Konzept der Schuleingangsphase

Vorbemerkungen

Alle Kinder sind verschieden! Das macht sie so interessant, so liebenswert und den Beruf des Pädagogen so spannend. Sie haben unterschiedliche Begabungen, jeweils andere Stärken und Schwächen, und ihre Entwicklung verläuft in ganz individuellen Zeitrastern und Wegen. Wenn Kinder eingeschult werden, dann kommt zu uns keine Gruppe gleichförmiger Jungen und Mädchen, sondern wir treffen auf jeweils einzigartige Individuen.

Darauf müssen wir uns einstellen und jedes Kind dort abholen, wo es bezüglich seiner Entwicklungen und Neigungen steht. Nur dann werden wir allen Jungen und Mädchen gerecht. Dies geschieht durch Individualisierung und Differenzierung.

Dazu zählt

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse hat das Land in einem Gesetz geregelt, welchen pädagogischen Ansprüchen die Arbeit in der Schuleingangsphase gerecht werden muss.

Schulen erhalten bei der Umsetzung Entscheidungsfreiheiten bezüglich des Weges, jedoch nicht bezüglich der Ziele. Sie müssen sichern,

Ob Schulen diese Aufgaben bewältigen, indem sie jahrgangsübergreifende Klassen bilden (eine Kombiklasse 1/2) oder bei der traditionellen Form der jahrgangsbezogenen Klassen bleiben (jede Klasse hat nur Schüler eines Jahrgangs), ob sie Mischformen wählen oder noch andere Lösungen finden, das bleibt ihnen überlassen.

Alle Schulen haben sich intensiv mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinander gesetzt und sich in der Schulkonferenz für das Modell entschieden, von dem sie glauben, dass es für die Schülerinnen und Schüler am besten ist.

Zum Zeitpunkt dieser Beschlüsse waren die beiden Teilstandorte Niedernetphen und Obernetphen noch eigenständige Schulen. Deshalb kam es zu unterschiedlichen Lösungen.

Inzwischen entstand die neue Verbundschule, die GS Netphen. In vielen Bereichen entwickelten Lehrkräfte und Eltern beider Teilstandorte gemeinsame Konzepte. Bezüglich der Organisationsform werden auf Wunsch aller Beteiligten jedoch die unterschiedlichen Varianten beibehalten.

Danach bildet der Teilstandort Niedernetphen in der Schuleingangsstufe (Jahrgänge 1 und 2) jahrgangsübergreifende Klassen, während am Standort Obernetphen in jahrgangsbezogenen Klassen unterrichtet wird.

1. Lernstandsdiagnostik als Basis der unterrichtlichen Arbeit

1.1 Zusammenarbeit zwischen Schule, Kindergarten und Eltern

Vorbemerkungen

Zum Einzugsbereich der Grundschule Netphen gehören sieben verschiedene Kindertagesstätten mit vier verschiedenen Trägern. Die Bereitschaft der einzelnen Kindertagesstätten zur Kooperation ist bei allen Kindertageseinrichtungen vorhanden, die Weitergabe von Informationen zu einzelnen Kindern wurde jedoch mit dem Hinweis auf Datenschutz unterschiedlich gehandhabt.

Augenblickliche Situation der Kooperation mit den Kindertageseinrichtungen

1.2 Anmeldeverfahren (Bezugspunkt Schulfähigkeitsprofil)

Vorbemerkungen

Die vorschulische Bildung ist gemeinsame Aufgabe von Eltern und Kindertageseinrichtung. Die Grundschule übernimmt mit der Einschulung die Aufgabe der Kindertageseinrichtung. Vor diesem Hintergrund ist die genaue Kenntnis des kindlichen Entwicklungsstandes wichtig. Dies kann jedoch nur mit präzisen Erhebungsverfahren gelingen. Als Ergebnis der gewonnenen Daten erfolgt dann die schulische differenzierte Förderung in der Schuleingangsphase.

Im Zusammenhang mit der Anmeldung (10 Monate vor der Einschulung) ist es zunächst primär wichtig, Defizite im Bereich Sprache festzustellen, um möglicherweise entsprechende Sprachkurse anzubieten. Außerdem müssen Eltern auf besondere auffällige Probleme hingewiesen werden, die eine spätere schulische Förderung beeinflussen kann.

Den Kindertageseinrichtungen kommt dabei aufgrund ihrer langjährigen Beobachtungsmöglichkeit ein hohes Maß an Verantwortung zu.

Anmeldeverfahren

Sprachkurse

1.3 Ermittlung der Lernausgangslage in den Entwicklungs- und Lernbereichen in den ersten Schulwochen (bis zu den Herbstferien) und Sicherstellung der Umsetzung erster unterrichtlicher Konsequenzen

Vorbemerkungen

Bereits bei der Anmeldung werden nach dem zuvor beschriebenen Verfahren erste Eindrücke von allen Kindern gewonnen. Dabei ist klar, dass alle künftigen Lernanfänger in den zehn Monaten bis zur Einschulung noch erhebliche Entwicklungssprünge machen werden.

Schuleingangsdiagnostik

Die Ermittlung der Lernausgangslage ist die Voraussetzung für die individuelle Förderung eines jeden Kindes. Sie muss mit dem ersten Schultag beginnen.

Diese Aufgabe übernimmt jede Lehrkraft für ihre Schülerinnen und Schüler, weil sie für die weitere Gestaltung der Individualförderung zuständig ist.

In den ersten Schulwochen stellt sie fest, über welche Kompetenzen die Kinder verfügen.

Elterngespräch

Die Eltern aller Lernanfänger werden zu einem Elterngespräch eingeladen. Sie schildern der Lehrkraft, wie sie selbst ihr Kind sehen, wo sie seine Stärken glauben und wo sie Schwierigkeiten vermuten.

2. Die flexible Verweildauer

Flexibilisierung der Verweildauer unter Berücksichtigung der verbindlichen Anforderungen nach Klasse 2 - zieladäquate und schulorganisatorische Umsetzung

Die neuen Lehrpläne machen genaue Aussagen, welche Lernstände am Ende der Jahrgangsstufe 2 in den verschiedenen Fächern und Aufgabenschwerpunkten bezüglich der Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse erreicht werden müssen. Auf dem Weg dorthin schreiten die Kinder unterschiedlich schnell voran.

Die Klassenkonferenzen / Jahrgangsstufenkonferenzen überprüfen mindestens einmal pro Halbjahr, am besten vor Elternsprechtagen, in wieweit jedes einzelne Kind sich auf diesem Weg entwickelt hat und wo es steht. Die Eltern werden auf den Elternsprechtagen darüber informiert.

Grundsätzlich gilt: