunstunterricht hat die Aufgabe
- Freude am praktischen Tun zu vermitteln und zum Gestalten hinzuführen,
- zu differenzierter Wahrnehmung, zum Verstehen und Beurteilen ästhetisch-kultureller Erscheinungen und Vorgängen zu befähigen,
- grundlegende fachspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln,
- zur Weiterbildung nonverbaler Ausdrucks- und Mitteilungsformen herauszufordern
Neben den ästhetisch-kulturellen Bereichen Zeichnen und Malen, Plastizieren und Bauen, Bilden textiler Formen sowie Bilden und Ausgestalten textiler Flächenwerden auch visuelle Medien (Comics, Filme) zum Gegenstand des Kunstunterrichtes. Der Schwerpunkt der Grundschule Netphen liegt nicht nur auf der kreativen Gestaltung, sondern auch auf der Betrachtung von Kunstwerken und dem Kennenlernen von Künstlern, so dass die Schüler durch ihr Kunstverständnis zu schöpferischer Tätigkeit angeregt werden.
Präsentation und Ausstellung von Arbeitsergebnissen
Die Ausstellung und Dokumentation von Schülerarbeiten geschieht einerseits in den jeweiligen Klassenräumen, andererseits durch Ausstellung in Wechselrahmen auf den Gängen und auf den Fluren.
Leistungsbewertung von Arbeitsergebnissen
In die Leistungsbewertung fließen folgende Grundsätze mit ein:
- Mitarbeit der Schüler bei der Erarbeitung von Kriterien für die Aufgabenstellung
- Einhaltung und Umsetzung der Kriterien bei der Bearbeitung der Aufgabenstellung
- Individuelle Anstrengung des einzelnen Schülers, die gestellten Aufgaben unter Einbeziehung der Kriterien zu bearbeiten.
3.2.8 Musik (Evaluierte Version 2010)
Pädagogisches Grundverständnis
Der Musikunterricht der Grundschule Netphen soll in erster Linie die Freude an Musik wecken und nachhaltig fördern. Wir halten es für besonders wichtig, jungen Menschen Musik in der Weise nahe zu bringen, dass sie Lust verspüren, selbst zu musizieren oder das Hören von Musik als Bereicherung ihres Alltags im Freizeitbereich empfinden. Dieses elementare Grundverständnis findet auch seinen Niederschlag in unseren Aussagen zur Leistungsbeurteilung.
Die Entfaltung der musikalischen Wahrnehmungs-, Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit steht bei unserer pädagogischen Konzeption im Vordergrund.
Das Fach Musik bietet vielfältige Möglichkeiten, Kinder ganzheitlich anzusprechen und zu fördern. Sie werden in ihrer Persönlichkeit gestärkt und grundlegende Schlüsselkompetenzen wie z. B. Teamfähigkeit, Konzentration, Empathie und Kommunikationsfähigkeit werden ausgebildet und erweitert.
Die einzelnen Lerngruppen werden in besonderem Maße musikpraktisch unterrichtet, wie z. B. durch Bewegungsgestaltungen, Instrumentenspiel, Singen, Malen nach Musik, Musik hören usw.
Sachliche und fachliche Voraussetzungen
Beide Standorte verfügen über optimale räumliche Bedingungen, die es erlauben, auch größere Aufführungen mit Kindern durchzuführen. Vielfältige Instrumente stehen für die Kinder zum Musizieren bereit.
Die Schule verfügt leider über keine ausgebildeten Musiklehrkräfte.
Die Lehrerinnen und Lehrer, die das Fach unterrichten, tun dies jedoch mit Freude und Engagement, wenn auch ohne die Voraussetzungen, die eine Fachkraft hat.
Das schulinterne Curriculum stellt deshalb einen Kompromiss zwischen den fachlichen Anforderungen des Lehrplans und den praktischen Umsetzungsmöglichkeiten vor Ort dar.
Besondere musikalische Angebote
-
Verpflichtende Angebote
- Teilnahme an Schulkonzerten des Kreises Siegen - Wittgenstein
-
Kinder erleben Musik vorwiegend über Tonträger. Live-Konzerte sind dagegen die Ausnahme. Sie jedoch schaffen eine besondere Motivation, sich mit Musik auseinanderzusetzen. Das Schulamt für den Kreis Siegen - Wittgenstein organisiert alljährlich Konzerte mit großen Orchestern. Die Programme werden unter pädagogischen Aspekten ausgewählt und mit den Fachlehrern so vorbereitet, dass sie optimal in den regulären Unterricht eingebunden werden können. Die Grundschule Netphen nutzt diese Angebote regelmäßig für ihre vierten Klassen.
-
Freiwillige Angebote
Zusätzliche musikalische Angebote (freiwillig; mit Freizeitcharakter) unterstützen unsere Bemühungen, die Motivation und Begeisterung für Musik zu wecken.
- Musical - Kids
-
Beide Standorte haben einen gemeinsamen Musicalchor (die Musical-Kids) in Kooperation mit der evangelischen Kirche Netphen. Er führt in der Regel jährlich ein Musical auf und wirkt bei Gottesdiensten mit.
- Flötenkurse und Blechbläserlehrgang
-
Alle Schüler sollten die Gelegenheit erhalten, ein Instrument zu erlernen und gemeinsam mit anderen zu musizieren. Am Standort Niedernetphen organisiert der Förderverein für jede Klasse einen Flötenkurs zusätzlich zum regulären Musikunterricht. Die Teilnahme ist freiwillig. Er beginnt nach Ablauf der Weihnachtsferien in der Klasse 1 und endet in Klasse 4.
Die dafür anfallenden Kosten müssen so niedrig sein, dass alle Eltern sie aufbringen können. Die Kurse sind in den normalen Stundenplan integriert. So können auch Fahrschüler ohne Schwierigkeiten daran teilnehmen.
In diesen Kursen erlernen die Kinder nicht nur das Musizieren, sondern sie erwerben auch theoretische Kenntnisse, die über den Rahmen des normalen Musikunterrichts hinausgehen.
Die Schüler erhalten Gelegenheit, ihre musikalischen Fähigkeiten regelmäßig in Schulkonzerten zu präsentieren. Dies kräftigt die Motivation zum Üben und stärkt das Selbstwertgefühl.
Am Standort Obernetphen können die Kinder der Klassen 4 ein Blechblasinstrument erlernen. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Posaunenchor der evangelischen Kirche Netphen.
Schulinternes Curriculum
Die Grundschule Netphen hat anhand des gültigen Lehrplans das nachfolgend aufgelistete schulinterne Curriculum erstellt. Dabei wurden die Texte größtenteils wortgleich übernommen.
Den Lehrkräften ist es freigestellt, die Musikstücke nach ihrer persönlichen Präferenz auszuwählen, mit denen sie die angestrebten Kompetenzen vermitteln möchten.
Kompetenzbereich: Musik machen - mit der Stimme (Schwerpunkt: Lieder kennen lernen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- singen Lieder auswendig
- singen überlieferte und aktuelle Lieder zu verschiedenen Themenbereichen (z. B. zum Tages- und Jahresverlauf, zu Feiern und bestimmten Anlässen)
- singen Lieder verschiedener Gattungen (z. B. Volkslieder, Tanzlieder, Kanons, religiöse Lieder und Schlager)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- singen Lieder aus einem erweiterten Repertoire
- singen Lieder aus einem erweiterten Repertoire auswendig
- singen Lieder verschiedener Gattungen (z. B. Song, Quodlibet, RAP)
- singen mit differenzierten melodischen und rhythmischen Verläufen und Harmonien
- singen Lieder aus verschiedenen Sprach- und Kulturräumen (z. B. Spirituals und Lieder aus den Herkunftsländern der Kinder)
Kompetenzbereich: Musik machen - mit der Stimme (Schwerpunkt: Lieder mit der Stimme gestalten)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- singen Lieder artikuliert
- singen locker und anstrengungsfrei
- singen in einem nach oben erweiterten Tonraum
- singen in der Gruppe einstimmig sicher, ( tonhöhen- und rhythmusgetreu)
- gestalten beim Singen Lautstärke, Tempo und Ausdruck angemessen
- erfinden kurze Lieder
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- singen mit erweitertem Stimmumfang
- singen in einfachen Formen der Mehrstimmigkeit
- singen Melodiesequenzen entsprechend Vortragsvorgaben
- erfinden und gestalten Melodien zu Gedichten, Szenen und Geschichten
Kompetenzbereich: Musik machen - mit Instrumenten (Schwerpunkt: Mit Instrumenten improvisieren und experimentieren)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- gehen mit Stimme und Artikulation spielerisch um (z. B. verschiedene Geräusche erzeugen, Tierlaute imitieren, Menschen karikieren oder Zungenbrecher sprechen)
- gestalten Sprechspiele und Stimmklangspiele
- zeichnen die Improvisationsergebnisse auf Tonträger auf und sprechen über sie
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- gestalten - auch eigene - Sprechverse, Gedichte, Szenen und Geschichten klangmalerisch
- heben rhythmische und melodische Merkmale von Klangspielen und Sprechstücken durch Stimme, Bewegungen, Körperinstrumente und einfache Schlaginstrumente hervor
- zeichnen die Improvisationsergebnisse auf Tonträger auf und reflektieren sie
Kompetenzbereich: Musik machen - mit Instrumenten (Schwerpunkt: Musik auf Instrumenten spielen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- spielen auf Körper- und Rhythmus-instrumenten zu einfach strukturierten Musikstücken in angepasster Lautstärke mit
- entsprechen beim Mitspielen der Spielvorgabe, den Dirigiergesten und einer elementaren Spiel-mit-Partitur
- begleiten Lieder auf Rhythmusinstrumenten
- bringen einfache notierte Spielstücke zum Klingen
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- begleiten geeignete Musikstücke auf Instrumenten in angepasster Lautstärke
- setzen Spiel-mit-Partituren um
- sprechen über Informationen zum Musikstück und seiner Geschichte
- begleiten Lieder mit "Bausteinen"
Kompetenzbereich: Musik hören (Schwerpunkt: Musik in ihrer Vielfalt begegnen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- sprechen über Live-Musik-Erlebnisse in der Schule (z. B. Präsentation von Unterrichtsergebnissen, Schulkonzert, Einladung von Musikern)
- benennen verschiedene Instrumente (z. B. des Orff-Instrumentariums) und ordnen deren Klänge zu
- identifizieren Instrumental- und Vokalmusik am Klang und ordnen sie zu
- unterscheiden hörend elementare Gliederungsprinzipien der Musik (z. B. Wiederholung; Kontrast in Dynamik, Tempo und Tonhöhe) und drücken sie aus (z. B. sprachlich, grafisch, tänzerisch)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- sprechen über Live-Musik-Erlebnisse (z. B. in der Schule, am Ort bzw. in der näheren Umgebung; Musiksendungen in Hörfunk und Fernsehen) und begründen ihre Wertungen
- benennen Vertreter der Instrumentengruppen (Streich-, Holzblas-, Blechblas- und Schlaginstrumente) und ordnen deren Klänge zu
- stellen ihre eigene Lieblingsmusik vor und äußern sich über die Erfahrungen mit ihr
- unterscheiden Musik in ihrer Verschiedenartigkeit mit Hilfe bestimmter Ordnungskriterien; Beispiele für Ordnungskriterien: Zweck, Besetzung. Kulturkreis
- erkennen grundlegende musikalische Formen (z. B. Liedformen, Rondo, Thema und Variationen)
Kompetenzbereich: Musik hören (Schwerpunkt: Wirkungen von Musik erfahren)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- lassen den Ausdrucksgehalt von Musik auf sich wirken und zeigen dies mit verschiedenen Mitteln (z. B. sprachlich, gestisch, mimisch, motorisch, grafisch)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- lassen den Ausdrucksgehalt von Musik auf sich wirken und zeigen dies mit verschiedenen Mitteln (z. B. sprachlich, gestisch, mimisch, motorisch, grafisch)
- erklären, welche musikalischen Mittel den Ausdruck bewirken (z. B. Tempo, Lautstärke, Tonhöhe, Klangfarbe)
Kompetenzbereich: Musik hören (Schwerpunkt: Notationselemente verwenden)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- verwenden elementare Notationen lesend oder schreibend als Hörhilfen (z. B. für schrittartigen Rhythmus gleichmäßig angeordnete dicke Punkte; für andauernde Klänge entsprechend lange Linien)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- verwenden grafische und einfache traditionelle Notationen lesend oder schreibend als Hörhilfen (z. B. Viertel-, halbe und ganze Noten, auf- und absteigende Tonfolgen, Lautstärke und Tempobezeichnungen)
Kompetenzbereich: Musik umsetzen (Schwerpunkt: Sich zur Musik bewegen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- realisieren passende eigene Bewegungsformen zu Liedern und Musikstücken und machen dabei Stimmungen der Musik deutlich
- setzen nach Vorgaben tänzerische Bewegungen ein und gestalten musikalische Szenen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- realisieren zur Musik improvisie-rend Bewegungsformen, üben diese und entwickeln sie dabei weiter
- führen Tänze zu Liedern und Musikstücken aus und gestalten diese
- entwickeln Tänze nach Vorgaben, setzen selbst entwickelte Tanzideen um und gestalten sie aus
Kompetenzbereich: Musik umsetzen (Schwerpunkt: Musikalische Szenen gestalten)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- gestalten zu Vorlagen musikalische Spielszenen (z. B. Bilder-buch, Märchen, Gedicht, Lied, Spielidee)
- spielen mimisch und gestisch zu Musik
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- gestalten zu Themen oder Inhalten musikalische Spielszenen mit choreographischen Mitteln
- spielen szenisch zur Musik
Kompetenzbereich: Musik hören (Schwerpunkt: Musik in Bilder umsetzen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Die Schülerinnen und Schüler
- visualisieren durch Musik ausge-löste Empfindungen, Stimmungen und Gedanken in Farbe und Form
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Die Schülerinnen und Schüler
- visualisieren Musik, indem sie Analogien zwischen Klang und bildlicher Darstellung herstellen und über ihre Ergebnisse sprechen
Leistung fördern und bewerten
Nichts ist erfolgreicher als der Erfolg. Kinder lieben die Fächer, in denen sie Erfolg haben und gelobt werden. In Fächern, in denen man ihnen Misserfolge bescheinigt, "gehen sie aus dem Felde" (Lewin), das heißt, sie arbeiten nur mit aufgrund des äußeren Drucks, nicht jedoch aus eigenem Antrieb.
Gerade im Fach Musik aber kommt es uns darauf an, eine intrinsische lebenslange Motivation zu entwickeln. Deshalb muss jede Leistungsbeurteilung pädagogisch sehr behutsam angesetzt werden.
Wenn wir wollen, dass junge Menschen selbst musizieren oder hörend einen Zugang zur Musik finden, müssen wir jedem Kind das Gefühl geben, dass es dazu in der Lage ist, wenn es nur will. Deshalb ist die Anstrengungsbereitschaft und Mitarbeit im Fach Musik das oberste Kriterium der Leistungsbeurteilung.
Wer beides zeigt, erhält an der GS Netphen mindestens die Zensur befriedigend.
Die Zensur verbessert sich weiter, wenn in den beschriebenen Kompetenzbereichen gute Leistungen erbracht werden.
Ferner anerkennen wir die Bereitschaft, sich außerunterrichtlich bei den Musical-Kids oder in den Flötenkursen bzw. bei den Blechbläsern zu engagieren.
Aber wir anerkennen auch die Mitwirkung in anderen musikalischen Gruppen der Region und ermuntern die Kinder, ihre dort verwendeten Instrumente im Unterricht vorzustellen.
Demotivierende Beurteilungen (ausreichend, mangelhaft, ungenügend) erteilen wir nur, wenn Kinder die Mitarbeit im Unterricht weitgehend verweigern oder ihn sogar vorsätzlich stören.
Zusatzanmerkung:
Wir sind uns bewusst, dass unser Ansatz nicht mit den Aussagen des Lehrplans Musik (S. 95) übereinstimmt, der stärker auf fachbezogene Beurteilungskriterien abhebt. Die dort aufgelisteten Bewertungskriterien finden auch bei uns Beachtung, wenn es um die Zensuren sehr gut, gut und befriedigend geht. Wir setzen jedoch aus den dargestellten Gründen Anstrengungsbereitschaft und Mitarbeit über die fachlichen Leistungen.
3.2.9. Englisch (Evaluierte Version 2011)
3.2.9.1 Ausgangslage
Seit dem Schuljahr 2003/2004 erhalten alle Kinder in der dritten und vierten Klasse zwei Wochenstunden Englisch, seit dem Schuljahr 2008/2009 beginnt der Englischunterricht in der 2. Hälfte des 1. Schuljahres. Die GS Netphen verfügt dafür über 5 Lehrkräfte mit der notwendigen sprachlichen Qualifikation und der fachdidaktischen Ausbildung. Den Anforderungen der gültigen Richtlinien aus dem Jahr 2008 kann damit in vollem Umfang entsprochen werden.
