Die Schule
Im August 2006 änderte sich die Netphener Schullandschaft. Aufgrund langfristig sinkender Schülerzahlen wurden die Grundschulen Niedernetphen und Obernetphen zu einer Verbundschule zusammengeschlossen. Sie erhielt einen neuen Namen: Grundschule Netphen. Die alten Bezeichnungen Niedernetphen und Obernetphen verschwanden und sind nun nur noch zur Benennung der beiden Teilstandorte zulässig.
Der Rat der Stadt legte fest, dass künftig in der Grundschule Netphen am Teilstandort Niedernetphen zweizügig und am Teilstandort Obernetphen einzügig geführt wird.
Dies ist wichtig, wenn Lernanfänger angemeldet werden. Insgesamt kann die Schule nur noch 90 Kinder aufnehmen, und zwar 60 in Niedernetphen und 30 in Obernetphen. Melden sich zusammen mehr Kinder an, so müssen sie abgewiesen werden. Außerdem hat der Schulleiter die Aufgabe, sie so zu verteilen, dass die vorgeschriebene Einzügigkeit in Obernetphen und die Zweizügigkeit in Niedernetphen eingehalten wird.
Beide Teilstandorte sind zu einer Schuleinheit zusammengewachsen. Die Lehrkräfte kooperieren arbeiten nach einem neuen Schulprogramm.
Dennoch haben beide Standorte ein eigenes Profil entwickelt, das wir nun beschreiben möchten.
Der Teilstandort Niedernetphen
Die Grundschule Netphen am Teilstandort Niedernetphen unterrichtet im Schuljahr 2010/2011 182 Kinder in 8 Klassen. 46 Kinder sind zur offenen Ganztagsschule angemeldet, 43 Kinder werden nach dem Konzept der Verlässlichen Halbtagsschule betreut. Aufgrund steigender Schülerzahlen zu Beginn der 90er Jahre erhielt sie einen Anbau. Er wurde im Mai 1997 fertiggestellt. Gleichzeitig verschwanden die 20 Jahre alten Pavillons.
Seitdem verfügt die Schule über das volle Raumprogramm einer dreizügigen Schule, also über 12 Klassenräume und 3 Mehrzweckräume. Auch die Verwaltungsräume und das Lehrerzimmer wurden großzügig gestaltet. Außerdem stiftete die Stadt noch eine vielseitig nutzbare Aula.
Im Schuljahr 1999/2000 ergänzte der Förderverein das Raumangebot durch den Ausbau einer Kellerklasse zu einer Drei-Gruppen-Schulküche. Eltern verlegten Leitungen, sanierten, renovierten und der Förderverein stiftete Materialien, Mobiliar und Einrichtung für insgesamt 20000 DM (etwa 10000 Euro). Damit waren die Voraussetzungen geschaffen für eine moderne Grundschularbeit. Diese Küche war die Voraussetzung, um mit dem Ganztagsbetrieb zu beginnen.
Bereits nach 3 Jahren reichte sie jedoch nicht mehr aus. Deshalb musste gebaut werden. Im Lehrerhaus neben der Schule entstand eine neuer geschmackvoller Speisesaal und eine moderne Küche, in der auch für eine große Anzahl von Kindern gekocht werden kann.
Einzig die Situation des Sportunterrichts ist noch unbefriedigend. Der Teilstandort verfügt über keine schulnahe Turnhalle, sondern die Kinder müssen für jede Stunde den 15-minütigen Weg zur Georg-Heimann-Halle auf sich nehmen. Aber auch dort gibt es nur wenig Geräte und Möglichkeiten, weil es sich um eine "Kulturhalle" handelt, die vorwiegend für andere Zwecke gestaltet wurde.
Lernwillige Schüler, engagierte Eltern und motivierte Lehrerinnen und Lehrer haben in den letzten Jahren die weitgehend günstigen äußeren Voraussetzungen genutzt und viele Impulse gesetzt. Davon zeugt das Schulprogramm.
Offene Ganztagsschule, Ferienbetreuung, Flötenkurse, Jugendkino miniMax, Schulbücherei, vernetzte Computer mit Internetanschluss, alles ist das Ergebnis dieser erfolgreichen Kooperation.
Es zeigt sich: Schule ist immer das, was alle daran Beteiligten gemeinsam daraus machen!
Die Wetterfahne
Sie sollte etwas besonderes werden! Nicht nur so einfach auf's Dach gestellt, lieblos und unbeachtet! Nein, wir wollten eine Wetterfahne, die es nur in Niedernetphen gibt.
Wir befragten die Kinder. Die Schüler der damaligen Klasse 4b, entwickelten Vorschläge und Konzepte. Das Lehrerkollegium bildete die Jury. Von den vielen guten Vorschlägen gefiel uns am besten eine Figur, die ein lesendes Mädchen darstellt. Die Schülerin Anna hatte die Idee.
Und zu unserer Freude war die Architektin der Stadtverwaltung bereit, unseren Vorschlag zu akzeptieren. Man fertigte ein kleines farbiges Modell aus Edelstahl. Das Kind gelang gut, aber das Buch in seiner Hand fiel den technischen Möglichkeiten zum Opfer.
Unsere "Windsbraut" liest nicht mehr, sondern sie zeigt mit der Hand die Richtung an. Trotzdem - das sollte sie sein, unsere Wetterfahne! Es dauerte nicht lange, da stand sie im Großformat und weithin sichtbar auf dem Dach des Neubaues, ein Erkennungszeichen unserer Schule.
Die Pinguine
Inzwischen hat die Schule ein weiters Kennzeichen. Der in der Nachbarschaft wohnende Maler Lutz Kringe hat im Jahr 1997 kostenlos einen Teil der Fassade bemalt. Seine von ihm gestaltete Polarlandschaft mit Pinguinen ist überall bekannt. Wenn die Kinder aus Niedernetphen gefragt werden, in welche Schule sie gehen, so sagen sie in der Regel: In die Pinguin-Schule.
Der Teilstandort Obernetphen
Die Grundschule Netphen am Standort Obernetphen liegt im Obernautal. Nach wenigen Gehminuten erreicht man den Freizeitpark mit Hallenbad, die Eissportanlage sowie die umliegende waldreiche Gegend.
Zurzeit werden in Obernetphen etwa 97 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, die aus Netphen selbst und aus zwei Nachbarstadtteilen (Brauersdorf und Beienbach) kommen.
Für die insgesamt 4 Klassen des Standortes sind 4 Lehrerinnen zuständig.
Das Schulgebäude, der ältere Teil vor gut 100 Jahren erbaut, wurde mehrfach erweitert, zuletzt mit einem Neubau im Jahre 1987. Es besteht jetzt aus acht Klassenräumen, einem Mehrzweckraum, einem Kunstraum und mehreren Nebenräumen, von denen einer als Computerraum mit 16 Arbeitsplätzen und Internetanschluss genutzt wird. Fast alle Klassenräume verfügen ebenfalls über einen eigenen PC - im Neubau ebenfalls mit Internetzugang.
Für Großveranstaltungen steht eine Aula mit Bühne zur Verfügung.
In unmittelbarer Nähe befindet sich die schuleigene Turnhalle, die 1999 eingeweiht wurde. Sie ermöglicht den Klassen kurze Wege auch zu einzelnen Sportstunden. Die vorbildliche Ausstattung erlaubt vielfältige Bewegungsangebote.
Seit August 1996 ist die Grundschule Netphen am Standort Obernetphen eine Verlässliche Halbtagsschule und seit dem 01.08.2007 auch eine offene Ganztagsschule. Die Betreuung ist in einem eigenen Trakt des Schulgebäudes untergebracht. Momentan besuchen 25 Kinder die Halbtagsbetreuung und 19 Kinder die Ganztagsbetreuung.
Der Förderverein der Schule organisiert wirkt auch vielfach im Schulleben mit. So unterstützt er die Schülerbücherei finanziell, die seit vielen Jahren besteht und von engagierten Eltern geführt wird.