3.2.9.2 Zielsetzungen
"Der Englischunterricht in der Grundschule bildet die Grundlage für ein lebenslanges Fremdsprachenlernen und den Erwerb der Mehrsprachigkeit" (Lehrplan Englisch S. 71).
Er ist damit nicht nur bedeutsam für das Erlernen der Englischen Sprache an sich, sondern er vermittelt auch grundlegende und übergreifende Kompetenzen für das Sprachenlernen allgemein. Er ist ein "Modell für das Sprachenlernen insgesamt." (Lehrplan Englisch S. 71).
Damit dies gelingen kann, muss der Englischunterricht das grundlegende pädagogische Prinzip beachten, dass den Kindern eine intrinsische geprägte Lern- und Leistungsmotivation (mit der Ausrichtung "Hoffnung auf Erfolg", nicht "Furcht vor Misserfolg") vermittelt wird. So benennt denn ein Leitziel der Lehrpläne auch "die Entwicklung von Interessen und Freude am Sprachenlernen und an fremden Lebenswelten" (Lehrplan Englisch S. 71).
Aber auch die weiteren Leitziele orientieren sich an dem Auftrag, ein Modell für das Sprachenlernen allgemein zu sein.
Der Englischunterricht dient
- dem Erwerb, der Erprobung und der Festigung elementarer sprachlicher Mittel
- der Bewältigung von einfachen Sprachhandlungssituationen
- dem Erwerb von Lern- und Arbeitstechniken sowie wirkungsvollen Strategien des Sprachenlernens
Dies geschieht durch
- handelnde und sprachliche Auseinandersetzung mit kultureller und sprachlicher Vielfalt
- den Erwerb grundlegender sprachlicher Mittel
- den Erwerb konkreter kommunikativer Fähigkeiten und Fertigkeiten
- die Vermittlung eines verlässlichen Sockels sprachlicher Kompetenzen zur Weiterarbeit in der Sekundarstufe
3.2.9.3 Lernen und Lehren (vergl. Lehrpläne Englisch S. 71)
Die Lehrpläne machen verbindliche Aussagen zum Lernen und Lehren im Fach Englisch und setzen damit den Rahmen für die Gestaltung des schulinternen Curriculums, der Methodik und auch die Grundlagen der Leistungsbeurteilung.
- Der Englischunterricht ab Klasse 1 berücksichtigt bereits gemachte Spracherfahrungen und vorhandenes Sprachwissen der Kinder.
- Ausgangs- und Mittelpunkt des Unterrichts sind Situationen der Sprachverwendung mit Themen aus der Lebenswelt der Kinder.
- Der Aufbau sprachlicher Kompetenz beginnt mit der Entwicklung rezeptiver Fertigkeiten (Hörverstehen, Hör-Sehverstehen, Leseverstehen) und setzt sich fort über die Wiedererkennung von Wörtern, Wortfolgen und Sätzen in Kontextsituationen.
- Die grundsätzliche Methodik besteht deshalb in einem überwiegend einsprachig geführten Unterricht und in konkreten Situationen für sprachliches Handeln mit einer interessanten, authentischen und geeigneten Lernumgebung.
- Die Weiterentwicklung der sprachlichen Kompetenz erfolgt über produktive Fertigkeiten durch Übernahme sprachhandelnder Rollen und durch reproduzierte formelhafte Wendungen ohne Erkennung einzelner Elemente und Strukturen.
- Das Ziel der Vermittlung einer intrinsischen Lern- und Leistungsmotivation mit der Ausprägung "Hoffnung auf Erfolg" verlangt Rücksicht auf Kinder, die zunächst noch Angst oder Scheu vor dem aktiven Sprechen haben (silent period). Deshalb gilt es abzuwarten, bis sie aufgrund ihres durch Zuhören erworbenen Wissens selbst aktiv werden wollen.
- Lieder und Reime sind ein geeignetes Instrumentarium für szenisches Spiel und ermöglichen einen hohen rezeptiven und produktiven Sprachumsatz.
- Auch eine langsame Hinführung zum Lesen kann bereits am Anfang des Lernprozesses stehen, denn geschriebene Wörter oder Texte sind für viele Kinder eine Lern- und Merkhilfe. Ab Klasse 2 ist auch die Nutzung von bildgestützten "childrens dictonaries" sinnvoll.
- Gleiches gilt für eine langsame Hinführung zum Schreiben. Dabei wichtig ist, dass die Lehrkräfte einen risikofreudigen Umgang mit der Schriftsprache unterstützen, indem sie nur sehr vorsichtige Fehlerkorrekturen verwenden. Über das Schriftbild lassen sich auch Sprachmuster und Sprachstrukturen gelegentlich besser bewusst machen.
- Nach dem Erwerb erster Grundlagen erfolgt die Weiterentwicklung durch Verwirklichung eigener Redeabsichten der Schüler in bedeutungsvollen Situationen, die Nutzung von Inhaltswörtern (Nomen, Verben, Adjektiven) und Strukturwörtern sowie grundlegenden Satzmustern (Konstruktionsmustern). Erlaubt ist dabei auch Sprachbetrachtung (auch vergleichend) in der Unterrichtssprache Deutsch.
- Das Gesamtkonzept des Lernprozesses wird dabei als spiralförmige Progression durch Üben, Wiederholen und Umwälzung des Gelernten in sinnvollen neuen Zusammenhängen verstanden. Auf diese Weise vollzieht sich die Entwicklung eines strukturierenden und konstruierenden Umgangs mit der Englischen Sprache aus aufnehmenden und reproduzierenden Aktivitäten.
3.2.9.4 Orientierung an Kompetenzen
Wie auch die anderen Lehrpläne orientiert sich das Fach Englisch an Kompetenzen.
Jedem der vier verbindlichen Bereiche
- Kommunikation – sprachliches Handeln
- Interkulturelles Lernen
- Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln
- Methoden
sind verschiedene Schwerpunkte zugeordnet.
Innerhalb dieser Schwerpunkte formulieren die Richtlinien Kompetenzerwartungen für das Ende der Schuleingangsphase und das Ende der Klasse 4.
Zur konkreten inhaltlichen Umsetzung werden die sprachlichen Kompetenzen in Situationen und thematischen Kontexten angewendet und erworben, die der Lebenswirklichkeit der Kinder entsprechen.
Der Lehrplan benennt dafür 5 Erfahrungsfelder mit Unterpunkten / Themen
- 1. zu Hause hier und dort
me and my family; my friends; at home and abroad - 2. jeden Tag und jedes Jahr
through the year; my body and my clothes; food an drinks; special days, - 3. lernen, arbeiten, freie Zeit
at school; at work; leisure time - 4. eine Welt für alle
our nature; our environment; children of the world - 5. auf den Flügeln der Fantasie
fantasy world; fairy tailes
Die Bereiche, Schwerpunkte und Erfahrungsfelder sind verbindlich. Sie wirken bei der Gestaltung komplexer Lernsituationen integrativ zusammen.
3.2.9.5 Bereiche und Schwerpunkte
3.2.9.5.1 Kommunikation – sprachliches Handeln
"Die Schülerinnen verständigen sich auf einfache Art in häufig wiederkehrenden, ihnen vertrauten Alltagssituationen der Schule und ihrer Lebenswelt au Englisch." (Lehrplan Englisch S. 77)
Schwerpunkt: Hörverstehen/ Hör- Sehverstehen
Ein entscheidender Schritt beim Aufbau einer Sprachkompetenz ist das Verstehen. Neue sprachliche Formen und Strukturen müssen zunächst in situativen Kontexten auditiv und visuell wahrgenommen, intern mit Bekanntem abgeglichen und innerlich organisiert werden, ehe sie den Schülerinnen und Schülern für die Sprachproduktion zur Verfügung stehen. Dafür brauchen Schülerinnen und Schüler ein intensives Sprachangebot (Sprachbad) und vielfältige Verstehenshilfen (ausdrucksstarke Mimik, Gestik und Intonation, Realia, Abbildungen). Auf diese Weise erleben die Kinder, dass sie dem Unterrichtsgeschehen folgen können und englischen Geschichten, Hörtexten und Hörsehtexten (Videos) – auch unter Einbezug ihres Weltwissens – wesentliche Informationen entnehmen können.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Hörverstehen/ Hör- Sehverstehen: Die Schülerinnen und Schüler
- verstehen häufig wiederkehrende classroom-phrases (einfache Aufforderungen, Erklärungen verstehen und für das eigene Handeln nutzen, z.B. take out your... please, point at, fill in...).
- erkennen einzelne Wörter und Wortfolgen wieder (Reime, Rap, Lieder mit den dazu gehörigen Bewegungen).
- vollziehen die wesentlichen Handlungselemente von einfachen kurzen (auch authentischen) szenischen und narrativen Texten nach (durch Wort-Bild-Zuordnung von CD).
- erfassen wesentliche Inhaltsaspekte von authentischen Texten wie Liedern und Reimen und reagieren entsprechend gestisch und mimisch.
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Hörverstehen/ Hör- Sehverstehen: Die Schülerinnen und Schüler
- folgen den classroom discourse (komplexere Aufforderungen, Erklärungen)
- verstehen kindgerechte Texte und entnehmen ihnen in Bezug auf Handlungsschritte und Akteure wesentliche Informationen
Schwerpunkt: Sprechen – an Gesprächen teilnehmen und zusammenhängendes Sprechen
Der Englischunterricht nutzt das natürliche Mitteilungsbedürfnis der Kinder dieser Altersgruppe und bietet ihnen so oft wie möglich Gelegenheiten zum aktiven sprachlichen Handeln.
Wenn sie ein gewisses Repertoire an Wörtern und Redemitteln rezeptiv zur Verfügung haben, beginnen die Schülerinnen und Schüler zu sprechen. Sie benutzen Wörter, Ausdrücke und Sprachmuster, die sie zunächst als Ganzes erworben haben und bei der Gestaltung einfacher Dialoge verwenden können.
Schülerinnen und Schüler werden ermuntert, sich zuversichtlich in der fremden Sprache auszudrücken und etwas zu riskieren. Sie erfahren, dass eine Verständigung auch dann möglich ist, wenn beim Sprechen noch Fehler gemacht werden.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Sprechen – an Gesprächen teilnehmen: Die Schülerinnen und Schüler
- antworten auf geläufige Fragen mit (Einwortsätzen, chunkes und ggf. deutschen Wörter)
- wenden formelhafte häufig genutzte Frage- und Aussagesätze situationsgerecht an (Begrüßung, Verabschiedung, Geburtstag)
- spielen kurze geübte Dialoge nach
- sprechen vertraute Wörter und Sätze mit und nach und tragen kurze bekannte Texte auswendig vor (Reimen, Gedichte, Lieder)
- nutzen sehr häufig gebrauchte Wendungen, um über sich selbst und Dinge aus dem unmittelbaren Umfeld zu sprechen (my name is..., I like..., my favourite animal is...)
- sprechen vertrauten Sätzen zu einer bekannten Bilderfolge
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Sprechen – an Gesprächen teilnehmen: Die Schülerinnen und Schüler
- beteiligen sich an Unterrichtsgesprächen
- stellen und beantworten selbstständig Fragen zu Themen aus den Erfahrungsfeldern
- agieren in Rollenspielen mit bekanntem Wortschatz und bekannten Redemitteln zunehmend selbstständig
- tragen einfache Texte auswendig vor bzw. lesen darstellend laut (z.B. Gedichte, Chants)
- beschreiben Personen, Dinge und deren Eigenschaften sowie Handlungen und Gefühle
- erzählen und berichten mit vertrauten Wendungen über Ereignisse bzw. Erlebnisse
Schwerpunkt: Leseverstehen
Verstehens- und Behaltensprozesse werden durch das Schriftbild unterstützt. Vom einfachen ganzheitlichen Wiedererkennen und Zuordnen einzelner Wörter zu Bildern geht die Entwicklung hin zum Sinn entnehmenden und erschließenden Lesen von Sätzen und kleinen Texten. Eine wichtige Rolle spielen hier authentische Materialien wie englische Bilderbücher, Kinderbücher, dictionaries, Zeitschriften, für Kinder entwickelte Internet-Magazine (e-zines) etc.
Bei der Initiierung des Leseprozesses ist zu berücksichtigen, dass sich die Kinder in der Schuleingangsphase in unterschiedlichen Stadien des Alphabetisierungsprozesses in der deutschen Sprache befinden und dass von daher eine innere Differenzierung gerade beim Lesen erforderlich ist, um Über- oder Unterforderung zu vermeiden.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Leseverstehen: Die Schülerinnen und Schüler
- erkennen einzelne Wörter im Schriftbild wieder und ordnen ihnen die entsprechende Bedeutung zu (Wort- Bild- Zuordnung)
- erkennen vertraute Wörter wieder und setzen sie zu Kontexten in Beziehung (z.B. Flohmarkt, shopping)
- setzen einfache, durch Piktogramme unterstützte schriftliche Anweisungen um
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Leseverstehen: Die Schülerinnen und Schüler
- verstehen schriftliche Aussagen und kurze Erklärungen auf Satzebene in einem bekannten Kontext
- verstehen kurze Texte und entnehmen die wesentlichen Handlungselemente
- entnehmen Einladungen, Postkarten etc. wesentliche Informationen
Schwerpunkt: Schreiben
Das Schreiben hat unterstützende Funktion für einen ganzheitlichen Spracherwerb. Schülerinnen und Schüler werden zunächst an die Schriftbilder einzelner Wörter und Wendungen herangeführt. Dabei erwerben sie erste Einsichten in regelmäßige Laut- und Buchstabenbeziehungen bzw. Buchstabenfolgen des Englischen. Sie werden so zunehmend vertrauter mit dem Schriftbild bekannter Wörter und erstellen erste eigene kleinere Texte.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Schreiben: Die Schülerinnen und Schüler
- schreiben lautlich bereits gesicherte Wörter und einfache Wendungen ab (Wortschatzheft)
- übertragen Wörter und einfache Wendungen von der Tafel oder aus Textvorlagen versehen Bilder mit einer Überschrift
- nutzen die lern unterstützende Wirkung des Schriftbildes für den eigenen Lernprozess (als Gedächtnisstütze Bilder und Zeichnungen durch das entsprechende Schriftbild ergänzen)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Schreiben: Die Schülerinnen und Schüler
- beschriften Bilder mithilfe von bekanntem Wortmaterial
- verfassen kurze Texte durch das Zusammenfügen, Ergänzen und Zuordnen von Satzelementen oder Textbausteinen fertigen lernunterstützend einfache Notizen an (Stichwörter und Wendungen)
Schwerpunkt: Sprachmittlung
In einem einsprachigen und auf sprachliches Handeln angelegten Unterricht erleben Schülerinnen und Schüler immer wieder Situationen, in denen es sinnvoll und notwendig ist, das Wesentliche von fremdsprachlichen Äußerungen oder Texten in Deutsch wiederzugeben. Dies kann sowohl in der ‚echten’ Unterrichtssituation, wenn ein Kind etwas nicht verstanden hat und ein anderes hilft, als auch in kleinen Rollenspielen stattfinden. Sprachmittlung meint demnach nicht wörtliche Übersetzung, sondern die sinngemäße Wiedergabe von Gehörtem oder Gelesenem.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Sprachmittlung: Die Schülerinnen und Schüler
- geben Informationen aus einfachen mündlichen englischsprachigen Äußerungen sowie einfachen schriftlichen englischsprachigen Texten mit konkretem Themen- und Situationsbezug sinngemäß auf Deutsch an andere weiter
- geben einzelne Teilaspekte von Gehörtem auf Deutsch wieder (numbers, colours)
- erklären einen Arbeitsauftrag oder eine kurze Spielanleitung auf Deutsch (die durch Gestik begleitend besprochen wurde)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Sprachmittlung: Die Schülerinnen und Schüler
- geben Einzelheiten von Gelesenem auf Deutsch wieder (mit Zuhilfenahme eines Bildwörterbuches)
- erklären global verstandenes Gehörtes oder Gelesenes anderen auf Deutsch (z.B. die Pointe einer Geschichte)
3.2.9.5.2 Interkulturelles Lernen
"Im Zusammenhang mit den Erfahrungsfeldern sammeln die Schülerinnen und Schüler Informationen und erwerben erste Kenntnisse bezüglich der Alltagswelten, in denen Kinder in englischsprachigen Ländern leben. Auf diese Weise entwickeln sie Aufgeschlossenheit, Verständnisbereitschaft und Toleranz." (Lehrplan Englisch S. 80)
Im Zusammenhang mit dem Spracherwerb entwickelt der Englischunterricht funktionale interkulturelle Kompetenzen, indem er Lerngelegenheiten bietet, die es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Orientierungswissen aufzubauen und ein Verständnis für andere kulturspezifische Besonderheiten zu gewinnen. Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen erhalten die Kinder Einblick in fremde Kulturen und Lebensweisen. Sie erkennen dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihrer eigenen Situation und den Lebensumständen anderer. In Gesprächen über die mehrsprachige, multikulturelle Wirklichkeit von Kindern im englischen Sprachraum wird ihnen die kulturelle und sprachliche Vielgestaltigkeit der eigenen Lebenswirklichkeit zunehmend bewusster. Dies stärkt die Entwicklung von Aufgeschlossenheit, Verständnisbereitschaft und Toleranz. Eine wesentliche Voraussetzung für das Verständnis fremder Kulturen und Lebensweisen ist Authentizität. An diesem Anspruch müssen sich Themen, Situationen und vor allem Materialien messen lassen. In Frage kommen unterschiedliche Medien (z.B. Kinderlieder, Kinderbücher und multimediale Materialien).
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Lebenswelten erschließen und vergleichen: Die Schülerinnen und Schüler
- tragen Materialien (Fotos, Texte Werbung) zusammen, die Aufschluss geben über Alltagswelten in englischsprachigen Ländern gliedern die Materialien nach Erfahrungsfeldern und Themen
- machen sich mit dem Tagesablauf von Kindern in englischsprachigen Ländern vertraut (z.B. Familie, Freizeit und Schule)
- kennen Beispiele dafür, welche Lieder in englischsprachigen Ländern singen, welche Spiele sie spielen, welche Geschichten (Märchen) sie hören und welche Reime und Sprüche dort üblich sind
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Lebenswelten erschließen und vergleichen: Die Schülerinnen und Schüler
- erweitern ihre Dokumentation von Materialien (Fotos, Texte, Werbung, Tonaufzeichnungen, Videos), die Aufschluss geben über Alltagswelten in englischsprachigen Ländern
- ordnen den Materialien Überschriften in Stichwortform und kurze Kommentare zu
- befassen sich differenzierter mit dem Leben in Familie und Schule und häufig wiederkehrenden Situationen (einkaufen, reisen, Feste feiern)
- setzen sich mit Kinderbüchern und sonstigen Texten auseinander (easy readers), die für Kinder in englischsprachigen Ländern verfasst wurden
- wissen, dass in Großbritannien Menschen aus vielen Ländern der Welt mit unterschiedlichen Sprachen und Kulturen zusammenleben, und stellen in kurzen deutschsprachigen Phasen des Unterrichts Vergleiche zur eigenen Lebenswirklichkeiten an
- erkunden, in welchen Teilen der Welt Englisch die Sprache ist, die den Alltag bestimmt, und stellen fest, dass man sich auch in anderen Ländern meist in Englisch verständigen kann
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Handeln in Begegnungssituationen: Die Schülerinnen und Schüler
- kennen einfache Verhaltensweisen in Begegnungssituationen (z.B. Anredekoventionen, Begrüßungsrituale, Glückwünsche)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Handeln in Begegnungssituationen: Die Schülerinnen und Schüler
- bewältigen einfache Begegnungssituationen, indem sie einige wichtige kulturspezifische Verhaltensweisen (Begrüßungsrituale, Anredekonventionen) personenbezogen anwenden (bei Freunden, Familienangehörigen und bei ihren Lehrern im Gegensatz zu fremden Personen)
- formulieren Glückwünsche zu Festen, Feiertagen, Geburtstagen
- nehmen mit Hilfe des Englischen Kontakt zu Kindern außerhalb des eigenen Landes auf (E-Mails, SMS, Postkarten, kurze Briefe)
3.2.9.5.3 Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln
"Die Schülerinnen und Schüler verfügen über eine verständliche Aussprache, einen hinreichend großen Wortschatz und ein verlässliches Inventar an grammatischen Strukturen, um elementaren Kommunikationsbedürfnissen in vertrauten Situationen gerecht zu werden. Sie verwenden grammatische Strukturen soweit korrekt, dass die Verständlichkeit gesichert ist.“ (Lehrplan Englisch S. 81)
Beim sprachlichen Handeln entwickeln Schülerinnen und Schüler ihre Kompetenz im Bereich der Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln; sie erwerben ein begrenztes Repertoire an Wörtern, Redemitteln und basalen grammatischen Strukturen sowie die wesentlichen Laut- und Intonationsmuster.
Schwerpunkt: Aussprache und Intonation
Die Schülerinnen und Schüler entwickeln von Beginn an eine verständliche und zunehmend angemessene Aussprache und Intonation. Neben der Lehrkraft, die als ‚Modell’ über eine gute Aussprache verfügen sollte, spielen Medien mit authentischen Aussprachemodellen aus dem englischsprachigen Raum eine wichtige Rolle.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Aussprache und Intonation: Die Schülerinnen und Schüler
- sprechen häufig geübte Wörter und Redewendung verständlich aus
- erkennen und imitieren typische Klang- und Betonungsmuster (Fragen und Aussagen richtig intonieren)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Aussprache und Intonation: Die Schülerinnen und Schüler
- sprechen vertraute Wörter und Redewendungen zunehmend korrekt aus
- übertragen vertraute Klang- und Betonungsmuster auf unbekannte Wörter und Sätze
Schwerpunkt: Wortschatz und Redemittel
Wortschatz und Redemittel werden im Verlauf der thematisch variierenden Erfahrungsfelder stetig ausgebaut. Der Spracherwerb vollzieht sich somit spiralförmig in Schritten, die Neues mit bereits Gelerntem verknüpfen. Auf diese Weise entsteht ein tragfähiges, auf Wachstum angelegtes Netzwerk an Wörtern, Strukturen und Phrasen, das den Schülerinnen und Schülern effizientes und erfolgreiches kommunikatives Handeln ermöglicht.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Wortschatz und Redemittel: Die Schülerinnen und Schüler
- machen Aussagen über sich selbst, zu benannten Gegenständen, Eigenschaften und Handlungen, indem sie Nomen, Adjektive und Verben verwenden
- folgen dem einsprachigen Unterrichtsgespräch und beteiligen sich mit einfachen Strukturen (Einwortsätze)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Wortschatz und Redemittel: Die Schülerinnen und Schüler
- beteiligen sich mit einem wachsenden und zunehmend vernetzen Vorrat an Wörtern und Strukturen am Unterrichtsgespräch
- treffen mit formelhaften Wendungen Aussagen zu bekannten Gegenständen, Eigenschaften, Befindlichkeiten und Handlungen (Nomen, Verben, Adjektive, Strukturwörter)
- äußern Vorlieben und Abneigungen, machen Vorschläge
- erarbeiten Wortfelder und Wortfamilien zu bekannten Themen
Schwerpunkt: Grammatik
Grammatische Strukturen und Formen haben dienende Funktion und werden stets im konkreten situativen und inhaltlichen Zusammenhang erworben. Sie spielen eine wichtige Rolle, weil sie den Schülerinnen und Schülern zusammenhängende Äußerungen ermöglichen. Gleichzeitig fördern sie den systematischen und ganzheitlichen Spracherwerb.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Grammatik: Die Schülerinnen und Schüler
- benennen und beschreiben Personen, Gegenstände und Orte (in der 1. und 3. Person)
- kennen regelmäßige Pluralformen der Nomen (cat - cats)
- bilden einfache Verneinungen (I like - I do not like)
- verwenden formelhaft einfache kontextbezogene Fragen (What’s this?)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Grammatik: Die Schülerinnen und Schüler
- sprechen über sich und andere, über Personen, Lebewesen, Sachen, Gegebenheiten, Tätigkeiten und Geschehnisse
- formulieren in einfacher Form Wünsche, Interesse und Aufforderungen;
- berichten und erzählen über gegenwärtige und vergangene Ereignisse aus dem eigenen Erfahrungsbereich
- benutzen dabei u.a. folgende Formen und Strukturen (ohne die grammatischen Bezeichnungen zu kennen) : nouns: singular, plural, limited specified irregular plural forms (men, woman, children ..); pronouns (he/ she, my/ your…); determiners: the, a, an, some, a lot of, this, adjectives: appearances, feelings, adverbs: time, place, verbs (in positive/ negative statements), gerund (I like swimming) und present continuous (He's swimming.); simple past: frequente Formen der unregelmäßigen Verben: had, was, could,
- formulieren Entscheidungs und Ergänzungsfragen (what, where, when, who, do you, have you go, ...)
- stellen einfache Satzverbindungen her (and/ or, but, because)
Schwerpunkt: Orthografie
Durch den regelmäßigen Umgang mit Texten wird das Schriftbild bekannter Wörter und Wendungen immer vertrauter. Beim Abschreiben von Wörtern und kleinen Texten wird zunehmend auf die korrekte Schreibweise geachtet. Eine systematische Einführung in die Orthografie findet jedoch erst in den weiterführenden Schulen statt.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Grammatik: Die Schülerinnen und Schüler
- schreiben nach Vorlage einzelne Wörter richtig (flashcards)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Grammatik: Die Schülerinnen und Schüler
- schreiben Sätze und Texte nach Vorlage richtig
- geben kurze Wörter aus ihrem mündlichen Wortschatz `phonetisch‘ einigermaßen korrekt schriftlich wieder
- wenden auf Grundlage erster Einsichten in Beziehungen zwischen Lauten und Buchstaben bzw. Buchstabenfolgen Rechtschreibmuster an (Wortgrenzen erkennen, /sh/ im Kontrast zu /sch/, Kleinschreibung der Nomen
3.2.9.5.4 Methoden
"Die Schülerinnen und Schüler setzen zunehmend bewusst Sprachstrategien und ihr Weltwissen ein. Sie wenden ein begrenztes Inventar einfacher Lern- und Arbeitstechniken für selbstständiges sowie kooperatives Lernen an und nutzen dabei verschiedene Medien" (Lehrplan Englisch S. 83).
Das Sprachenlernen erfordert
- die Entwicklung von Lernstrategien und Arbeitstechniken, den Umgang mit Medien
- die Entwicklung von Sprachbewusstheit im Sinne des Experimentierens mit und
- das Reflektieren über Sprachen
Dabei findet Methodenlernen nicht als gesonderte Unterrichtsreihe statt, sondern vollzieht sich innerhalb der verschiedenen Lernarrangements/Lernangeboten zu den Erfahrungsfeldern. Hier erhalten die Schüler sprachliche Hilfen (Wortschatz, Strukturen, Textbausteine), die sie im Unterricht nutzen können. Das Wortmaterial wird in einem Wortschatzheft, das ab Klasse 3 eingeführt wird, festgehalten. Auf dieses Heft dürfen die Schüler in Arbeitsphasen jederzeit zurückgreifen, um Texte zu überarbeiten oder Begriffe nachzuschlagen. Die darin festgehaltenen sprachlichen Hilfen bieten den Kindern Sicherheit und Anregung. Ferner werden die Kinder ermutigt, Sprachmaterial, das ihren eigenen Vorlieben und Interessen entspricht, eigenständig zu erarbeiten.
Daher bildet der Umgang mit Bildwörterbüchern einen besonderen Schwerpunkt im Bereich des Methodenlernens. Mit diesem Hilfsmittel können die Schüler in offeneren Lernarrangements einen Wortschatz erarbeiten, der ihnen wichtig ist. Damit sind sie affektiv in das Unterrichtsgeschehen involviert und das erarbeitete Sprachmaterial ist für sie bedeutungsvoll. Gleichzeitig lernen sie Laut-Buchstaben-Zuordnungen (Lautsprache) kennen und nutzen die im Anhang aufgeführten Vokabellisten (deutsch-englisch, englisch-deutsch), um einzelne Wörter zielgerichtet nachzuschlagen. Bereits in Klasse 2 wird das Nachschlagen von Wörtern zu einzelnen Themenfelder in das Unterrichtsgeschehen einbezogen, da die Kinder bereits ein deutsches Wörterbuch besitzen, in welchem zu einigen Themen auch englische Begriffe mit Bildern aufgeführt sind.
Der selbstständige und sachgerechte Umgang mit dem (Bild-)Wörterbuch ist eine wichtige Lerntechnik für das Sprachenlernen überhaupt.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Lernstrategien und Arbeitstechniken – Umgang mit Medien: Die Schülerinnen und Schüler
- nutzen Gestik und Mimik als Verständigungshilfe
- erschließen Wörter aus dem Zusammenhang
- nutzen unterschiedliche Behaltensstratgien (z.B. imitieren, auswendig lernen, Verben mit Bewegung verbinden, Wörter im Kontext mit Liedern, Reimen lernen)
- nutzen Medien - auch digitale - für das selbstständige Lernen (z.B. picture dictionaries, CD- ROMs)
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Lernstrategien und Arbeitstechniken – Umgang mit Medien: Die Schülerinnen und Schüler
- nutzen Gestik, Mimik und den situativen Kontext bewusst zur Deutung sprachlicher Elemente
- erschließen chunks und Textpassagen aus dem Zusammenhang
- nutzen einfache Notizen und Bilder als Gedächtnisstütze (als Notizzettel beim Rollenspiel)
- überarbeiten eigene Texte mit Hilfe von Vorlagen
- dokumentieren und reflektieren Lernfortschritte (Führen eines Lerntagebuchs, Portfolios)
- nutzen Hilfsmittel zunehmend selbstständig (Karteikarten, Wortfelder, Bildwörterbücher, digitale Medien)
- verwenden Medien zunehmend auch zur Selbstkontrolle (interaktive Lernprogramme)
Schwerpunkt: Language awareness
Die Schülerinnen und Schüler erkennen von Anfang an Bezüge zwischen der deutschen Sprache und der Fremdsprache und setzen sich aktiv mit sprachlichen Phänomenen auseinander, die ihnen auffallen. Ausgehend von ihren individuellen sprachlichen Voraussetzungen bilden sie Hypothesen über die fremde Sprache, deren Tragfähigkeit sie in neuen Interaktionen erproben und die sie, wenn sie sich als tauglich erweisen, in ihr Handlungsrepertoire aufnehmen.
Indem sie lernen, sich in der Klasse zunehmend über Sprachen und Sprachenlernen auszutauschen, entwickeln sich Sprachbewusstheit (language awareness) und Sprachlernbewusstheit (language learning awareness) als Grundlage für weiteres Sprachenlernen.
Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase
Experimentieren mit und Reflektieren über die Sprache: Die Schülerinnen und Schüler
- aktivieren ihr Weltwissen zu Erschließung von sprachlichen Kontexten
- nutzen Klangähnlichkeit zum Deutschen
Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 4
Experimentieren mit und Reflektieren über die Sprache: Die Schülerinnen und Schüler
- aktivieren ihr sprachliches Vorwissen- einschließlich bekanntem Wortschatz (Assoziationen zu einem Thema sammeln)
- vergleichen einzelne sprachliche Phänomene und finden Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Englisch und Deutsch heraus
- experimentieren mit Sprache und erschließen dadurch Regelhaftigkeiten und wenden diese an
3.2.9.6 Leistungsmessung und Leistungsbewertung
Die GS Netphen hat sich auf folgendes Konzept geeinigt:
Die Leistungsbewertung bezieht sich auf alle Bereiche des Faches, wobei die Schwerpunkte Hörverstehen/Hör-Sehverstehen, Leseverstehen und Sprechen vorrangig berücksichtigt werden. Die Kommunikationsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit, Spontaneität und Verständlichkeit sowie Verfügbarkeit über elementare Redemittel sind hier entscheidende Kriterien. Die Überprüfung der Sprechfähigkeit kann über Einzel-, Partner- oder Gruppengespräche erfolgen. Das Kriterium der sprachlichen Richtigkeit wird nicht außer Acht gelassen, aber zurückhaltend gewichtet.
Die Leistungsbewertung orientiert sich inhaltlich an den im Lehrplan beschriebenen Kompetenzerwartungen am Ende der Schuleingangsphase und am Ende der Klasse 4, die gleichzeitig Perspektive für die Unterrichtsarbeit sind. Grundlage der Leistungsbewertung sind alle von der Schülerin oder dem Schüler erbrachten Leistungen.
In der Schuleingangsphase werden die Leistungen hinsichtlich der Kompetenzerwartungen am Ende der Klasse 2 ausschließlich im Lernprozess beobachtet und von der Lehrkraft in einem Beobachtungsbogen pro Erfahrungsfeld (siehe Anhang) dokumentiert.
Es werden keine schriftlichen Arbeiten in der Schuleingangsphase verfasst.
Der Beobachtungsbogen ist zugleich der Ansatz für weitere individuelle Förderungen. Er wir für jedes Kind und jedes "Erfahrungsfeld" neu angelegt.
In den Klassenstufen 3 und 4 stützt sich die Leistungsbewertung im Wesentlichen ebenfalls auf einen Beobachtungsbogen, der um einige Kriterien im Vergleich zu der Schuleingangsphase erweitert wurde. Hinzu kommen kurze, schriftliche Lernstandserhebungen, die Einzelleistungen dokumentieren, z.B. in Form von Zuordnungsaufgaben und Multiple-Choice-Aufgaben. Diese sollten den Zeitraum von 15 Minuten nicht überschreiten.
In einem Schulhalbjahr sind mindestens 3 schriftliche Überprüfungen vorgesehen.
Zwei dieser 3 Lernstandserhebungen werden standortübergreifend und zeitnah (innerhalb einer Woche) geschrieben.
Die Vereinbarung über den Zeitpunkt und das Erfahrungsfeld wird zu Beginn eines Schulhalbjahres gemeinsam festgelegt.
Die Gesamtzensur Englisch setzt sich danach wie folgt zusammen:
| Hörverstehen: | 20% |
| Sprechen: | 30% |
| Leseverstehen: | 20% |
| Schreiben: | 20% |
| Methoden: | 10% |
Beobachtungsformular für das Fach Englisch (Klassen 1 und 2)
Name des Kindes: ________________________
Erfahrungsfeld: ________________________
| Hör-/Hörsehverstehen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Aus Äußerungen und Hörtexten Informationen entnehmen |
| Sprechen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Einfache sprachliche Mittel anwenden: Einzelwörter und formelhafte Wendungen |
| Kommunikationsstrategien | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Sich mithilfe von Mimik und Gestik verständlich machen |
Bemerkungen:
Beobachtungsformular für das Fach Englisch (Klassen 3 und 4)
Name des Kindes: ________________________
Erfahrungsfeld: ________________________
| Hörverstehen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Lässt sich auf Einsprachigkeit ein | |||||
| Erfasst den Inhalt von Gehörtem mithilfe von Mimik und Gestik und reagiert nonverbal | |||||
| Ordnet einem Wort/Satz ein Bild zu | |||||
| Versteht Schlüsselwörter in einem gehörten Text | |||||
| Versteht Einzelheiten in einem vertrauten kurzen Text | |||||
| Versteht die globale Bedeutung eines Textes |
| Sprechen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Spricht typische Lautmuster richtig nach | |||||
| Benennt Gegenstände, Bilder und pantomimisch dargestellte Aktionen | |||||
| Benutz einfache, vorher geübte Wendungen und Strukturen | |||||
| Äußert sich im Rahmen der erarbeiteten Redemittel situationsgerecht | |||||
| Formuliert eigenständig Mitteilungen und Fragen | |||||
| Verfügt über angemessene Aussprache und Intonation |
| Leseverstehen | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Ordnet das Klangbild einem bekannten Schriftbild zu | |||||
| Ordnet das Schriftbild dem entsprechenden Bild zu | |||||
| Versteht bekannte und mit Bildern unterstützte Anweisungen/Texte und setzt diese um | |||||
| Versteht bekannte Texte und kann diese ggf. gestaltend lesen | |||||
| Entnimmt gezielt Informationen aus kurzen schriftlichen Texten |
| Schreiben | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Schreibt Wörter und kurze Sätze sicher ab | |||||
| Beschriftet selbstständig anhand einer Vorlage | |||||
| Erstellt eigenständig kurze Texte aus bekannten Satzbausteinen |
| Lern- und Arbeitstechniken | gar nicht | kaum | weitgehend | sicher | Bemerkungen |
|---|---|---|---|---|---|
| Ordnet Wörter Wortfeldern zu | |||||
| Sucht und nutzt selbstständig Hilfsmöglichkeiten (Bildwörterbuch) | |||||
| Findet Möglichkeiten sich mitzuteilen (Gestik, Mimik) | |||||
| Reflektiert und schätzt eigene Fähigkeiten richtig ein |
3.2.10 Einsatz von Medien (Medienkonzept) (Evaluierte Version 2010)
3.2.10.1 Vorbemerkungen
Neue Technologien haben in den letzten Jahren unseren Alltag und vor allem unsere Berufswelt verändert.
Früher war die Fähigkeit zum Umgang mit dem Computer eine zusätzliche Qualifikation. Heute ist sie die Voraussetzung für sehr viele Berufe.
Nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten wird künftig niemand mehr eine berufliche Chance haben, der nicht mit dem Computer und dem Internet umgehen kann. Deshalb stehen alle Schulen in der Verpflichtung, ihre Schüler so früh wie möglich zu befähigen, Computer sachgerecht zu bedienen, ausgewählte Software sinnvoll zu nutzen und kompetent mit dem Internet umzugehen.
Dies dient sowohl dem sachbezogenen wie auch sozialen Austausch von Kindern und Jugendlichen untereinander und fördert den Aufbau von Kommunikationsstrategien.
Es wäre jedoch falsch, ein Medienkonzept ausschließlich auf neue Medien zu begrenzen. Nach wie vor gehören auch Printmedien zu den wichtigen Informationsquellen. Dazu kommen Radio- und Fernsehen, über die Kinder wichtige Informationen erhalten.
Ein Medienkonzept muss dazu führen, dass Kinder lernen, alle Medien zu nutzen, jedoch auch ihre Gefahren und Grenzen einzuschätzen lernen.
Das Medienkonzept wird zwar als eigener Punkt im Schulprogramm aufgeführt, es ist jedoch stets interdependent mit den Fachlehrplänen (insbesondere Sprache) und dem allgemeinen Erziehungsauftrag der Schule.
3.2.10.2 Zielvorgaben der GS Netphen bezüglich des Computereinsatzes
Die Richtlinien und Lehrpläne besagen, dass die Kinder zum Umgang mit dem Computer befähigt werden sollen.
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Zielrichtungen:
- Kinder lernen den Computer zu bedienen und mit verschiedenen Programmen (z. B. einer Textverarbeitung) umzugehen.
- Kinder lernen den Computer als Medium zu nutzen
- als Rechercheinstrument aus dem Internet und installierten Enzyklopädien
- zum Üben von Unterrichtsinhalten mit Hilfe ausgewählter Lernsoftware zu den Fächern Sprache, Mathematik oder Sachunterricht.
Deshalb ist eine dem Alter entsprechende Schulung in Anwendungsprogrammen (z.B. einer Textverarbeitung, Lernprogrammen) in den Aufgabenkatalog der Primarstufe hineingewachsen.
Sie sollte jedoch nicht lehrgangsmäßig geschehen, sondern im Rahmen von projektorientiertem Arbeiten vorsichtig entwickelt werden.
Der PC wird im Unterricht als ein Medium von vielen eingesetzt. Während die eine Gruppe z.B. mit Karteikarten übt, arbeitet die andere am PC.
So lernen die Kinder ihn als sinnvollen Helfer schätzen. Sie erwerben das notwendige grundlegende Wissen die notwendigen Fertigkeiten für den Einsatz von Rechnern, so dass weitere autodidakte Lernprozesse möglich sind.
Das Medienkonzept der GS Netphen (und eigentlich aller didaktischen Ansätze für die Primarstufe / vergl. hierzu "Ausstattung für das Lernen mit neuen Medien", Leitfaden für Schulen und Schulträger, herausgegeben von der e-nitiative.nrw.de, 2001) sieht keine Computerräume vor. Stattdessen wurden in jedem Klassenraum oder in Nebenräumen Medienecken eingerichtet, um der pädagogischen Intention Rechnung zu tragen.
Abhängig von der Stellenbesetzung der GS Netphen können zusätzlich Computer-AG`s angeboten werden, an der Kinder der Klassen 3 und 4 und möglicherweise auch schon Experten der Jahrgangsstufen 1 und 2 abwechselnd teilnehmen und ihre diesbezüglichen Kompetenzen erweitern.
Eine größere Bedeutung kommt jedoch der alltäglichen Nutzung des Computers im Rahmen des differenzierenden Unterrichts zu, bei der jede Lehrkraft die Aufgabe der Medienerziehung übernimmt.
Dies setzt natürlich unter anderem voraus, dass sie selbst mit einem Rechner umgehen kann. Jeder verantwortungsbewusste Pädagoge wird selbst für seine Weiterbildung sorgen. Die Schule, der Kreis Siegen - Wittgenstein und das Land NRW bieten dazu Hilfen.
3.2.10.3 Zielvorgaben der GS Netphen bezüglich weiterer Medien
Zur Vorbereitung auf eigenständiges lebenslanges Lernen müssen Kinder dazu befähigt werden, alle verfügbaren Medien kritisch zu nutzen. Zeitungen, Bücher, Fernsehsendungen und Radioberichte sind dabei ebenso wichtig wie das Internet. Dies muss Kindern deutlich werden, um eine Überschätzung der digitalen Informationsquellen zu verhindern. Die Schülerinnen und Schüler sollten jedoch auch erkennen, wo Grenzen und Gefahren liegen.
Medien können nicht nur informieren, sondern auch manipulieren, verführen und betrügen. Dies muss Kindern bewusst werden, in dem man mit ihnen die Interessen der Verfasser und Produzenten beleuchtet.
3.2.10.4 Medienausstattung der GS Netphen
Zur Umsetzung des dargestellten Medienkonzeptes benötigt die Schule eine qualitativ hochwertige Ausstattung.
An jedem Teilstandort ist eine umfangreiche Verweil- und Ausleihbücherei vorhanden. Sie enthält sowohl Belletristik als auch Sachbücher und wird jährlich erweitert.
Jeder Klasse stehen ferner so viele (möglichst internetfähige) Rechner zur Verfügung, dass jeweils 25% der Kinder gleichzeitig damit arbeiten können.
Mindestens einmal pro Jahr findet eine "Medienkonferenz" statt, bei der neue Medien und Materialien gesichtet und bewertet werden, um so eine Auswahl für die Weiterentwicklung zu treffen.
3.2.11. Betreuung von Schaustellerkindern (Evaluierte Version 2010)
Die Grundschule Netphen ist Stützpunktschule für Kinder beruflich Reisender (Schausteller, Zirkusangehörige und Fahrende). Wie alle Stützpunktschulen hat sie eine Betreuungslehrkraft, die für die schulische Betreuung dieser Kinder organisatorisch und inhaltlich verantwortlich ist, Kontakte knüpft und Informationen verarbeitet.
Bei der Einschulung in der Stammschule (Schule am Wohnort oder im Winterquartier) erhält jeder Schüler ein Schultagebuch mit Schulbesuchskalender und Lernfortschrittbogen. Jedes Kind muss individuell nach seinem Lernfortschrittbogen unterrichtet werden. Die Stammschule erhält anschließend eine Kopie des Lernfortschrittsbogens, auf dem vermerkt wird, welche Inhalte das Schaustellerkind bearbeitet hat. Die von der Stammschule ausgegebenen Schulbücher (aufgelistet im Schultagebuch) sollen auch in der Stützpunktschule benutzt werden.
In der Grundschule Netphen wird während der Besuchszeit der Schaustellerkinder (Maimarkt / Keilerfest / Zirkus-Winterquartier) der Förderunterricht der jeweiligen Klassen für diese Kinder zur Verfügung stehen, damit sie in Sprache und Mathematik individuell unterrichtet werden können.
3.3 Konzept der flexiblen Schuleingangsphase (Evaluierte Version 2010)
3.3.1 Vorbemerkungen
Alle Kinder sind verschieden! Das macht sie so interessant, so liebenswert und den Beruf des Pädagogen so spannend. Sie haben unterschiedliche Begabungen, jeweils andere Stärken und Schwächen. Ihre Entwicklung verläuft in ganz individuellen Zeitrastern und Wegen. Wenn Kinder eingeschult werden, dann kommt keine Gruppe gleichförmiger Jungen und Mädchen, sondern wir treffen auf jeweils einzigartige Individuen.
Darauf müssen wir uns einstellen und jedes Kind dort abholen, wo es bezüglich seiner Entwicklungen und Neigungen steht. Nur dann werden wir allen Jungen und Mädchen gerecht. Dies geschieht durch Individualisierung und Differenzierung.
Dazu zählt
- dass wir Kindern unterschiedlich viel Zeit zugestehen, um die beiden ersten Schuljahre zu durchlaufen,
- dass nicht alle Kinder zur gleichen Zeit den gleichen Lernstoff bewältigen können und müssen,
- dass man Kinder dort bestärkt und zusätzlich fördert, wo besondere Begabungen erkennbar sind,
- dass man Kindern dort hilft, wo Schwierigkeiten deutlich werden,
- dass Kinder selbständiges Lernen erlernen (Lernen des Lernens) und damit eine Schlüsselqualifikation in unserer sich schnell wandelnden Gesellschaft erwerben.
Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse hat das Land festgelegt, welchen pädagogischen Ansprüchen die Arbeit in der Schuleingangsphase gerecht werden muss. Schulen erhalten bei der Umsetzung Entscheidungsfreiheiten bezüglich des Weges, jedoch nicht bezüglich der Ziele.
Sie müssen sichern,
- dass jedes Kind individualisiert gefördert wird
- dass jedes Kind entsprechend seinem Lernvermögen zwischen einem und drei Jahren in den Klassen 1 und 2 verweilen kann ("individuelle Verweildauer").
Ob Schulen diese Aufgaben bewältigen, indem sie jahrgangsübergreifende Klassen bilden (eine Kombiklasse 1/2) oder bei der traditionellen Form der jahrgangsbezogenen Klassen bleiben (jede Klasse hat nur Schüler eines Jahrgangs), ob sie Mischformen wählen oder noch andere Lösungen finden, das bleibt ihnen überlassen.
Alle Schulen haben sich intensiv mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinander gesetzt und sich in der Schulkonferenz für das Modell entschieden, von dem sie glauben, dass es für die Schülerinnen und Schüler am besten ist.
Auf Beschluss der Schulkonferenz wird ab dem Schuljahr 2009/2010 an beiden Standorten der GS Netphen die Schuleingangsphase in der jahrgangsübergreifenden Form durchgeführt.
3.3.2. Lernstandsdiagnostik als Basis der unterrichtlichen Arbeit
3.3.2.1 Zusammenarbeit zwischen Schule, Kindergarten und Eltern
Zum Einzugsbereich der Grundschule Netphen gehören sieben verschiedene Kindertagesstätten mit vier verschiedenen Trägern. Die Bereitschaft der einzelnen Kindertagesstätten zur Kooperation ist bei allen Kindertageseinrichtungen vorhanden, die Weitergabe von Informationen zu einzelnen Kindern wird jedoch mit dem Hinweis auf Datenschutz unterschiedlich gehandhabt.
Augenblickliche Situation der Kooperation mit den Kindertageseinrichtungen
- Die Schule und die Kindergärten bereiten zusammen die Informations-veranstaltung für die Eltern der Vierjährigen vor und führen sie in den jeweiligen Kindertagesstätten durch. Bei der Vorbereitung erfolgt alljährlich auch der allgemeine Informations- und Gedankenaustausch zwischen Schule und Kindergärten.
- Die Schule nimmt vor der Einschulung die Informationen über Lernanfänger entgegen, die die Kindertageseinrichtungen freiwillig weitergeben.
- Allgemeine Einschulungskonferenzen erfolgen nicht, weil die Kindertages-einrichtungen aus Gründen des Datenschutzes dazu nicht befugt sind. Infolgedessen muss die Schule ihre Informationen zu den Lernständen der einzelnen Kinder selbst erheben.
- In Fällen, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht (z.B. bei der Ein-leitung eines AO-SF vor der Einschulung), wird die Schule zu gemeinsamen Gesprächen zwischen Kindertageseinrichtung, Eltern und Schule einladen.
- Alle Kindertageseinrichtungen besuchen mit den angehenden Lernanfängern die künftige Schule.
- Die Lehrkräfte besuchen (nach Möglichkeit) ihre künftigen Schülerinnen und Schüler in den Kitas.
Die verabredete Kooperation zwischen der Grundschule und den Kitas ist in einem schriftlich fixierten Abkommen festgehalten.
3.3.2.2 Anmeldeverfahren (Bezugspunkt Schulfähigkeitsprofil)
Die vorschulische Bildung ist gemeinsame Aufgabe von Eltern und Kindertages-einrichtung. Die Grundschule übernimmt mit der Einschulung die Aufgabe der Kindertageseinrichtung. Vor diesem Hintergrund ist die genaue Kenntnis des kindlichen Entwicklungsstandes wichtig. Dies kann jedoch nur mit präzisen Erhebungsverfahren gelingen. Als Ergebnis der gewonnenen Daten erfolgt dann die schulische differenzierte Förderung in der Schuleingangsphase.
Im Zusammenhang mit der Anmeldung (10 Monate vor der Einschulung) ist es zunächst primär wichtig, Defizite im Bereich Sprache festzustellen, um möglicher-weise entsprechende Sprachkurse anzubieten. Außerdem müssen Eltern auf besondere auffällige Probleme hingewiesen werden, die eine spätere schulische Förderung beeinflussen kann. Den Kindertageseinrichtungen kommt dabei aufgrund ihrer langjährigen Beobachtungsmöglichkeit ein hohes Maß an Verantwortung zu.
Anmeldeverfahren
- Die Sekretärin erledigt die Erhebung aller üblichen Daten und informiert die Eltern über die schulischen Betreuungskonzepte und sonstigen Angebote (Offene Ganztagsschule, Verlässliche Halbtagsschule und Arbeitsgemeinschaften).
- Auf dem Anmeldeformular geben die Eltern (freiwillig) auch an, ob ihr Kind besondere Entwicklungsprobleme hat und sich bereits in Fachbehandlung befindet (z.B. in psychologischer Behandlung, Ergotherapie oder logopädischer Behandlung) oder ob es besondere Medikamente benötigt.
-
Ein Mitglied des Kollegiums führt gleichzeitig mit jedem Kind in einem separaten Raum und in einer freundlichen Atmosphäre ein Kennenlerngespräch durch. Darin werden die Kinder animiert,
- von sich selbst, ihrem Kindergarten und ihren Freunden zu erzählen
- sich an einem Würfelspiel zu beteiligen
- ein Bild zu einem vorgegebenen Thema zu malen
- Während des Kennenlerngesprächs protokolliert die Lehrkraft ihre Beobachtungen und Ergebnisse auf einem Formblatt vorwiegend im Ankreuzverfahren.
- Anschließend bespricht die Lehrkraft mit den Eltern das Gesamtbild, das sich aus den Angaben der Eltern und dem ersten Eindruck ergeben hat. Die Eltern erhalten ggf. bereits Hinweise zur besonderen Förderung. Falls die Eltern weitere Angaben zu ihrem Kind machen, werden diese auf dem Beobachtungsprotokoll festgehalten.
- Die während der Anmeldung erhobenen Daten (Anmeldeformular, Untersuchungsprotokoll, von dem Kind gemaltes Bild) werden aufbewahrt.
Sprachkompetenz
Alle vierjährigen Kinder nehmen an dem Sprachtest "Delfin 4" teil.
Bei erkennbaren Defiziten erhalten sie von der Kita eine Sprachförderung.
Kinder, bei denen sich trotzdem noch der Verdacht aufdrängt, dass sie Schwierigkeiten im aktiven und passiven Sprachgebrauch haben und im Kindergarten keine Förderung erhalten, werden zu einem weiteren Sprachtest eingeladen. Mit diesem Sprachtest stellen jeweils zwei Lehrkräfte gemeinsam Qualität und Quantität der Sprachprobleme fest und sprechen gegebenenfalls mit den jeweiligen Kitas. Bei Problemen, die eher auf der logopädischen Ebene liegen, erhalten die Eltern einen entsprechenden Therapiehinweis.
3.3.2.3 Ermittlung der Lernausgangslage in den Entwicklungs- und Lernbereichen in den ersten Schulwochen (bis zu den Herbstferien) und Sicherstellung der Umsetzung erster unterrichtlicher Konsequenzen
Bereits bei der Anmeldung werden nach dem zuvor beschriebenen Verfahren erste Eindrücke von allen Kindern gewonnen. Dabei ist klar, dass alle künftigen Lernanfänger in den zehn Monaten bis zur Einschulung noch erhebliche Entwicklungssprünge machen werden.
Schuleingangsdiagnostik
Die Ermittlung der Lernausgangslage ist die Voraussetzung für die individuelle Förderung eines jeden Kindes. Sie muss mit dem ersten Schultag beginnen. Diese Aufgabe übernimmt jede Lehrkraft für ihre Schülerinnen und Schüler, weil sie für die weitere Gestaltung der Individualförderung zuständig ist. In den ersten Schulwochen stellt sie fest, über welche Kompetenzen die Kinder verfügen.
Elterngespräch
Die Eltern aller Lernanfänger werden zu einem Elterngespräch eingeladen. Sie schildern der Lehrkraft, wie sie selbst ihr Kind sehen, wo sie seine Stärken glauben und wo sie Schwierigkeiten vermuten.
3.3.3 Die flexible Verweildauer
Flexibilisierung der Verweildauer unter Berücksichtigung der verbindlichen Anforderungen nach Klasse 2 - zieladäquate und schulorganisatorische Umsetzung
Die Lehrpläne machen genaue Aussagen, welche Kompetenzen am Ende der Jahrgangsstufe 2 in den verschiedenen Fächern und Aufgabenschwerpunkten bezüglich der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse erreicht werden müssen. Auf dem Weg dorthin schreiten die Kinder unterschiedlich schnell voran.
Die Lehrkräfte überprüfen regelmäßig, in wieweit jedes einzelne Kind sich auf diesem Weg entwickelt hat und wo es steht.
Die Eltern werden auf den Elternsprechtagen darüber informiert.
Grundsätzlich gilt:
- Die Regelzeit zum Durchlaufen der Schuleingangsphase beträgt zwei Jahre.
- Wenn ein Kind am Ende dieser Zeit bezüglich der in den Lehrplänen definierten Kompetenzen erhebliche Defizite aufweist, die eine erfolgreiche Mitarbeit in Klasse 3 unwahrscheinlich erscheinen lassen, verbleibt es ein weiteres Jahr in der Schuleingangsphase.
- Ein Kind wechselt bereits nach einem Jahr in die Jahrgangsstufe 3, wenn es aufgrund des erreichten Lernstandes und seiner sozialen Kompetenzen dort ebenso erfolgreich wie bisher mitarbeiten kann. Bestehen Zweifel daran, dass der weitere Lernweg ebenso erfolgreich verläuft, so verbleibt das Kind in der Schuleingangsphase.
- Ein Wechsel nach einjähriger Schuleingangsphase wird außerdem nur beschlossen, wenn die Erziehungsberechtigten ausdrücklich zustimmen.
Kooperationsvereinbarung zwischen der Grundschule Netphen und den Kindertageseinrichtungen in ihrem Einzugsbereich
Vorbemerkungen
Die Kindertagesstätten St. Elisabeth (Brauersdorf), St. Antonius (Netphen), Purzelbaum (Netphen), evangelischer Kindergarten Haardt (Netphen), St. Andreas (Eschenbach) und der AWO-Kindergarten Eckmannshausen sowie die Grundschule Netphen treffen die nachfolgende Vereinbarung bezüglich der Kooperation zur Gestaltung des Übergangs anlässlich der Einschulung.
Die Beteiligten sind sich der gemeinsamen Verantwortung für die Kinder und deren Eltern bewusst. Es kommt darauf an, dass die Grundschule kontinuierlich an die Arbeit der Kindertagesstätten anknüpft, um so von Anbeginn das Konzept der individuellen Förderung fortzusetzen. Vor diesem Hintergrund verabreden die Beteiligten das nachfolgend dargestellte Informations- und Beratungskonzept. Die Kooperationsvereinbarung beachtet dabei die Vorgaben des Datenschutzes.
1. Gemeinsame Besprechungen
- Die Schule informiert über grundsätzliche Änderungen der Arbeitsweisen im Anfangsunterricht.
- Die Kitas informieren über grundsätzliche Änderungen bei der Förderung und der Vorbereitung der angehenden Schulkinder.
- Es finden regelmäßig gemeinsame Sitzungen zum Gedankenaustausch über die weitere effektiven Zusammenarbeit statt. Teilnehmer sind Vertreter der Kitas, des Lehrerkollegiums und die Schulleitung. Der Veranstaltungsort ist abwechselnd einer der Schulstandorte bzw. eine der Kitas.
2. Mehrere Informationsveranstaltungen für Eltern der Vierjährigen in den einzelnen Kitas mit Kita-Personal und Lehrkräften
Die Informationsveranstaltungen finden in Kleingruppen in den Kitas statt, weil angjährige Erfahrungen gezeigt haben, dass Eltern bei Informationsveranstaltungen in den Kitas offener nachfragen.
3. Gemeinsame Einzel-Beratungsgespräche im Dreiergremium
Anlässlich der Einschulung von Erstklässlern entstehen immer wieder Situationen, in denen ein Informationsaustausch über einzelne Kinder sinnvoll ist. Er kann gewünscht werden von Eltern, der Kita oder der Schule. Bei Bedarf finden dann Dreiergespräche mit den Eltern der einzelnen Kinder, Kita - Mitarbeiterinnen und Schulvertretern statt.
4. Besuch der neuen Schulanfänger in den Kitas durch Lehrkräfte
Sowohl die Schulanfänger als auch das Lehrpersonal wollen sich gegenseitig kennen lernen. Um dem Bedürfnis nach Geborgenheit Rechnung zu tragen, besucht der zukünftige Klassenlehrer/ die zukünftige Klassenlehrerin an einem Vormittag möglichst alle Schulanfänger in ihren Kitas. So lernt die Lehrkraft auch Rituale der einzelnen Gruppen bzw. Kitas kennen. Anschließend lässt sie sich über die Förderung und die Vorbereitung der angehenden Schulkinder durch die Kitas informieren.
Voraussetzung ist, dass der Klassenlehrer/ die Klassenlehrerin bekannt ist und der schulische Unterricht vertreten werden kann.
5. Besuch der neuen Schulanfänger in den Schulstandorten
Die Schulanfänger sollen und wollen ihre künftige Schule kennen lernen. Deshalb besuchen sie den jeweiligen Schulstandort und nehmen am Unterricht teil.
6. Kennenlernnachmittag / Patennachmittag in den Schulstandorten
Jeweils kurz vor den Sommerferien veranstaltet jeder Schulstandort einen Kennenlernnachmittag bzw. Patennachmittag. Eingeladen dazu sind alle Schulanfänger, ihre Eltern, die Mitarbeiterinnen der Kindertagesstätten und die künftigen Lehrkräfte.
An diesem Nachmittag lernen die Kinder ihren Klassenlehrer oder ihre Klassen-lehrerin kennen und erleben eine erste kurze Unterrichtsstunde oder eine Ralley durch das Schulgebäude. Parallel dazu werden die Eltern von der Schulleitung über alles informiert, was für die Einschulung notwendig ist. Anschließend ist ein gemütliches Beisammensein, bei dem offene Fragen geklärt werden können.
7. Gegenseitige Einladunen
- Schulanfänger und ihre Eltern werden von der Schule eingeladen zu Schulfesten, Vorstellungstagen nach Projektwochen, Theateraufführungen an anderen geeigneten Terminen
- Die Kitas laden ehemalige Schülerinnen und Schüler zu einem Besuch in den Kitas ein.
Schlussbemerkung
Die Vereinbarung kann jederzeit nach Absprache und Bedarf erweitert und ergänzt werden.
3.4. Klassenfahrten, Projektwochen und Schulfeste (Evaluierte Version 2010)
3.4.1. Klassenfahrten
Klassenfahrten ermöglichen das Lernen an außerschulischen Orten. Sie fördern die Klassengemeinschaft und unterstützen damit soziales Lernen. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte erleben sich auf Klassenfahrten gegenseitig anders als während des normalen Schulalltages. Deshalb gehören Klassenfahrten zu den unverzichtbaren Elementen im Schulleben der GS Netphen.
Sie müssen allerdings so vorbereitet werden, dass die pädagogische Zielsetzung (besseres gegenseitiges Kennenlernen / fachliches Lernen an außerschulischen Lernorten) erreicht wird. Außerdem müssen alle Eltern in der Lage sein, die dafür anfallenden Kosten zu tragen. Die Grundschule Netphen führt deshalb in den Klassen 1 - 3 nur eintägige Klassenfahrten durch, die möglichst Ziele im näheren schulischen Umfeld haben.
Am Ende der Jahrgangsstufe 3 oder in der Jahrgangsstufe 4 findet eine mehrtägige Klassenfahrt mit 2, höchstens jedoch 4 Übernachtungen statt. Diese Klassenfahrt wird bereits am Ende der Klasse 2 beschlossen, damit den Eltern Gelegenheit bleibt, sich finanziell darauf vorzubereiten. Eltern und Lehrkräfte sind sich einig, dass diese mehrtägige Fahrt so terminiert sein muss, das vor allem die sozialen Lernprozesse noch während der Grundschulzeit fruchtbar werden. Eine "Abschlussfahrt" ist nicht sinnvoll, weil dieser Nutzen entfällt.
3.4.2. Projektwochen
Projektorientiertes Lernen bedeutet, Aufgabenschwerpunkte ohne fächerspezifische Zuordnung in den Unterrichtsmittelpunkt zu stellen. Es gewinnt im modernen Grundschulunterricht zunehmend an Bedeutung.
Aber es gibt auch Aufgabenschwerpunkte, Lerninhalte oder Themen, die in den Lehrplänen der Primarstufe nicht vorkommen, jedoch für die Schülerinnen und Schüler interessant und wichtig sein können. Um diesen Inhalten Raum zu geben, eignen sich vor allem Projektwochen. An der Grundschule Netphen werden Projektwochen im Abstand von 2 Jahren durchgeführt.
Projektwochen können nur erfolgreich verlaufen, wenn Eltern aktiv in die Vorbereitung und Planung eingebunden werden. Sie werden ermuntert und gebeten, eigene Projekte mit ihren Hobbys und Talenten anzubieten oder bei anderen Projekten aktiv zu helfen. Dabei erhalten sie Unterstützung durch Lehrkräfte. An solchen Tagen wird besonders deutlich, dass Lehrkräfte und Eltern gleichberechtigte Partner in der pädagogischen Arbeit sind. Sie bilden ein Team im Interesse der Kinder.
Während der Projektwochen sind die regulären Klassenverbände aufgelöst. In klassenübergreifenden Kleingruppen erleben die Kinder Schule anders. Eltern erhalten Einblicke in die Lernweise ihrer Kinder im außerhäuslichen Lebensumfeld. Am Ende einer Projektwoche steht ein Demonstrationstag. Er verdeutlicht die Vielfalt der Angebote und das Engagement der Beteiligten.
3.4.3. Schulfeste
Schulfeste bilden einen Höhepunkt im Schuljahr. Sie erhalten ihren pädagogischen Wert dadurch, dass an ihrer Organisation Schüler, Eltern und Lehrkräfte gemeinsam beteiligt sind und dass sie für die Schulgemeinde die funktionierende Kooperation demonstrieren.
Auch Schulfeste ermöglichen es den Kindern, Schule anders zu erleben. In der Grundschule Netphen finden Schulfeste in den Jahren ohne Projektwoche statt. Sie können Projektwochen aber unter besonderen Voraussetzungen auch ersetzen.
3.5. Offene Ganztagsschule, Verlässliche Halbtagsschule und Ferienbetreuung (Evaluierte Version 2010)
"Wer Kinder hat, verdient die besondere Fürsorge des Gemeinwesens. Alle Bildungseinrichtungen müssen so organisiert sein, dass sie den veränderten Familienstrukturen (Berufstätigkeit beider Eltern, Alleinerziehende) Rechnung tragen. Schulen haben damit eine gesellschaftspolitische Dienstleistungsfunktion. Bei der Erfüllung aller dieser Aufgaben sind Schulträger, Eltern und Lehrkräfte Partner." (Präambel des Schulprogramms)
"Als Partner der Eltern hilft die Grundschule Netphen bei der Bewältigung von Schul-, Erziehungs- und Betreuungsproblemen." (Leitsatz)
Vor diesem Hintergrund entwickelte die GS Netphen ein umfassendes pädagogisches Konzept für eine Offene Ganztagsschule, die Verlässliche Halbtagsschule und eine Ferienbetreuung.
3.5.1. Offene Ganztagsschule
Das pädagogische Konzept der Betreuung wurde von den schulischen Mitwirkungsgremien beraten und verabschiedet. Es unterliegt der regelmäßigen Evaluation.
- Fördernde Betreuung ist keine Verwahrung, sondern sie bietet den Kindern abwechslungsreiche, altersgemäße und ihrer Interessenlage entsprechende Beschäftigungsangebote.
-
Dies gelingt nur, wenn ausreichend Personal verfügbar ist und die Gruppenstärke nicht zu groß wird. Zu den Angeboten gehören sportliche Veranstaltungen, Bastel- und Malaktionen, gemeinsames Spielen und Singen, aber auch Freispiel. Der Träger stellt jährlich einen größeren Betrag zur Anschaffung entsprechender Materialien zur Verfügung. Die Betreuerinnen erarbeiten monatlich Aktions- und Angebotspläne, was sie mit den Kindern machen wollen. Je nach Vorhaben muss die personelle Präsenz der Betreuungskräfte verstärkt werden. Um die Vielfältigkeit der Angebote zu erweitern, unterbreitet die Schule selbst musische Angebote. Außerdem sucht sie nach außerschulischen Partnern, die Programmpunkte beisteuern.
Bisherige Angebote:
- Verein Jugendkino miniMax: pädagogisch wertvolle Kinderfilme
- Verein TVE Netphen: verschiedene Sportangebote
- Förderverein der GS Niedernetphen: Flötenkurse
- Verein Chess-Tigers-Siegerland: Schachkurse
- TTG Netphen: Tischtennis
- Landesbetrieb Wald und Holz NRW: Naturerkundungen
- Tanja Gieler (Computerexpertin): Computerkurse
- Zur Ganztagsbetreuung gehört es zwingend, dass alle Kinder sorgfältig ihre Hausaufgaben erledigen, dabei die notwendige Hilfe erhalten und die Ergebnisse kontrolliert werden.
-
Deshalb sind zusätzlich zu den Betreuerinnen ausgebildete Lehrkräfte bei der Hausaufgabenerledigung anwesend. Sie unterstützen die Betreuerinnen und sichern so den ständigen Kontakt zu den Lehrkräften. Die Betreuerinnen geben ihrerseits möglichst oft Rückmeldungen über die Arbeitshaltung und Leistungen der Kinder in ihren Hausaufgabengruppen. Vertreterinnen der Betreuungsgruppe nehmen regelmäßig an den Lehrerkonferenzen teil, so dass der insgesamt notwendige Informationsfluss gewährleistet ist. Kinder, bei denen sich besondere Schwierigkeiten oder Stärken in einzelnen Lernbereichen zeigen, erhalten nach der Erledigung der Hausaufgaben eine zusätzliche individuelle Förderung.
- Betreuung leistet einen Beitrag zur sozialen Erziehung.
-
Kinder lernen, in einer großen Gruppe angemessen miteinander umzugehen, einander zu helfen und Rücksicht zu nehmen. Damit dies gelingen kann, muss ausreichend Raum und Betreuungszeit durch Personal zur Verfügung stehen. Ob beim gemeinsamen Erledigen der Hausaufgaben, beim Spiel oder beim Mittagessen, die Kinder werden von den Betreuerinnen an fest vereinbarte Regeln herangeführt und halten sich nach kurzer Zeit daran.
- Die ganztags betreuten Kinder erhalten eine preiswerte, gesunde Mahlzeit mit Speisen, die Kinder mögen.
-
Zwei Köchinnen orientieren sich bei ihrem Speiseplan an den Wünschen der Jungen und Mädchen. Bei der gemeinsamen Mahlzeit werden Verhaltensmuster eingeübt. Außerdem lernen die Jungen und Mädchen auch ihnen unbekannte Speisen zu probieren. Die Eltern bezahlen am Monatsende für jedes Mittagessen ihrer Kinder einen die Materialkosten deckenden Beitrag.
Das gemeinsame Mittagessen ist ein wichtiger Bestandteil der sozialen Erziehung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule. Deshalb ist die Teilnahme an dieser Mahlzeit für alle Kinder verbindlich.
- Betreuungsarbeit hat eine besondere pädagogische Qualität.
-
Sie muss sich auf eine bezüglich des Alters und der Interessen sehr breite heterogene Gruppe einstellen und ist kaum vergleichbar mit der Unterrichtstätigkeit der Lehrkräfte. Die Qualität der Betreuungsarbeit muss von der Betreuungsgruppe eigenverantwortlich evaluiert werden.
3.5.2. Verlässliche Halbtagsschule
Die Verlässliche Halbtagsschule ist Bestandteil der Offenen Ganztagsschule. Sie richtet sich vor allem an die Eltern, die für ihre Kinder nur eine Betreuung während des Vormittags suchen. Schulische Förderung wie in der Offenen Ganztagsschule ist in den Vormittagsstunden nicht vorgesehen.
Elternbeiträge
Sie sind jeweils 12 x zu bezahlen und werden bei Bedarf neu kalkuliert.
| 1. Stunde bis 6. Stunde |
mindestens 25,50 Euro nach freiwilliger Selbsteinschätzung höher |
| OGS, ganztägig |
Obernetphen und Niedernetphen 50,00 Euro nach freiwilliger Selbsteinschätzung höher |
Anmerkungen:
- Das dritte Kind einer jeden Familie wird kostenlos betreut. Nur das Mittagessen muss bezahlt werden.
- Kurzzeitanmeldungen bei besonderen Notlagen sind möglich. Die Elternbeiträge erhöhen sich dann um 30% für diesen Zeitraum.
3.5.3. Ferienbetreuung
Eltern haben weniger Urlaub als ihre Kinder Ferien. Wenn die schulischen Betreuungsangebote unter anderem dazu dienen sollen, Familie und Beruf vereinbaren zu können, so müssen sie auch in den Ferien fortgesetzt werden. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass die Kinder, für die Betreuungsangebote in den Ferien gewünscht werden, nicht nur diejenigen sind, die während der Schulzeit betreut werden. Deshalb wird das Angebot der Ferienbetreuung separat ausgeschrieben und finanziert.
Die Grundschule Netphen bietet am Teilstandort Niedernetphen im Auftrag des Vereins BANS (Verein für Betreuung an Netphener Schulen) eine Ferienbetreuung an, und zwar für jeden Tag der Oster-, Sommer- und Herbstferien, wahlweise ganztags oder halbtags. Das Personal der OGS am Teilstandort Niedernetphen sowie zusätzlich eingestellte Helferinnen planen und gestalten die Ferienzeit in der Schule. Für dieses Betreuungsangebot an alle Eltern / Kinder der Stadt Netphen werden gesonderte Kosten erhoben.
Zeitraster des Betreuungsangebotes in der Offenen Ganztagsschule
| Zeit | Montag - Freitag |
|---|---|
| 1./2. Stunde |
Beaufsichtigte Freizeit
Die Kinder spielen, basteln oder beschäftigen sich je nach Lust und Laune. Die Gruppenstärken wechseln täglich je nach Stundenplan. Die Anzahl der Betreuerinnen ist auf die erwartete Gruppenstärke abgestimmt. In der Regel sind zwei Kräfte anwesend. |
| Pause | |
| 3./4. Stunde |
Alle Klassen erhalten in der Regel Unterricht. Es besteht kein Betreuungsbedarf. |
| Pause | |
| 5./6. Stunde |
Beaufsichtigte Freizeit
Die Kinder spielen, basteln oder beschäftigen sich je nach Lust und Laune. Die Gruppenstärken wechseln täglich je nach Stundenplan. Die Anzahl der Betreuerinnen ist auf die erwartete Gruppenstärke abgestimmt. Es sind zwei bis vier Kräfte anwesend. |
| Schulschluss | |
| 13.15. - 13.40 Uhr |
Gemeinsames Mittagessen
Das Essen wird von zwei Köchinnen in der Schule zubereitet und speziell auf den Geschmack der Kinder abgestimmt. An dem Essen nehmen auch Betreuerinnen und Lehrer teil. Während des Mittagessens werden besprochene Verhaltensregeln umgesetzt. |
| 13.40. - 14.00 Uhr |
Beaufsichtigtes Freispiel
Die Kinder spielen auf dem Schulhof oder in den Betreuungsräumen. |
| 14.00. Uhr bis ca. 15.00 Uhr, anschl. bis ca. 15.30 Uhr zusätzl. Förderung |
Hausaufgabenzeit / Förderzeit
Die Kinder erledigen die Hausaufgaben unter der Aufsicht von mehreren Betreuerinnen und Lehrkräften. Wenn dabei Wissenslücken erkennbar sind, erhalten die Kinder im Anschluss an die Hausaufgaben gezielte Förderung. Aber auch besondere Begabungen und Neigungen können zusätzlich verstärkt werden. |
| anschließend bis zum Ende der Betreuungszeit |
Gestaltete Freizeit
Basteln; Sport auf dem Schulhof oder in einer Sporthalle; Schmökern in der Schülerbücherei, Spaziergänge in den Wald; Spielen am Bach, Freispiel unter Aufsicht, Theater oder andere besondere Angebote. Notwendig: 3 - 4 Betreuerinnen und die Mitwirkung von Vereinspersonal Die Angebote orientieren sich an den Wünschen der Kinder und den jahreszeitlichen Möglichkeiten |
3.6. Erziehung, Beratung und Förderung (Evaluierte Version 2010)
Als Partner der Eltern hilft die Grundschule Netphen bei der Bewältigung von Schul-, Erziehungs- und Betreuungsproblemen. Dieser Leitsatz ist die Grundlage der nachfolgend dargestellten Überlegungen.
3.6.1. Elternarbeit
Lehrkräfte und Eltern tragen gemeinsam die Verantwortung für die Kinder.
Die Eltern haben diese Verantwortung von Geburt an zumindest bis zur Volljährigkeit. In vielen Fällen empfinden sie sie ein ganzes Leben lang. Sie begleiten und unterstützen ihre Töchter und Söhne auch dann noch, wenn die Lehrkräfte sie längst aus den Augen verloren haben, denn die Lehrer sind jeweils nur für eine zeitlich begrenzte Phase beteiligt. Die Grundschule Netphen weiß dies und nutzt das elterliche Engagement.
Ein effektives Lernumfeld kann geschaffen werden, wenn der regelmäßige Austausch zwischen Schule, Eltern und Lehrkräften erfolgt. Erst die Verknüpfung des Wissens um die Biographien der Kinder, die Alltagserfahrungen der Eltern mit ihren Kindern (Stärken, Vorlieben etc.), die Kompetenzen der Eltern und der pädagogischen Professionalität der Lehrkräfte können alle sinnvollen Handlungs- und Gestaltungsspielräume in der Schule aufzeigen und erschließen.
Die Grundschule Netphen informiert deshalb regelmäßig die Eltern über die Entwicklungen in der Schule, bindet sie in die relevanten Entscheidungen ein und fördert und fordert ihre aktive Mitwirkung im schulischen Alltag. Die Homepage der GS Netphen ist dabei ein wichtiges Bindeglied.
Die gesetzlich geregelte Schulmitwirkung (Fachkonferenzen, Klassenpflegschaften, Schulpflegschaft, Schulkonferenz) gibt dafür den Rahmen. Die Häufigkeit, mit der die genannten Gremien zusammenkommen, orientiert sich am akuten Bedarf. Außerdem sind die Eltern beteiligt an Projekten und besonderen Veranstaltungen (Klassenfeiern, Unterrichtsgängen usw.). Die Bereitschaft der Eltern zur Mitwirkung und Verantwortungsübernahme über die Mitwirkungsgremien hinaus findet ihren organisierten Ausdruck in den Fördervereinen der beiden Teilstandorte.
3.6.2. Erziehungsziele
Kinder müssen sich frei entwickeln können. Zu stark einengende Vorschriften und repressive Erziehungsstile verhindern die Entwicklung eines verantwortungsbewussten kritischen Menschen, der als mündiger Bürger die Zukunft unseres Gemeinwesens zu tragen hat. Gewaltfreie, reversible Erziehungsstile sind eine unabdingbare Voraussetzung dafür.
Dennoch brauchen Kinder Normen. Sie müssen jedoch an der Entwicklung dieser Normen beteiligt sein, um sie akzeptieren zu können. Für deren Durchsetzung sind im Konfliktfall Eltern und Lehrkräfte partnerschaftlich verantwortlich (vgl. hierzu die Präambel dieses Schulprogramms).
Zu den Normen und Zielen zählen
- Verzicht auf sprachliche, psychische und körperliche Gewalt gegen andere Menschen
- Verzicht auf Gewalt gegen Sachen
- rücksichtsvolles, sensibles Verhalten gegenüber anderen Menschen
- Respekt vor dem Eigentum anderer Menschen
- Kritikfähigkeit und die Fähigkeit Kritik zu ertragen
- Eigenverantwortung für den eigenen Wissenserwerb
3.6.3. Schulordnung
Die Aussagen der Präambel und in der Folge davon die definierten Normen und Ziele sind Grundlage einer Schulordnung, die gemeinsam von Schülern, Eltern und Lehrkräften erarbeitet wurde. Sie ist kurz und beinhaltet nur die Regeln, die notwendig sind.
Die Schulordnung ist Vorläufer einer Erziehungspartnerschaft und eines Schulvertrages, der als einer der nächsten Schritte unserer schulischen Entwicklung angedacht ist.
Schulordnung der Grundschule Netphen (zum Download)
Zu unserer Schule gehören viele Menschen (Kinder, Lehrkräfte, Sekretärin, Betreuungskräfte, Hausmeisterin). Alle sollen sich hier wohl fühlen. Wir wollen rücksichtsvoll und fair miteinander umgehen. Dabei helfen uns Vereinbarungen, die von allen eingehalten werden müssen.
Ich begegne allen Personen freundlich, höflich und mit Respekt:
- Ich grüße/begrüße alle Erwachsenen und meine Mitschüler.
- Ich entschuldige mich, wenn ich zu spät komme.
- Ich halte mich an Gesprächsregeln.
- Ich befolge die Anweisungen der Lehrkräfte.
Ich verhalte mich in unserer Schule und auf dem Schulweg so, dass ich mich und andere nicht gefährde:
- Ich beachte die Pausenordnung.
- Die Klasse ist keine Turnhalle. Hier und auf den Fluren bewege ich mich langsam.
- Ich unterhalte mich in Zimmerlautstärke.
- Ich gehe sorgfältig mit Materialien und Gegenständen um.
- Türen schließe ich leise.
- Ich beachte die Grenzen und Spielzonen des Schulhofes.
Ich verletze niemanden mit Worten, Gesten oder Taten:
- Ich beleidige niemanden mit Worten oder Zeichen.
- Ich werde nicht handgreiflich und schlage, trete und spucke nicht.
- Ich lache niemanden aus.
- Probleme lassen sich friedlich lösen.
Ich stehe Schwächeren bei und biete meine Hilfe an, und wenn meine Hilfe nicht ausreicht, wende ich mich an einen Lehrer.
Ich achte das persönliche Eigentum anderer Kinder, der Lehrer und das der Schule:
- Benutzte Gegenstände bringe ich wieder zurück an ihren Platz.
- Wenn ich mir etwas ausleihe, behandele ich es sorgsam.
Ich übernehme Verantwortung für Ordnung und Sauberkeit in der Schule:
- Ich werfe nichts achtlos auf den Boden.
- Ich hebe Dinge auch dann auf, wenn ich sie nicht habe fallen lassen.
- Ich hänge meine Jacke/Mantel an die Kleiderhaken.
- Ich achte auf Reinlichkeit in der Toilette und stopfe kein Toilettenpapier in die Waschbecken.
3.6.4. Hygieneplan
Der Hygieneplan legt fest, welche diesbezüglichen Regeln in der GS Netphen einzuhalten sind. Er verfolgt gleichzeitig erzieherische Ziele für die Kinder und dient dem Schutz der Gesundheit.
Hygiene-Plan der Grundschule Netphen (zum Download)
Einleitung
Die Innenraumlufthygiene - Kommission des Umweltbundesamtes, der Wissenschaftler von Universitäten und Behörden des Bundes und der Länder angehören, beobachtet mit Sorge die teilweise katastrophalen hygienischen Zustände in Schulen in Deutschland.
Hygienisch-mikrobiologische Untersuchungen aus jüngster Zeit weisen auf erhebliche Defizite hin. Wegen des immer enger werdenden finanziellen Spielraums der Kommunen werden Reinigungsmaßnahmen in Schulen an vielen Stellen auf ein Minimum verringert und dadurch Probleme geschaffen, von denen einige auch in Netphen zu beobachten sind:
- Der Zustand der Toiletten in der GS Netphen ist oft bedauerlich. Toilettenpapier wird achtlos herumgeworfen, teilweise werden die Toiletten damit mutwillig verstopft. Die Kunststoffbrillen der Toiletten sind vielfach zerbrochen.
- In den Vorräumen der Toiletten werden Papierhandtücher nicht in die dafür vorgesehenen Auffangbehälter, sondern achtlos einfach in den Raum geworfen.
- In den Klassenräumen sammelt sich der Abfall in den Ablagefächern der Tische. Eine Entsorgung erfolgt nicht täglich
- Eine regelmäßige Lüftung der Klassenräume wird nicht immer durchgeführt.
Das beobachtete Qualitätsniveau der Gebäudereinigung wird allgemein als unbefriedigend empfunden. Da die Erfahrung zeigt, dass eine Vernachlässigung der Sauberkeit in diesem Bereich das Hygienebewusstsein der Schüler nachteilig negativ beeinflusst, sollte aber gerade bei den Reinigungsmaßnahmen nicht gespart werden.
Der vorliegende Hygieneplan soll helfen, den Hygienestandard in der GS Netphen zu verbessern. Er ist gleichzeitig Dienstanweisung und Bestandteil der Schulordnung.
Die allgemeine Hygiene fängt mit der persönlichen Hygiene an. Aus diesem Grunde sollte den Schülern Hygiene als "Werkzeug fürs Leben" nahe gebracht werden. Die Erfahrung zeigt, dass dies um so eher gelingt, wenn bereits im häuslichen Umfeld der Schüler die Gesundheitsaspekte in den Vordergrund gestellt werden und ganz klar die Problematik aufgezeigt wird, dass mangelnde Hygiene verstärkt zu Erkrankungen führt.
Für die Umsetzung der Hygienemaßnahmen ist jede Schule selbst verantwortlich. Die Unteren Gesundheitsbehörden/Gesundheitsämter haben im Einzelfall keinen Einfluss darauf, dass die Maßnahmen auch entsprechend umgesetzt werden.
Nach den Bestimmungen des § 17 Abs. 1 Nr. 6 des Gesetzes über den öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGDG) sind jedoch regelmäßige und anlassbezogene Kontrollen erforderlich. Der Schulträger ist über die Defizite zu informieren und muss seinerseits für Abhilfe sorgen.
Die verantwortlichen Stellen in Netphen, die politischen Entscheidungsträger und die Verwaltung, sollten einsehen, dass die erforderlichen finanziellen Mittel für Sanierungen und die Durchführung der Schulhygiene bereitgestellt werden müssen.
Kommt es während der Schul/Unterrichtszeit zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung, ist die Beauftragte für Erste Hilfe darüber zu informieren.
Bei Infektionskrankheiten ist gem. § 34 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) in Verbindung mit § 54 SchulG zu verfahren.
Bei allen Arbeiten mit biologischen und chemischen Stoffen sind die jeweiligen Arbeitsschutzbestimmungen zu beachten.
Händewaschen
Das Waschen der Hände ist der erste wichtige Bestandteil der Hygiene. Es ist zu beachten, dass vor und nach Arbeitsbeginn, bei Verschmutzungen, vor und nach der Toilettenbenutzung, nach dem Naseputzen und vor dem Essen die Hände gewaschen werden.
Jeder Klassenraum soll über ein funktionsfähiges Handwaschbecken verfügen. Zusätzlich sind Seifenspender (flüssig oder als Pulver) und Einmalhandtücher zur Verfügung zu stellen. Stückseife, gemeinsame Nagelbürsten und Gemeinschaftshandtücher dürfen nicht benutzt werden!
Trinkwasserhygiene
Die Trinkwasserverordnung ist einzuhalten, betreffend möglicher Legionellenkontamination ist eine Grundstatuserhebung erforderlich, ggfs. sind danach Sanierungskonzepte und weitere Kontrollen festzulegen.
Schwimmbadhygiene
An das Freizeitbad Netphen werden besondere hygienische Anforderungen gestellt, da hier in einem kurzen Zeitraum hohe Belastungen entstehen. Diese sind möglichst gering zu halten; es sollten daher folgende Punkte beachtet werden:
- vor dem Betreten des Bades gründliches Duschen ohne Bekleidung
- nach dem Schwimmunterricht erneutes gründliches Duschen und Abtrocknen, insbesondere in den Zehenzwischenräumen, um Pilzinfektionen zu vermeiden
- kein Betreten der Barfußgänge mit Straßenschuhen
- Badeverbot für Personen mit Warzen und sonstigen infizierten Hautveränderungen
- Personen, die an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt oder dessen verdächtig sind, dürfen nur unter bestimmten Auflagen der Unteren Gesundheitsbehörde/des Gesundheitsamtes das Schwimmbad betreten.
Für die weiteren Hygienemaßnahmen, die das Gebäude und das Wasser des Freizeitbades Netphen betreffen, ist die Stadt Netphen als Betreiber verantwortlich.
Hygiene in Küchen
Beim Umgang mit Lebensmitteln besteht eine erhöhte Infektionsgefahr durch Krankheitserreger, die direkt oder indirekt auf den Menschen übertragen werden können. Es ist darauf zu achten, dass die/der Küchenbeauftragte folgende Kontrollen in regelmäßigen Zeiträumen durchführt:
- Überprüfung der Verfalldaten
- Temperaturüberwachung in den Kühl- und Gefrierschränken
- Überprüfung der Räume auf Schädlinge
- Überprüfung der Spender für Flüssigseife, Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher an den Händewaschplätzen
Vor jedem Kochunterricht ist darauf zu achten, dass die Hände gründlich gewaschen werden, dass lange Haare ggfs. zusammenzubinden sind, dass eine Schürze zu tragen ist und beim Umgang mit rohem Fleisch dünnwandige, flüssigkeitsdichte Einmalhandschuhe zu tragen sind.
Personen, die an infizierten Hautveränderungen oder an einer infektiösen Gastroenteritis leiden, dürfen am Kochunterricht nicht teilnehmen, auch die sonstigen Anforderungen der §§ 42 und 43 IfSG sind zu beachten. Nach dem Unterricht sind Küchenabfälle unmittelbar zu entsorgen.
Hygiene in Turnhallen
Für die Hygienemaßnahmen in den Turnhallen ist die Stadt Netphen verantwortlich.
Hygiene in sanitären Anlagen
Alle Toiletten und Duschen sind täglich gründlich zu reinigen. Toilettenpapier sowie Flüssigseife und Einmalhandtücher sind bereitzuhalten und ggfs. aufzufüllen. Die entsprechenden Auffangbehälter für Einmalhandtücher sind bereitzustellen.
Bei Verschmutzung mit Fäkalien, Blut oder Erbrochenem ist vor und nach der Reinigung eine prophylaktische Desinfektion mit Mitteln der DGHM-Liste erforderlich.
Damentoiletten sind mit Hygieneeimern auszustatten.
Zur grundsätzlichen Ausstattung der Toiletten gehören Toilettenbrillen, die leicht zu reinigen sind, Toilettenpapierhalter, Toilettenpapier, Toilettenbürsten mit den dafür vorgesehenen Halterungen. In den Vorräumen der Toiletten sind Waschbecken anzubringen mit Flüssigseifespendern sowie Einmalhandtuchspender und die dazugehörenden Auffangbehälter.
Hygiene in Spiel- und Kuschelecken
In Spiel- und Kuschelecken ist der Kontakt zu den Materialien und Spielgeräten besonders eng. Aus diesem Grunde sind hier die Hygienemaßnahmen besonders intensiv zu beachten.
Spiel- und Kuschelecken sind täglich zu reinigen. Teppiche und Polster sind täglich abzusaugen. Spielgeräte sind wöchentlich gründlich zu reinigen.
Hausreinigung
Der anliegende Reinigungsplan ist zu beachten.
Sonstiges
Der Befall von Schädlingen (z.B. Mäuse, Ratten) ist den zuständigen Stellen mitzuteilen.
Elterninformation zu ansteckenden Krankheiten
Alle Eltern, deren Kinder neu in die GS Netphen eingeschult werden, erhalten das nachfolgende Informationsschreiben.
Der Reinigungsplan und die schriftliche Elterninformation zum Infektionsschutzgesetz sind Bestandteil des Hygieneplanes der GS Netphen. Der Text der schriftlichen Elterninformation wurde vom Gesundheitsamt für den Kreis Siegen-Wittgenstein erstellt und weitestgehend unverändert übernommen.
Reinigungsplan der Grundschule Netphen
| Was | Wann | Wie | Womit | Wer |
| Fußboden Lehrerzimmer | 2x wöchentlich, bei Bedarf öfter | Staubsaugen | Staubsauger | Reinigungspersonal |
| Fußboden Flure | Täglich | Wischen mit Fahreimer, Boden reinigen und Raumlüften | Reinigungslösung | Reinigungspersonal |
| Fußboden Klassenzimmer | jeden 2. Tag | Wischen mit Fahreimer, Boden reinigen und Raum lüften | Reinigungslösung | Reinigungspersonal |
| Schulküche und Kantine der OGS (Fußböden) | nach Benutzung nach Benutzung | feucht abwischen mit Reinigungstuch Wischen mit Fahreimer, Boden reinigen und Raum lüften | warmes Wasser ggf. Tensidlösung (ohne Duft und Farbstoff) Reinigungslösung | benutzte Einrichtung durch die Schüler Reinigungspersonal |
| Tische, Kontaktflächen (Klinken der Türen und Fenster) | Täglich - sowie bei Verunreinigung | feucht abwischen mit Reinigungstuch, ggf. nachtrocknen | warmes Wasser, ggf. Tensidlösung (ohne Duft und Farbstoff) | Reinigungspersonal |
| der sich in den Ablageflächen der Tische angesammelte Abfall | einmal wöchentlich | Entsorgung in die Hauptmüllgefäße | Abfallbeutel | Schüler (ggf. unter Beaufsichtigung der Lehrkräfte) und Reinigungspersonal |
| Gesamtabfall aus Klassenräumen | Täglich | Entsorgung in die Hauptmüllgefäße | Abfallbeutel | Gruppen im Wechsel bilden, die dafür bei Schülern verantwortlich sind (Erziehungseffekt) |
| WC | täglich – erst nach Reinigung der Klassenräume | Wischen mit gesonderten Reinigungstüchern für Kontaktflächen/ Aufnehmer für Fußboden | Reinigungslösung/ desinfizierende Reinigung nach Absprache mit Unterer Gesundheitsbehörde/ Gesundheitsamt | Reinigungspersonal |
| Vorhänge | 1x jährlich | Waschen | Waschpulver | Reinigungspersonal |
| Fensterbänke und Heizkörper | Vierwöchentlich nach Verschmutzungsgrad | Abwischen | Reinigungslösung | Reinigungspersonal |
| Hände | siehe Hygieneplan | Hände waschen | hygienisch einwandfreie Händereinigungseinmalgeräte (d.h. Spender mit Reinigungslösung; Einmalhandtücher) | Schüler und Lehrkräfte |
| Lüftung der Klassenräume | immer in den Pausen vorzunehmen | 5 Minuten stoßlüften | Fenster öffnen | Lehrkräfte/ Reinigungspersonal |
Elternbrief an die Eltern der Grundschule Netphen
Liebe Eltern
Nach Inkrafttreten des Infektionsschutzgesetzes wollen wir Sie mit diesem Schreiben über wichtige Neuerungen für die Schule informieren. Um die Verbreitung von bestimmten ansteckenden Erkrankungen zu verhindern, dürfen die von diesen Krankheiten betroffenen Schüler die Schule so lange nicht besuchen, wie eine Ansteckungsgefahr von ihnen ausgeht. Außerdem sind die Eltern verpflichtet, bereits den Verdacht auf das Vorliegen einer solchen Erkrankung der Schule zu melden. Im Einzelnen gilt:
- Wenn bei Schülern der Verdacht auf eine der folgenden 21 Erkrankungen besteht bzw. eine dieser Erkrankungen nachgewiesen wurde, muss die Schulleitung informiert werden und die Schule darf nicht besucht werden, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten ist.
- Cholera
- Diphterie
- Enteritis durch enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
- Masern
- Virusbedingtes hämorrhagisches Fieber
- Mumps
- ansteckungsfähige Lungentuberkulose
- Meningokokken-Infektion
- Haemophilus influenza Typ b-Meningitis
- Paratyphus
- Virushepatitis A oder E
- Pest
- Poliomyelitis (Kinderlähmung)
- Shigellose
- Typhus abdominalis
- Skabies (Krätze)
- Impetigo contagiosa (ansteckende Borkenflechte)
- Keuchhusten
- Scharlach oder sonstige Streptococcus pyogenes-Infektion
- Windpocken
- Verlausung
- Wenn bei einer in der Wohngemeinschaft des Schülers lebenden Person nach ärztlichem Urteil der Verdacht auf eine der Erkrankungen Nr.1 bis Nr.15 besteht bzw. diese Erkrankung nachgewiesen wurde, muss ebenfalls die Schulleitung informiert werden und darf die Schule nicht besucht werden, bis nach ärztlichem Urteil eine Weiterverbreitung nicht mehr zu befürchten ist.
- Wenn der Schüler Ausscheider folgender Krankheitserreger ist, muss ebenfalls die Schulleitung informiert werden. Der Schüler darf nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes die Schule betreten.
- Vibrio cholerae
- Corynebacterium diphteriae, Toxin bildend
- Salmonella Typhi oder Salmonella Paratyphi
- Shigellen
- enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
Mit freundlichen Grüßen
gez. Karl-Wilhelm Nowak
3.6.5. Förderkonzepte und Förderpläne
Ein Ziel der GS Netphen besteht darin, Kinder musisch, motorisch, sozial und fachlich zu fördern, sodass sie Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz entwickeln können. Der Begriff des Förderns wird alltagssprachlich häufig als ein Defizitausgleich interpretiert. Aus unserer Sicht beinhaltet der Begriff des Förderns jedoch mehr. Fördern bedeutet Kindern Lernangebote zu bieten, mit deren Hilfe sie ihre individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln und entfalten können. Viele dieser Lernangebote wurden bereits in den Darstellungen der einzelnen Lernbereiche aufgeführt. In diesem Abschnitt werden sie nun erneut erörtert, um ihre Bedeutung in dem umfassenden Rahmen unseres Förderkonzeptes zu verdeutlichen.
Das Konzept der Schuleingangsphase bietet den Kindern die Möglichkeiten in ihrem individuellen Tempo zu lernen, weil die Kinder zwischen einem und drei Jahren in der Schuleingangsphase verbleiben können. Während dieser Zeit beobachten und dokumentieren die Lehrkräfte Entwicklungsstand und Entwicklungsfortschritte der Kinder. Aufgrund der Beobachtungen werden dann Förderkonzepte entwickelt. Dieser Ansatz gilt für das dritte und vierte Schuljahr entsprechend.
Wir fördern Kinder mit ihren individuellen Fähigkeiten sowohl im Rahmen des täglichen Unterrichts als auch außerhalb des Regelunterrichts durch vielfältige Angebote.
- Kinder mit Lernrückständen bekommen Unterrichtsmaterialien, die ihrem Leistungsstand entsprechen.
- Förderstunden bieten einen zusätzlichen Lern- und Freiraum für die intensive Auseinandersetzung mit einzelnen Inhalten (z.B. Rechtschreibförderung, Mathematikolympiade, Arbeitsgemeinschaften).
- Zusatzmaterial in den Klassenräumen ermöglicht den Kindern, sich selbstständig oder in Partnerarbeit mit einem Sachverhalt auseinanderzusetzen.
- Computerlernprogramme stehen als Lern- und Übungsmöglichkeiten in den Klassen zur Verfügung.
Während der Pausen können die Kinder auf dem Schulhof vorhandene Klettergerüste nutzen. Die Struktur der Gerüste ist so konzipiert, dass sie einen hohen Aufforderungscharakter zum Spielen und Turnen haben.
Indem die Kinder auf und mit den Geräten spielen, können sie ihrem Bewegungsdrang nachkommen und gleichzeitig ihre Motorik schulen, deren Ausprägung für die Konzentration, Schreibvorgänge etc. wichtig ist.
Außerhalb des Regelunterrichtes haben die Kinder die Möglichkeit,
verschiedene Zusatzangebote zu nutzen und so neue Interessen herauszubilden. Besonders der musische Bereich steht in einer langen Tradition in unserer Schule.
3.6.6. Zeugnisse und Gutachten als Beratungshilfe
Das in den vorausgegangenen Abschnitten dargestellte Selbstverständnis von Eltern und Lehrkräften als verantwortliche Partner für die Förderung der Kinder spiegelt sich auch in der Form und dem Inhalt der Zeugnisse wieder. Sie entsprechen den Anforderungen der AO-GS und gehen bezüglich ihres Umfangs teilweise auch noch darüber hinaus.
Die Kinder im 1. Jahr der Schuleingangsphase erhalten ausführliche Gutachtenzeugnisse, die zusätzlich an Elternsprechtagen noch mit den Erziehungsberechtigten erörtert werden können. Ein Gutachtenzeugnis wird auch für die Kinder ausgestellt, die ein 3. Jahr in der Schuleingangsphase verbleiben.
Bei einer Versetzung aus der Schuleingangsphase in die Klasse 3 bekommen die Kinder am Schuljahresende ein Gutachtenzeugnis sowie erstmals Zensuren für alle Lernbereiche und für das Arbeits- und Sozialverhalten.
Auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bekommen kombinierte Gutachten / Zensurenzeugnisse, die alle verfügbaren Informationen beinhalten und ebenfalls an Elternsprechtagen diskutiert und erklärt werden.
Von besonderer Bedeutung ist in der Klasse 4 die Beratung bezüglich des Überganges zur Sekundarstufe I. Sie umfasst 4 Stufen:
- Stufe 1:
-
Anhand eines Multiple-Choice-Formulars definiert die Klassenkonferenz das bisher erkennbare Profil eines Kindes bezüglich seines Lern- und Leistungsverhaltens und erarbeitet eine vorläufige Empfehlung.
- Stufe 2:
-
Nach einer allgemeinen Information zur Sekundarstufe I durch die Schulleitung werden die erarbeiteten Aussagen und die vorläufige Empfehlung auf einem Elternsprechtag im November mit den Eltern besprochen. Die Aussagen der Eltern und ihr Wunsch bezüglich der weiteren Schullaufbahn ihres Kindes werden als Vermerk notiert und zu den Schülerakten genommen (siehe die Anlage zu diesem Kapitel).
- Stufe 3:
-
Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des Beratungsgespräches, vor allem der Elternaussagen, beschließt die Klassenkonferenz ein begründetes Gutachten zur weiteren Schullaufbahn. Sie ist Bestandteil des Halbjahreszeugnisses.
Dieses Gutachten ist von großer Bedeutung für die weitere Schullaufbahn. Weicht die beschlossene Eignung von dem bekundeten Elternwillen ab, wird, wann immer es möglich ist, von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, zusätzlich zu der Eignung für eine Schulform eine eingeschränkte Eignung für die nächst höhere Schulform auszusprechen. Dies gilt allerdings nicht in den Fällen, in denen der Elternwunsch völlig an den Möglichkeiten des Kindes vorbeigeht.
- Stufe 4:
-
Anlässlich des Halbjahreszeugnisses findet noch einmal ein letztes Beratungsgespräch statt.
3.7. Fortbildungskonzept
Vorbemerkungen
Die Grundschule ist integraler Bestandteil der Gesellschaft. Sie hat darin Pflichten, die sich an den sich beständig ändernden soziokulturellen Gegebenheiten orientieren. Dazu zählen neue Aufgaben im Bereich von Förderung und Betreuung, die Umsetzung neuer als wichtig erkannter Curricula (z.B. Englisch, neue Medien) sowie die Anwendung methodischer Konzepte, deren Bedeutung erst in den letzten Jahren in den Mittelpunkt der pädagogischen Diskussion rückte.
Auch für den Beruf des Lehrers/der Lehrerin gilt, was für die gesamte Arbeitswelt zutrifft, dass nur durch permanente Weiterbildung auf hohem zeitgemäßen Niveau die Leistungsfähigkeit gesichert werden kann. Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen wird deutlich, warum Fortbildung eine zentrale Aufgabe für jede Lehrkraft ist.
Grundsätze der Fortbildungsplanung
Das gesamte Kollegium einer Schule ist verantwortlich für die pädagogische Weiterentwicklung. Sie ist auf breiter Front nur sichergestellt, wenn es für alle Bereiche der schulischen Arbeit "Experten" und Ansprechpartner gibt. Fehlen sie, bleiben möglicherweise ganze Themenfelder ohne Berücksichtigung.
Die Schulleitung muss deshalb folgende Fragen überprüfen:
- Für welche schulischen Themenfelder werden "Experten" benötigt?
- Für welche schulischen Themenfelder im Kollegium stehen bereits "Experten" zur Verfügung?
- Welche schulischen Themenfelder müssen von allen Lehrkräften besetzt werden?
Außerdem gleicht sie diese Ergebnisse mit den Überlegungen zur inhaltlichen Weiterentwicklung der Schule ab, denn beide Elemente müssen im Einklang stehen.
Vor einer Fortbildungsplanung steht deshalb
- die Festlegung der Entwicklungsziele im Rahmen der dafür zuständigen Mitwirkungsgremien und
- die Ermittlung der Lehrerwünsche.
Fortbildungsplanung sollte nach Möglichkeit langfristig und in der Lehrerkonferenz abgestimmt sein, um den Gesamtzusammenhang (Weiterentwicklung der Schule) nicht aus dem Auge zu verlieren.
Da jedoch das Schulamt für den Kreis Siegen-Wittgenstein gelegentlich kurzfristige Angebote unterbreitet, muss im Rahmen eines Fortbildungskonzeptes der Schulleitung übertragen werden, auch solche individuellen Maßnahmen ohne Beratung in der Lehrerkonferenz zu genehmigen, wenn sie erkennbar im Interesse der Schule liegen.
Individuelle Fortbildung
Im Rahmen von Fortbildungsmaßnahmen sind Lehrkräfte Lernende. Auch für sie gilt die pädagogische Regel, dass Lernen dann am erfolgreichsten ist, wenn sie auf eine intrinsische Motivation trifft. Individuelle Fortbildungen sollten diese Erkenntnisse aufgreifen und sich nach Möglichkeit auf Themenfelder konzentrieren, die bereits im Interesse der Lehrkraft liegen. Lehrkräfte müssen jedoch auch bereit sein, sich auf Bitten der Schulleitung neuen Aufgaben zu stellen.
Die zentralen Ergebnisse von individuellen Fortbildungen werden dem gesamten Kollegium in Lehrerkonferenzen oder in Fachkonferenzen durch Kurzreferate dargestellt, um möglichst einen Multiplikatoreneffekt zu erzielen.
Kollegiumsinterne Fortbildung
Die schulischen Mitwirkungsgremien beschließen im Zusammenhang mit der Arbeit am Schulprogramm die inhaltliche Weiterentwicklung der Schule. Aus diesem Ansatz ergeben sich auch die Themen, in denen sich das gesamte Kollegium fortbildet.
Sonstige Vereinbarungen
Alle Fortbildungen werden bescheinigt und sowohl der Dienstakte als auch einem schuleigenen Fortbildungsportfolio beigefügt. So ergibt sich ein guter Überblick in die vorhandenen Qualifikationen des Lehrerkollegiums.
4. Entwicklungsziele
4.1. Vorbemerkungen
Die Zusammenlegung zur Verbundschule erforderte von beiden Teilstandorten der GS Netphen die Erarbeitung wichtiger Vereinbarungen für alle Lernbereiche. Der Abschnitt "Schulbeschreibung" dokumentiert sie ausführlich.
Außerdem haben die Grundschulen Niedernetphen und Obernetphen in der Zeit davor eine Vielzahl von Innovationen angedacht und umgesetzt, die den Schulen ein spezielles Profil geben. Sie wurden größtenteils bereits in den ersten Schulprogrammen aus dem Jahr 2000 beschrieben und sind auch in der nun vorliegenden neuen Fassung enthalten.
Betreuungskonzepte
- Seit 1990 bietet die GS Netphen eine Verlässliche Halbtagsbetreuung an.
- 1998 wurde sie auf die kompletten Oster-, Sommer- und Herbstferien erweitert.
- Seit dem Jahr 2000 können Eltern ihre Kinder ganztags betreuen lassen.
- Im Jahr 2001 wurde auch die Ferienbetreuung um ein Ganztagsangebot ergänzt.
- Zum Schuljahresbeginn 2003/2004 erhielt die GS Netphen für den Teilstandort Niedernetphen die Anerkennung als Offene Ganztagsschule. Sie war damit die 1. OGS im Kreis Siegen-Wittgenstein.
- Im Jahr 2006 wurde auch am Teilstandort Obernetphen eine bestehende 13-Plus - Gruppe (eine Ganztagsgruppe mit anderer finanzieller Förderung) in eine OGS -Gruppe umgewandelt.
Musikalische Angebote
Seit 1992 können alle Kinder der GS Netphen am Teilstandort Niedernetphen gegen Entgelt über den Unterricht hinaus an Flötenkursen teilnehmen. Sie sichern ein hohes musikalisches Ausbildungsniveau und bieten die Möglichkeit, sich im soziokulturellen Umfeld der Schule mit Konzerten und kleineren Auftritten einzubringen. Den gleichen Hintergrund hat das Chorprojekt. Beide Maßnahmen werden mit außerschulischen Partnern umgesetzt.
Am Teilstandort Obernetphen erhalten interessierte Kinder die Möglichkeit, an einer Musik-AG (bei ausreichender Lehrerkapazität) teilzunehmen. Außerdem können Schüler der Klasse 4 das Spielen eines Blechblasinstrumentes erlernen. Ebenfalls haben Schüler der 3. und 4. Klassen die Möglichkeit, das Flötenspiel zu erlernen.
Jugendkino miniMax
Auch das Jugendkino miniMax ist vor diesem Hintergrund zu sehen. Eltern und Lehrkräfte, organisiert als eingetragener Verein, bieten allen Kindern der Stadt im Freizeitbereich pädagogisch wertvolle Filme an und leisten damit sowohl einen Beitrag zur Medienerziehung als auch zur offenen Jugendarbeit.
Ausleih- und Verweilbücherei
Die Bedeutung der Lesekompetenz wurde bereits im Abschnitt 3.2.2 Deutsch ausführlich erörtert. Eigene schulische Ausleih- und Verweilbüchereien an jedem Teilstandort unterstützen die in diesem Kapitel dargestellte pädagogische Zielrichtung.
Zusammenfassung
Die dargestellten innovativen Projekte der letzten Jahre unterliegen der regelmäßigen Beobachtung und Anpassung. Ihre Fortführung und Pflege (Evaluation) bindet bereits einen großen Teil der verfügbaren Arbeitskraft. Auch das inhaltliche Zusammenwachsen der beiden Teilstandorte fordert von allen Lehrkräften zusätzliche Leistungen. Weitere Schulentwicklungen sollten deshalb behutsam an unbedingt notwendigen Punkten ansetzen.
4.2. Ziele für die Schulentwicklung
Verbesserung und Weiterentwicklung der unterrichtlichen Arbeit
Leitsatz C des Schulprogramms definiert es ganz eindeutig: "Eine der wichtigsten Aufgabe unserer Schule ist guter Unterricht." Jede Innovation, die am Ende nicht in den Klassen und bei den Kindern ankommt, ist überflüssig.
In vielen Lernbereichen wurden in den vergangenen Jahren pädagogische Vereinbarungen getroffen, die sich auch bei kritischer Betrachtung bewährt haben. Deshalb reichen häufig kleine Korrekturen und Ergänzungen.
Immer noch außerhalb jeglicher entlastender Routine ist für Lehrkräfte die Arbeit in der Schuleingangsphase. Hier müssen vom gesamten Kollegium zu vielen Lernbereichen weitere konkrete Arbeitspläne entwickelt werden, die es den Lehrerinnen und Lehrern erleichtern, die Schüler genau zu beobachten und differenziert zu fördern. Außerdem gilt es zu überprüfen, ob die vorgegebenen Ziele bei beiden Organisationsformen (jahrgangsübergreifend und jahrgangsbezogen) gleichermaßen erreicht werden.
Weiterentwicklung des Erziehungskonzeptes
Die Präambel und die Leitsätze nennen neben dem Schwerpunkt des guten Unterrichts eine weitere wichtige Aufgabe: Wertevermittlung und soziale Kompetenz:
- "Schulen vermitteln den jungen Menschen moralische, kulturelle und religiöse Werte."
- "Lernen des Lernens und soziale Kompetenz sind ebenso wichtig wie die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten."
- "Als Partner der Eltern hilft die Grundschule Netphen bei der Bewältigung von Schul-, Erziehungs- und Betreuungsproblemen."
Die Wirklichkeit des Schulalltags belegt, dass diesbezüglich auch in der GS Netphen Handlungsbedarf besteht. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung Deutschlands und den dadurch dramatisch steigenden Ansprüchen an berufliche Qualifikationen muss der Werteerziehung besondere Bedeutung zukommen. Nur so kann es gelingen, den Anteil der für die schulische und berufliche Bildung ungeeigneten Jugendlichen zu senken. Die Schule ist in diesem Geflecht jedoch nur ein Baustein. Eltern müssen in eine neue Orientierung an Werten eingebunden sein, und selbst Grundschulkinder sollten an der Entstehung mitwirken, um sie besser akzeptieren zu können.
Die Grundschule Netphen wird deshalb mit Lehrkräften, Eltern und Kindern gemeinsam eine Erziehungspartnerschaftaufbauen und einen Schulvertragerarbeiten und umsetzen.
Qualitätsentwicklung in der offenen Ganztagsschule
Die offene Ganztagsschule muss sich in zunehmendem Maße um die qualitative Entwicklung ihrer Arbeit bemühen. Das Land begleitet diesen Prozess mit seinem Konzept QUIGS.
Auch die Ganztagsgruppen der GS Netphen werden versuchen, diese Grundlagen, praktischen Tipps und Instrumente in der täglichen Arbeit umzusetzen und die Ergebnisse durch Methoden der Evaluation zu überprüfen.
5. Planungen zur Evaluation
Die im Schulprogramm dargestellten Vereinbarungen müssen sich regelmäßig einer kritischen Überprüfung stellen. Die zu stellenden Fragen lauten:
- Ist der Unterricht in allen Fächern so gut, dass jedes Kind bezüglich seiner Leistungsfähigkeit optimal gefördert wird?
- Ist der Unterricht so angelegt, dass soziale Kompetenzen und Lernen des Lernens gefördert werden?
- Kann die Grundschule Netphen ihren Erziehungsauftrag erfüllen und Werte vermitteln?
- Erhalten Eltern bei Erziehungsschwierigkeiten und sonstigen Problemen eine gute Beratung?
- Erfüllen die Betreuungssysteme die an sie gerichteten Erwartungen?
Je nach Beantwortung dieser Fragen entsteht Handlungsbedarf.
Die Erhebung der notwendigen Daten ist wichtig und sinnvoll, aber sie darf nicht dazu führen, dass sie zum Selbstzweck wird und viel Kraft bindet, die eigentlich für die unterrichtlichen Tätigkeit benötigt wird. Aus diesem Grunde kann auch nicht regelmäßig das Gesamtpaket des Schulprogramms hinterfragt werden.
Wir halten drei Formen der regelmäßigen Evaluation für sinnvoll:
- Beobachtungen durch die Lehrkräfte ohne statistische Absicherung
- Gezielte stichpunktartige Überprüfung der Lernstandards in einzelnen Lernbereichen und Jahrgangsstufen
- Befragung von Eltern und Lehrkräften zu ausgewählten Themen
- Beobachtungen durch die Lehrkräfte ohne statistische Absicherung
-
Lehrerinnen und Lehrer wissen und spüren aufgrund ihrer Erfahrungen, ob sich in irgendeinem Bereich der schulischen Arbeit positive oder negative Veränderungen ergeben haben. Schon lange vor der Verwendung des Begriffes "Evaluation" war dies der Ausgangspunkt vieler kollegialer Fachgespräche, die dann zu neuem pädagogischem Handeln führten. Dieser traditionelle Ansatz behält weiterhin seine Bedeutung. Die kollegiale Diskussion bleibt auch zukünftig das wichtigste Instrument der regelmäßigen Evaluation. Aus ihr heraus können jedoch weitere gezielte Überprüfungen erwachsen.
- Gezielte stichpunktartige Überprüfung der Lernstandards in einzelnen Lernbereichen und Jahrgangsstufen
-
Eine gute Schule muss sich an ihrem unterrichtlichen Erfolg messen lassen. Dieser ist quantifizierbar, auch wenn dafür ein größerer Aufwand notwendig ist.
Die zentralen Lernstandserhebungen VERA sind ein Ansatz für ein flächendeckendes Konzept in den Jahrgangsstufen 3. Aus ihr ergeben sich bereits einzelne Hinweise auf die Leistungsstandards in Deutsch und Mathematik ganz allgemein.
Die GS Netphen ist jedoch auch daran interessiert, wie sich die Leistungen in der Schuleingangphase, in den nicht durch VERA erfassten Jahrgängen und Lernbereichen bzw. Teillernbereichen entwickelt. Deshalb werden künftig pro Jahrgang, soweit er nicht durch VERA erfasst ist, für einen Teillernbereich schulinterne Leistungsüberprüfungen vorgenommen. Welcher Teillernbereich das ist, beschließen die verantwortlichen Mitwirkungsgremien am Anfang eines Schuljahres.
- Befragung von Eltern und Lehrkräften zu ausgewählten Themen
-
Zu den nur sehr schwer oder gar nicht quantifizierbaren Bereichen schulischer Arbeit zählt der Bereich Erziehung. Aber auch das so wichtige Wohlfühlen (z.B. in der offenen Ganztagsschule) gehört in diese Gruppe. Um hier Daten zu erhalten, müssen Eltern, Lehrkräfte und möglicherweise auch Kinder befragt werden.
Die Mitwirkungsgremien beschließen am Anfang eines Schuljahres, zu welcher Thematik eine Befragung durchgeführt wird. Auch dieser Termin sollte im 2. Schulhalbjahr liegen. Die Mitwirkungsgremien beraten alle Ergebnisse und überlegen, welche Konsequenzen zu ziehen sind.